6. Juni 2020: Kirchlicher Aktionstag für ein weltweites Atomwaffenverbot (FÄLLT AUS)

Kirchlicher Aktionstag für ein weltweites Atomwaffenverbot

Samstag, 6. Juni 2020 in Büchel (Eifel), 11:00 – 16:00 Uhr vor dem Atomwaffenstützpunkt:

  • Ökumenischer Gottesdienst mit Präses Annette Kurschuss
  • Musik von »Rostlos – DIE BAND, DIE ALLES NEU MACHT«, Liedermacherin Nicole Mercier, Studierendenchor Freiburg
  • Beiträge aus Wissenschaft, Kirchen, dem Ökumenischen Rat und der Friedensbewegung

Mehr hier:

“Wir, Christinnen und Christen aus mehreren Ev. Landeskirchen und der katholischen Friedensbewegung pax christi, laden gemeinsam mit Ohne Rüstung Leben auch in diesem Jahr nach Büchel in der Eifel ein. Dort lagern US-Atombomben, die im Kriegsfall von deutschen Flugzeugen zu ihren Zielen geflogen werden. Glauben, Gewissen und politische Vernunft bewegen uns, Massenvernichtungswaffen und die Drohung damit abzulehnen.Wir fühlen uns dabei einig mit der katholischen und der evangelischen Kirche. So hat die Kommission Justitia et Pax der Deutschen Bischofskonferenz im Sommer 2019 erklärt, dass das Konzept der atomaren Abschreckung ethisch nicht länger verantwortet werden kann. Die im November 2019 von der EKD-Synode verabschiedete Kundgebung betont, politisches Ziel bleibe eine Welt ohne Atomwaffen und der Atomwaffenverbotsvertrag sei überfällig.

Wir laden alle Menschen ein, die für den Abzug der Atombomben und für das UN-Atomwaffenverbot sind, vor dem Fliegerhorst Büchel (Kreisverkehr an der L52, 56828 Alflen) öffentlich und gewaltfrei dafür einzutreten und den Umstieg auf eine friedenslogische Außen- und Sicherheitspolitik zu fordern.”

Veranstalter: Die Projektgruppe Kirchlicher Aktionstag Büchel
Baden: Arbeitsstelle Frieden und Forum Friedensethik (FFE), Bayern: Initiativkreis Frieden (IKF), Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck: Zentrum Ökumene, Pfalz: Arbeitsstelle für Frieden und Umwelt, Rheinland: AG Frieden EKiR, AK Friedensarbeit Stärken, Friedensinitiative Hunsrück, Württemberg: Friedenspfarramt, Ev. Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK), pax christi Deutsche Sektion e.V.

www.KirchenGegenAtomwaffen.wordpress.com

 

 

Das hässliche Gesicht Europas – Stacheldraht und Tränengas

Das hässliche Gesicht Europas – Stacheldraht und Tränengas. Und was die Bürger*innen in Deutschland über Grenzöffnung und Aufnahme von Flüchtenden denken.

Wort zum Sonntag: “Menschlichkeit an der Grenze”

Pastorin Annette Behnken spricht im Wort zum Sonntag v. 7.3.2020 deutliche Worte zur “Menschlichkeit an der Grenze”.

 

Die Not der Flüchtlinge “… wird als Druckmittel missbraucht. Und unsere Grenzen werden vor den Flüchtlingen dicht gehalten. Doch dürfen wir als Europäer unsere gemeinsamen Werte von Barmherzigkeit und der Hilfe für Schwache hier außen vor lassen?”
(Pastorin Annette Behnken, Wort zum Sonntag v. 7.3.2020; hier in der Mediathek oder bei youtube anzusehen)

Was denkt die Mehrheit der Bürger*innen in Deutschland?

In der Frage der Grenzöffnung und Aufnahme von Flüchtlingen zeigen sich die unterschiedlichen Auffassungen der Bürger*innen in Deutschland:

