“working class” – Autorinnenlesung und Diskussion mit Julia Friedrichs

Autorinnenlesung und Diskussion mit Julia Friedrichs
“working class – Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können”

Mittwoch, den 8. September 2021, 19 bis 21 Uhr, Könzgenhaus, Haltern am See

Anmeldung und weitere Informationen hierEinladung als PDF zum Herunterladen und Weitersenden

Teilnahmegebühr:

  • Präsenzveranstaltung: 10,– Euro (kleiner Imbiss inclusive)
  • Digital-Webinar: 5,– Euro
  • Ermäßigt: 5,– Euro

Die Buchhandlung Kortenkamp wird mit einem Büchertisch vertreten sein.

Working Class – das ist der Titel des Buches von Julia Friedrichs, das in der Öffentlichkeit starke Beachtung gefunden hat. Worum geht es indem Buch? Obwohl die Wirtschaft ein Jahrzehnt lang wuchs, ist es dennoch für viele schwieriger geworden, sich Wohlstand aus eigener Kraft zu erarbeiten. Eine Mehrheit besitzt kaum Kapital und Vermögen, Angst vor Altersarmut geht um.
Julia Friedrichs hat Menschen begleitet, die lange hofften, dass Arbeit und ein hinreichendes Einkommen sie durch das Leben tragen und sie damit auskömmlich ihre Familien ernähren können. Es geht um Menschen, die ins Büro gehen, die für uns alle öffentliche Flächen reinigen, um Menschen, die unterrichten. Alle diese Menschen müssen feststellen, dass sie Tag für Tag hart arbeiten und das Geld trotzdem nicht reicht. Das Buch erzählt ihre Geschichte.
Julia Friedrichs zeigt in dieser eindrücklichen Reportage, wie schwer es für viele geworden ist, trotz unermüdlicher und engagierter Arbeit als Krankenpflegerin, als Kassiererin oder als Musikerin auskömmlich leben zu können. Sie hat dafür mit den Betroffenen selbst, aber auch mit Experten und Politikern gesprochen.

Die Autorin ist Journalistin und Filmemacherin; zu ihren Arbeiten zählen Reportagen und Dokumentationen für die ARD, das ZDF und „Die Zeit”. Mit dem Redaktionsteam „docupy” hat sie den Film „Ungleichland” herausgebracht. Sie hat mehrere viel beachtete und hochgelobte Bücher verfasst, u.a. den Bestseller „Gestatten: Elite – Auf den Spuren der Mächtigen von morgen” [2008], Julia Friedrichs erhielt für ihre Arbeit mehrere Auszeichnungen, u.a. den Grimme-Preis 2019.

Hier einige Links zu Vorträgen von und Interviews bzw.  Gesprächen mit Julia Friedrichs über ihr Buch:

 

Kommendes Treffen des Forums – in Präsenz in den Virus-Räumen

Das nächste Treffen des Forums findet als Präsenztreffen statt.  Ort: Vitus e.V., https://vitus-haltern.de

15.08.2021 (11:00 bis 13:00 Uhr) .

Alle Mitglieder des Forums erhalten wie immer rechtzeitig eine Einladungs-Email.

Interessent*innen / Gäste sind herzlich willkommen: Bitte senden Sie eine Email an werner.nienhueser+forumdrv@gmail.com. Oder kommen Sie einfach zum Treffen hinzu.

Teilnehmen kann nach dem jetzigen Stand nur, wer von einer Corona-Infektion genesen ist oder den vollständigen Impfschutz hat oder einen aktuellen negativen Test vorweisen kann. – Mund-Nase-Schutz wollen wir weiterhin tragen. (Änderungen der Regelungen sind möglich.)

 

 

„Schlechte Arbeit fällt nicht einfach vom Himmel“

Abschluss der Kooperations-Veranstaltungsreihe „(Un-)Würdige Arbeit“[1]Der Text ist eine von W. Nienhüser leicht bearbeitete, um Literaturhinweise ergänzte Version der Pressmitteilung des Könzgenhauses. Danke an Sarah Dunkel.

Schlechte Arbeit ist politisch gewollt – das war eine der Kernerkenntnisse der Kooperationsveranstaltung von KönzgenHaus, Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt, KAB Bildungswerk Münster und KAB Bezirksverband Recklinghausen.

In den vorherigen Veranstaltungen der Reihe wurde an konkreten Fällen die Situation von Arbeitenden in der Fleischindustrie, in Pflegeberufen und bei Lieferdiensten beleuchtet. Wie ist es um die Würde der Arbeit in unserer Gesellschaft bestellt? Wie sind die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten? Welche Probleme drängen besonders?

Die Abschlussveranstaltung am 17. Juni stand unter dem Motto „Würdige Arbeit – Solidarische Gesellschaft“ nun die Analyse der menschenrechtlichen Folgen und die Voraussetzungen würdiger Arbeit im Vordergrund.

