Demnächst zum Lesen: Schwerpunktheft AMOS 2|2019 zum Thema: „Flüchtlinge weggesperrt“

Das kommende Schwerpunktheft der Zeitschrift AMOS 2|2019 widmet sich dem Thema: „Flüchtlinge weggesperrt“. Etliche Beiträge sind von Mitglieder des Forums verfasst. Vorbestellungen sind möglich, Bestellmöglichkeiten am Ende des Beitrages. Hier das Editorial und kurze Übersicht über die Beiträge des Heftes:

 Zum Schwerpunktheft im Editorial: Die Bundesrepublik Deutschland feiert am 23. Mai 2019 70 Jahre Grundgesetz ein Festtag. Und ein Trauertag, denn aktuell wird das Grundrecht auf Asyl zerstört, ein weiteres Mal seit 1993. Ein wirklicher Skandal! Vertuscht hinter dem Bildwort „Ankerzentren“ (im „Geordnete Rückführungsgesetz“ 2019). Verantwortlich ist die GroKo Berlin mit dem IM Seehofer, gegen entschiedene Proteste der Zivilgesellschaft. Es geht darum: Wer neu als Flüchtling ins Land kommt, kommt bis zu 18 Monaten (in NRW sogar bis zu 24 Monaten) ins Ankerzentrum (in NRW in die sog. ZUE = Zentrale Unterbringungseinrichtung) und wird von hier aus möglichst bald abgeschoben, nach allen Prüfungen unter einem Dach. In dieser langen Zeit bleiben Kinder ohne Schulbesuch am Ort, Erwachsene bleiben ohne Integrationskurse mit Kontakten zu Flüchtlingshelfern vor Ort. Eingang nur nach Kontrollen des security Wach- und Schließpersonals an den Eingangsschleusen. Flüchtlingsorganisationen und Mitarbeitende von Wohlfahrtsverbänden stehen ohnehin im Verdacht, Flüchtlinge fürs Hierbleiben zu beraten. Mehrere Beiträge im vorliegenden Heft beschäftigen sich mit diesen „Verwahranstalten“ oder Lagern (z.B. Kai Bammann: „Totale Institution“), mit den Lebenssituationen der dort weggesperrten Menschen; besonders anzuklagen sind die Verletzungen der Kinderrechte; dazu siehe auch die Strafanzeige gegen Dr. Seehofer wegen § 323 c StGB).

Das war einmal: „Willkommenskultur“ (seit 2014), „Wir schaffen das“ (Kanzlerin Merkel am 31.8.2015). Tatsächlich: WIR hatten es geschafft. Seit 2016/2017 hat „unser“ „Lernendes System“ einen verhältnismäßig fairen Umgang mit Flüchtlingen immer besser bewältigt, auf allen Ebenen wie Kommune, Schule, Berufsausbildung für Flüchtlinge, Bildungsträger, Jobcenter, KITAs, Wohnungsvermietungen, mit vielen gesellschaftlichen Akteuren. Ganz entscheidenden Anteil an diesen Erfolgen hatten seit 2015 die überaus engagierten Ehrenamtlichen! Und nun vollführt die Regierung in Berlin ein Rollback, OHNE NOT. Flüchtlingsunterstützer werden diffamiert, sollen sich rechtfertigen, sind plötzlich Störfaktoren einer Abschiebungsdoktrin. Manchenorts gibt es derzeit weniger Flüchtlinge als Helfer und Hilfsangebote! Profiteure dieser neuen Politik sind Wirtschaftsunternehmen mit undurchsichtigen Betreuungskonzepten, sicher finanziert durch Steuergelder, – und Bilanzen, die schwindlig machen.

Gleichzeitig wachsen geopolitisch Elend und Feuer. Exemplarisch dazu drei „Schlaglichter“ (Mittelmeer /Balkanroute/ Nordsyrien). Ganz zu schweigen von einem drohenden Welt-Krieg, ausgehend vom Nahen Osten/Golfregion.

Wachsamer ziviler Ungehorsam z.B. an den Ankerzentren ist geboten! Und ohne Frieden ist alles nichts.