“Dass die europäische Außengrenze für die aus der Türkei kommenden Flüchtlinge bislang geschlossen bleibt, findet eine Mehrheit der Deutschen falsch. 57 Prozent der Bürger meinen, die Flüchtlinge sollten die Grenze zu Griechenland überqueren dürfen und anschließend auf die EU-Staaten aufgeteilt werden; 41 Prozent stimmen dieser Aussage eher nicht zu. .. Bei der Frage, ob Deutschland bei der Aufnahme von Flüchtlingen mit gutem Beispiel vorangehen sollte, sind die Bürger gespalten: 48 Prozent sagen, Staaten wie Deutschland und Frankreich sollten Flüchtlinge aufnehmen, auch wenn sich andere EU-Staaten dagegen aussprechen. 49 Prozent hingegen stimmen dieser Aussage nicht zu. Mehrheitlich dafür sprechen sich die Anhänger der Grünen (75 Prozent), der SPD (71 Prozent) und der Linken (60 Prozent) aus; mehrheitlich dagegen sind die Anhänger der AfD (95 Prozent) und der FDP (69 Prozent). Ein geteiltes Bild zeigt sich bei einem Blick auf die Unionsanhänger: 49 Prozent sprechen sich für eine Aufnahme durch Staaten wie Deutschland und Frankreich aus, 46 Prozent dagegen.” (https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/index.html)

Vor allem in der Union stehen sich sehr unterschiedliche Auffassungen gegenüber. Von der Position der Mehrheit der FDP-Mitglieder mag überrascht sein, wer die Partei gedanklich noch mit einem unbedingten Eintreten für Menschenrechte in Verbindung bringt.

Die nächsten Wahlen werden entscheidend. Die Menschen an den Grenzen können aber so lange nicht warten. (Siehe dazu auch den Beitrag über die Situation der geflüchteten Kindern in Griechenland hier: https://forumdrv.de/2020/01/27/kindern-aus-griechischen-fluechtlingslagern-sofort-die-einreise-erlauben/ und den Beitrag über die geplante Aktion des Forums: https://forumdrv.de/2020/02/29/fluechtlingskinder-vegetieren-in-ueberfuellten-griechischen-lagern-aufruf-zum-humanitaeren-handeln-jetzt).

Gleiche Rechte – keine Spur! – Die Verweigerung sozialer Rechte als Mittel der Migrationsverhinderung

Claudius Voigt von der GGUA Flüchtlingshilfe sagt, dass “die Verweigerung sozialer Rechte zum Mittel der Migrationsverhinderung wird” (so die Ankündigung des Vortrages am 17.2.20 in Münster (https://eineweltforum-muenster.de/veranstaltung/17-02-2020-vortrag-gleiche-rechte-keine-spur/).

“Vielen Migrant*innen, vor allem Geflüchteten, aber auch Unionsbürger*innen, werden in Deutschland soziale Menschenrechte verweigert. Diese Missachtung von Menschenrechtsabkommen, von Völkerrecht und des Grundgesetzes wird zunehmend als Mittel zur Migrationsverhinderung genutzt: Selbst die Gewährleistung sozialer Menschenrechte wird dem Primat „Durchsetzung der Ausreisepflicht“ und „Vermeidung von Pull-Faktoren“ untergeordnet. In der Praxis heißt das: Arbeitsverbote werden verhängt, das Existenzminimum wird verweigert, die Unterbringung bei Obdachlosigkeit wird abgelehnt, der Umzug in eine andere Stadt wird verboten, die Unverletzlichkeit der Wohnung wird eingeschränkt, die Gesundheitsversorgung wird zur Notfallmedizin.”

Die Powerpoint-Präsentation hat uns der Referent freundlicherweise zur Verfügung gestellt; vielen Dank auch dafür: ClaudiusVoigtGleicheRechteKeineSpur2020

Veranstaltet wurde der Vortrag vom Bündnis gegen Abschiebung und der GGUA Flüchtlingshilfe mit Eine Welt Forum Münster, Flüchtlingshilfe Roxel, Flüchtlingsnetzwerk Hiltrup, pax christi Münster.

 

25. März 2020, Vortrag in Münster: “Menschen werden angemietet, verschlissen und dann entsorgt”

“Menschen werden angemietet, verschlissen und dann entsorgt

25. Mrz 2020 – 19:30 Uhr , Lesesaal der Stadtbücherei Münster, Alter Steinweg 11

Vortrag und Diskussion mit Pfarrer Peter Kossen

Quelle des Bildes: Pax Christi Münster, siehe den unten stehenden Link
Quelle des Bildes: Pax Christi Münster, siehe den unten stehenden Link

„Billig! Billig! Billig!“ hat einen hohen Preis. Den Preis für verramschte Lebensmittel in unserem Land bezahlen Landwirte mit ihrer Existenz, rumänische und bulgarische Arbeitsmigrant*innen mit ihrer Gesundheit und die Natur mit der Artenvielfalt und dem ökologischen Gleichgewicht. Werkverträge und Leiharbeit werden dabei zum Zweck von Lohn- und Sozialdumping hemmungslos missbraucht. Arbeitsmigranten leben in verschimmelten Bruchbuden als Bürger „zweiter Klasse“ und werden dafür noch mit Wuchermieten abgezockt. Sie werden gehandelt wie Ware, behandelt wie Leibeigene und verschlissen wie Gebrauchsgegenstände. Es gibt Alternativen zum Verschleiß von Menschen, Tieren und Umwelt! Jetzt ist die Zeit, in der sich etwas verändert, durch Menschen, die etwas verändern!” (Webseite Pax Christi Münster).