Die Experten Prof. Dr. Gerhard Bosch (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Franz Segbers (Universität Marburg) diskutierten, wie würdige Arbeit aussieht und wie wir diese politisch und gesellschaftlich erreichen können. Beide fanden deutliche Worte zur aktuellen Situation; so stellte Franz Segbers fest, dass prekäre Arbeitsbedingungen eben nicht einfach vom Himmel fallen – vielmehr sei schlechte Arbeit politisch gewollt und eine Folge des Neokapitalismus. Die Hinnahme von „Unwürdiger Arbeit“ bezeichnet er als Ausdruck der Verachtung von Menschenrechten.

Auch Gerhard Bosch prangerte an, dass sich in den vergangenen Jahren immer mehr und mehr Unternehmen still und heimlich vom deutschen Sozialmodell verabschiedet hätten: Tätigkeiten wurden und werden mehr und mehr in günstigere Subunternehmen ausgelagert, Tarifverträge und Gewerkschaften seien nicht mehr gewollt, Betriebsratsgründungen und Mitbestimmung verhindert. So bekomme mittlerweile nur noch jede*r Zweite Lohn nach Tarif; fast 50 Prozent der Beschäftigten erhalte einen Lohn, der einseitig vom Unternehmen festgesetzt wird. „Geht es so weiter, sind es in zehn Jahren nur noch ein Drittel aller Beschäftigten, die nach Tarif bezahlt werden. Wir verlieren die soziale Mitte.“ Allgemeinverbindliche Tarifverträge – das sei die Hauptaufgabe, die wir verfolgen müssten, um diesen Trend aufzuhalten: „Es ist unsere Aufgabe, ein System herzustellen, dass die würdige Arbeit sichert.“

„Arbeit muss wieder Vorrang haben vor dem Kapital!“ Diese alte Forderung der katholischen Soziallehre will Franz Segbers wieder in den Fokus rücken: „Wir hatten mal bessere Bedingungen – die sind verschlechtert worden. Jetzt müssen wir Terrain zurückgewinnen.“ In der Pflicht: Gewerkschaften und Sozialverbände, so der Konsens des Abends. Diese müssten als „Aussäer“ fungieren und eine Debatte darüber führen, wie ein gerechtes Wirtschafts- und Arbeitsmodell aussehen kann.

Der heftige Sinkflug der Gewerkschafts-Mitgliedszahlen in den vergangenen zwanzig Jahren sei immerhin gestoppt, so Diskussionsteilnehmer und Gewerkschaftler Mark Rosendahl; jetzt müsse man wieder und weiter genau da ansetzen, wo es beispielsweise „Fridays For Future“ gezeigt hätte: „Soziale Bewegung ist ein wichtiger Motor, ohne ändert sich einfach gar nichts!“

KönzgenHaus-Geschäftsführer Norbert Jansen stimmte zu: „Wir haben momentan ein Organisationsproblem – ein Imageproblem. Nicht nur die Gewerkschaften, sondern alle größeren Organisationen. Ob in den Gewerkschaften, Parteien, bei den Sozialverbänden, auch in der KAB – es sind soziologische und pädagogische Fragen, die wir jetzt in den Fokus nehmen müssen, um neue Mitglieder zu gewinnen.“ Die wichtigste Frage, die sich dann herauskristallisierte: Wie kommen die Gewerkschaft denn jetzt zu neuen Mitgliedern?

Mit der Diskussion über die Möglichkeiten von steuerrechtlichen Vorteilen oder der Herausstellung der großen Bedeutung im öffentlichen Diskurs wurden Antwortversuche gestartet, die demnächst tiefgründiger behandelt werden sollen; denn auch wenn diese Kooperations-Veranstaltungsreihe an dieser Stelle endet, steht die nächste schon in den Startlöchern, verkündeten die Moderatoren des Abends, Prof. Dr. Werner Nienhüser von der Universität Duisburg-Essen und Ortrud Harhues, Leiterin des KAB-Bildungswerkes Münster: „Schlechte Arbeit wird gemacht. Und alles, was von Menschen gemacht wird, ist auch veränderbar. Wir sind noch lange nicht fertig mit diesem Thema und dem Nachdenken darüber.“, so Harhues zum Abschluss.

Erleben Sie den Abschluss unserer Veranstaltungsreihe noch einmal mit:

Zum Nachlesen: Literaturhinweise / ausgewählte Texte der Referenten

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Der Text ist eine von W. Nienhüser leicht bearbeitete, um Literaturhinweise ergänzte Version der Pressmitteilung des Könzgenhauses. Danke an Sarah Dunkel.

Weltflüchtlingstag 2021: “Gemeinsam können wir alles erreichen!” – Bericht über die Aktionen des Asylkreises und der Seebrücke Münsterland

Am 20. Juni 2021  ist Weltflüchtlingstag. 82 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht.