Beiträge im Schwerpunktteil von AMOS 2|2019 (22 Seiten):

  • Schlaglicht 1: Sophie Scheytt (Leiterin der politischen Öffentlichkeitsarbeit von Sea-Watch in Deutschland): Die Toten auf dem Mittelmeer sind vermeidbar. Aber der politische Wille fehlt.
  • Pressemitteilung 3.4.2019: „Mittelmeer: Über 250 Organisationen fordern Angela Merkel zum Handeln auf. Offener Brief mit drei konkreten Forderungen aus der Zivilgesellschaft“.
  • Friedrich Halfmann (Bürger in Haltern): Strafanzeige gegen Herrn Dr. Horst Seehofer wegen Verdachts eines Verstoßes gegen § 323 c StGB „Unterlassene Hilfestellung, Behinderung von hilfeleistenden Personen“
  • Marion Lillig (Marion Lillig, Promotion Migrationssoziologie, Flüchtlingsbetreuung bei Caritas Haltern): Ankerzentren – ein Erfahrungsbericht
  • AMOS (kollektiver Autor): Ankerzentrum „ZUE“ in Marl. Eindrücke vom Tag der offenen Tür am 15.05.2019
  • Werner Nienhüser (Professor für Betriebswirtschaftslehre, insb. Arbeit, Personal und Organisation, an der Uni Duisburg-Essen): Wie man mit der Not von Menschen Geld verdient – Der Fall „European Homecare“
  • Gerd Specht (Mitbegründer, Geschäftsführer von RE/init e.V. Recklinghausen): Auswirkungen der Ankerzentren auf Bildungsträger
  • Kai Bammann (Dr. jur. Dr. phil. Jurist, Kriminologe, Kunsttherapeut, Uni Bremen): Ist ein Ankerzentrum eine Totale Institution?
  • Schlaglicht 2: Heike Schiebeck (Longo Maï, Europäisches Bürgerforum, „Fact Finding Mission“ März 2019 zur Balkanroute): Kroatien, Bosnien-Herzegowina. Das Ende der Menschenrechte in Europa
  • Wolf-Dieter Just (Duisburg, Prof. Dr. Sozialethik , Ehrenvorsitzender der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft  Asyl in der Kirche, seit 30 Jahren Menschenrechtsarbeit mit Flüchtlingen): Verschärfte Bedingungen beim Kirchenasyl
  • Theo Haggeney (ehrenamtlich, aktiv im Asylkreis Haltern): Gelungene Integration – aus Afghanistan angekommen in Haltern
  • David Schütz (Caritasverband Datteln und Haltern am See): Ankerzentren! Zivilgesellschaft lieber draußen bleiben! Ankerzentren gegen Zivilgesellschaft
  • Hermann Döbber (Mehrgenerationen-Großfamilie, ehemals selbständiger Kaufmann, zahlreiche Hobbies, kommunalpolitisch aktiv, Asylkreis Haltern): Gedanken zum Begriff „Ehrenamt“
  • Gerrit Warsen (pensionierter Richter mit Stationen in Bochum, Hamm, Wattenscheid, Herne und Marl, Asylkreis Haltern): In einer Welt aus den Fugen
  • Schlaglicht 3: Michael Tobias Bertram (Theologiestudent Ruhr-Uni Bochum, Beobachter kurdischer Politik in Kontexten): Zwischen den Welten – Kurdisches Nordsyrien im Niemandsland des syrischen Chaos

Außerdem im generellen Teil (6 Seiten):

  • Kolumne Hermann Schulz (Wuppertal, ehem. Leiter Peter Hammer Verlag, Autor): „Sie überrollen uns!“ Von der maritimen Seidenstraße/Chinas Politik in Afrika
  • Kolumne Wolfgang Belitz (Unna, Sozialethiker, Sozialpfarrer): „Wir leben nicht im Kapitalismus…“
  • Außenansicht „1wurf“: Einhard Schmidt-Kallert (Essen, Prof. Dr., Raumplaner, vormals Dortmund): Unverständliche Regeln
  • Menschenorte: Manfred Walz/Kai Bettermann (Bochum, Prof. Dr. Walz: Architekt u. Planer, vormals Dortmund, Titelbildner AMOS / Kai Bettermann: Schauspieler, Theaterpädagoge, Dortmund):Gruß der unsichtbar Ausgegrenzten (Theater im Knast Wuppertal, nach Lessing: Nathan der Weise).
  • Israel/Palästina: Gideon Levy (Kolumnist Haaretz, Israel) kommentiert aktuellen Bundestagsbeschluss zum Antisemitismus
  • Anzeige Peter Hammer Verlag

www.amos-zeitschrift.de

Auslieferung: ab 19.Juni 2019, spätestens am 24. Juni 2019.

Sammelbestellungen sind möglich und erwünscht:

Für Sammelbestellungen (zum Verteilen in Ihren Kreisen) ab 10 Exemplare berechnen wir pro Heft nur 2 Euro plus Versandkosten.

Wir müssen bis 6. Juni die Druckauflage festlegen, freuen uns daher über zeitnahe Reaktionen und brauchen dafür folgende Angaben:

Bestellung und Rechnung: Adresse mit Name/Institution und Anschrift. Anzahl der bestellten Hefte. Datum und Unterschrift.

Solche Bestellungen bitte senden an: Hartmut Dreier, email: dreier.marl@freenet.de, Tel. 02365 – 42076, Postanschrift: Dreier, Schumannstr. 6, 45772 Marl

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