2. April 2020: Vortrag Prof. Dr. Rainer Pöppinghege „Westfalen in den `wilden Jahren´ 1919/20“ (fällt aus)

„Westfalen in den `wilden Jahren´ 1919/20“ . Vortrag von Prof. Dr. Rainer Pöppinghege.

  • Wann: Donnerstag, 2. April, 19 Uhr
  • Wo: Saal des Alten Rathauses, Haltern am See
Grabplatte des “Spartakistengrabes” in Haltern (Foto: WN)

Haltern vor 100 Jahren: Entlang der Ruhr und Lippe starben bei Kämpfen zwischen der „Roten Ruhrarmee“ und Reichswehrtruppen bzw. Freikorps viele, auch unbeteiligte Menschen. Ein Ehrenmal in Bossendorf (Foto hier) erinnert daran, dass in den ersten Tagen des April 1920 14 Arbeiter der Baustelle Wesel-Datteln-Kanal und der Kolonialwarenhändler Josef Meis von Reichswehr- bzw. Freikorps-Soldaten hingerichtet wurden. 34 Kämpfer der „Roten Ruhrarmee“ sind in einem Massengrab in der Haard beerdigt.

Prof. Dr. Rainer Pöppinghege, Historiker an der Universität Paderborn, stellt in seinem Vortrag dar, wie schwierig es war, die Demokratie gegen ihre Gegner zu verteidigen. Dabei wird er einen Schwerpunkt auf Haltern und Umgebung legen.

“Die blutigen Ereignisse im zeitlichen Umfeld des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920 bilden den Anlass für eine Betrachtung dieser `wilden Anfangsjahre´ der Republik. Vor 100 Jahren schlossen sich im östlichen und kurz darauf auch im rechtsrheinischen Ruhrgebiet die Gegner der antirepublikanischen Putschisten um den Verwaltungsbeamten Wolfgang Kapp und den Oberbefehlshaber der vorläufigen Reichswehr, Walther Freiherr von Lüttwitz, zusammen. In Westfalen formierte sich die „Rote Ruhrarmee“, um den Putsch zu bekämpfen und die Novemberrevolution von 1918 doch noch zu einer sozialistischen Revolution zu machen. Bewaffnete Kräfte von links und rechts trafen aufeinander. Es folgten blutige Wochen mit einer ideologisch aufgeladenen, äußerst brutalen Kampfweise. Dabei wurde Westfalen zum zentralen Schauplatz, auf dem sich das Schicksal der jungen Republik entschied.”

Der Referent hat 2019 das Buch „Republik im Bürgerkrieg. Kapp-Putsch und Gegenbewegung an Ruhr und Lippe 1919/20“ veröffentlicht. Er lehrt Neueste Geschichte an der Universität Paderborn. Weitere Informationen zur Person: www.Ihre-Geschichte.com

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Einladungs-Flyer zum Download und gerne zum Weiterverteilen: FlyerEinladungVortragPoeppinghege

Veranstalter: Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt in Kooperation mit den Freunden der Stadtbücherei Haltern am See e.V. und mit dem iWiPo-Institut NRW e.V. für Wissenschaft, politische Bildung und gesellschaftliche Praxis.

Jeden Freitag Mahnwache vor dem Waffendepot der US-Armee in Dülmen (Tower Barracks)

Die “Tower Barracks” in Dülmen sind ein Army Depot

Die US-Armee spricht von einem APS (Army Prepositoned Set). In Dülmen lagert Ausrüstung für eine schwere gepanzerte US- Brigade mit 4.000 Soldaten mit 12.000 Ausrüstungsgegenständen.  Unter anderem sind dort 250 schwere Kettenfahrzeuge gelagert. Geleitet wird das Depot von 12 US-Soldaten. Hinzu kommt ziviles Personal (planmäßig rund 170 zivile Arbeitsstellen, z.B. für Mechaniker, Elektriker, Lageristen und Staplerfahrer.(Ich stütze mich bei diesen Informationen vor allem auf einen Vortrag von Dr. Michael Stiels-Glenn, Friedensfreunde Dülmen, den er in unserem Forum am 16.2.20 gehalten hat.)

Dülmen, Tower Barracks -- 2014 -- 4291
Bild: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons / “Dülmen, Tower Barracks — 2014 — 4291” / CC BY-SA 4.0

Dülmen Drehscheibe für Militär-Großübung „Defender 2020”

Das Lager in “Dülmen wird Drehscheibe für Militär-Großübung „Defender 2020”“, so Markus Michalak in den “Westfälischen Nachrichten” (vom 09.10.2019). An dem Manöver sind insgesamt 37.000 Soldaten beteiligt. Die Vertreter der US-Armee in Dülmen sagen laut den Westfälischen Nachrichten: „Wir sind Teil der Großübung Defender 2020, mit welcher wir mit unseren Alliierten herausfinden wollen, in welcher Zeit wir große Mengen an Ausrüstung und Personal aus den USA im Falle einer Krise an die zentralen Brennpunkte in Europa bewegen können“.

Das bedeutet: Im Frühjahr und im Spätsommer 2020 wird es große Transportbewegungen über Schiene und Straße geben. Von Deutschland und damit auch von Dülmen aus werden Soldaten und Material aus den USA nach Polen, Litauen, Lettland und Estland transportiert, z.B. Kettenfahrzeuge, Artillerie und medizinische Ausrüstung. Rund 130 aus den USA eingeflogene Soldaten unterstützen die Übung in Dülmen.

Schäden an der Infrastruktur, z.B. Beschädigungen von Straßen und Brücken, sowie Verkehrsbehinderungen sind laut den Aussagen der US-Armee nicht auszuschließen. (Mehr zu Defender 2020 hier).

Wie kann man Kritik kundtun….

Die Friedensfreunde Dülmen halten jeden Freitag von 15.30 – 17.00 Uhr  eine Mahnwache vor den Tower Barracks Dülmen ab (Tuzostraße am Zubringer zur A 43 Abfahrt Dülmen-Nord).

“Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern sofort die Einreise erlauben”

“PRESSEMITTEILUNG

Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern sofort die Einreise erlauben

Die Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen fordern sofortige Hilfe für unbegleitete minderjährige Kinder und Jugendliche in griechischen Flüchtlingslagern. „Die Bilder von durchnässten, frierenden, oft kranken und unversorgten Kindern sind unerträglich – hier muss gehandelt werden“, forderte der Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Dr. Frank Johannes Hensel am Dienstag in Köln. Die Situation sei dramatisch und eine Herausforderung für alle, die sonst immer die westlichen Werte betonen.

Bildquelle: https://www.proasyl.de/thema/fluechtlinge-in-griechenland/

Kindern und Jugendlichen, die Angehörige in Deutschland haben, sollte die sofortige Einreise erlaubt werden. Auch für Kinder ohne Angehörige müsse eine Lösung gefunden werden. „Wir können und müssen die Schwächsten da rausholen“, forderte Hensel. Wenn sich die Europäer nicht einigen könnten, brauche es „zur Not eine konzertierte Aktion der Willigen“. Er bot zugleich als eigenen Beitrag an, dass die Wohlfahrtsverbände sich um Nothilfe und Betreuung der unbegleiteten Minderjährigen kümmern würden, wenn sie denn aufgenommen würden.

„Worte über die humanitäre Verantwortung ohne konkretes Handeln werden in diesem Zusammenhang sonst zum reinen Lippenbekenntnis“, sagte Hensel an die Adresse von NRW-Integrationsminister Jochen Stamp (FDP). „Wir müssen unsere Kraft für diese Kinder einsetzen“, unterstrich Hensel. Kinder seien die verletzlichste Gruppe unter den Flüchtlingen, diese zu retten, sei ein Gebot von Menschlichkeit.

Viele Städte und sogar andere Bundesländer seien ausdrücklich für die Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus dramatischer Notsituation. Selbst die EU-Kommission habe die Mitgliedsstaaten aufgefordert, auf freiwilliger Basis unbegleitete Kinder und Jugendliche aufzunehmen. Es handele sich um wenige Tausend Minderjährige. „Da darf man sich nicht hinter Paragraphen verstecken und auf andere verweisen“, so Hensel.”

Quelle: Pressemitteilung der Freien Wohlfahrtspflege NRW v. 21.1.2020

Weitere Informationen hier: https://www.proasyl.de/thema/fluechtlinge-in-griechenland/