Aktive Menschen in Haltern am See und im Münsterland beschränken sich mit ihren Aktionen nicht auf diesen einen Tag.  So gab es bereits am 5. Juni eine Demonstration auf dem Marktplatz und anschließend eine zweitägige Fahrrad-Sternfahrt mit einer Abschlussveranstaltung in Münster.

 

Der Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung. Das Motto: Immer nur schockiert sein – und nichts tun – ist tödlich! (mehr Informationen hier)

 

Tote beklagen – „Liste des Todes“ „Demonstration für das Leben“

Wir beklagen rund 50.000 Tote an den EU-Außengrenzen – die 40 m lange „Liste des Todes“ (“UNITED List of Refugee Deaths“)[1]Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – … Continue reading ausgerollt zwischen Kirche und Rathaus erinnerte an jede und jeden Einzelnen, die vor unseren Augen ertrunken und zu Tode gekommen sind.

Die Aktion wurde gerahmt und unterstützt durch die Musik der Gruppe “Motel” . Die Musiker:innen spielten unter anderem das bewegende Stück “Namenlose” (eine aktualisierte Fassung von Woody Guthries “Deportees“).[2]Woody Guthrie trug den Text als Gedicht vor. In dem verlinkten Stück singt u.a. Woodys Sohn Sohn Arlo. Schön ist auch auch die Version von Bob Dylan und Joan Baez.

Siehe zur Aktion mit der (“UNITED List of Refugee Deaths“) die Fotos von Tom Rath:


Fahrrad-Demonstration Seebrücke Münsterland (weitere Informationen folgen)

Fahrrad-Demonstration im Rahmen der Aktionen „Seebrücke Münsterland“

 

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – unitedagainstracism.org”. Wir haben die Erlaubnis zur Nutzung eingeholt und danken ganz herzlich für die Möglichkeit, die Liste nutzen zu dürfen. Die Organisation finanziert sich ausschließlich über Spenden: Paypal
2 Woody Guthrie trug den Text als Gedicht vor. In dem verlinkten Stück singt u.a. Woodys Sohn Sohn Arlo. Schön ist auch auch die Version von Bob Dylan und Joan Baez.

Einladung: Podiumsgespräch und Diskussion “Würdige Arbeit – Solidarische Gesellschaft” 17. 06.2021

Einladung: Onlineveranstaltung: Podiumsgespräch und Diskussion „Würdige Arbeit – Solidarische Gesellschaft“.  Donnerstag, 17. 06.2021 – 19.00 bis 21.15

Link zur Anmeldung: https://www.xn--knzgenhaus-ecb.de/bildungsangebote/bildungsprogramm/politische-bildung/#c765

Würdige Arbeit: das ist mehr als ein sicherer Arbeitsplatz mit einem festen Einkommen in ausreichender und gerechter Höhe. Das ist mehr als Arbeitsplatz der in die Altersarmut führt. Das ist mehr als ein Arbeitsplatz, an dem man vor körperlicher Beeinträchtigung geschützt ist.
Damit die Würde des Menschen in der Arbeit gewahrt bleibt, bedarf es einer sinnhaften Aufgabe, auf die man stolz sein kann und die von anderen geschätzt wird. Würdige Arbeit heißt, selbst Einfluss auf Arbeitsinhalte und -ablauf nehmen und sich in der Arbeit weiterentwickeln zu können.
Würdige Arbeit ist ein Beitrag zu einer guten, zu einer solidarischen Gesellschaft. Umgekehrt ist eine solidarische Gesellschaft notwendig für würdige Arbeit. So müssen wir gemeinsam z.B. individuelle Einkommensverluste durch Arbeitslosigkeit, durch Erkrankung oder durch Übernahme der Pflege von Angehörigen ausgleichen. Arbeit beeinflusst unser Leben. Leben ist mehr als Arbeit. Arbeit ist Teil eines gelingenden Lebens.

In den ersten drei Veranstaltungen haben wir die konkrete Situation von Arbeitenden in der Fleischindustrie, in Pflegeberufen und bei Lieferdiensten diskutiert. In der vierten, abschließenden Diskussion wollen wir über einzelne Branchen und Berufe hinausgehen und bei der Analyse die gesellschaftlichen und menschenrechtlichen Folgen und Voraussetzungen würdiger Arbeit einbeziehen.

Diskutieren werden wir an diesem Abend mit zwei Experten:
* Prof. Dr. Gerhard Bosch: Professor (em.) für Soziologe und langjähriger Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. Sein Forschungsgebiet ist die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik.
* Prof. Dr. Franz Segbers: Theologe und Sozialwissenschaftler; Professor (em.) für Sozialethik am Fachbereich Evangelische Theologie an der Philipps-Universität in Marburg. Sein zentrales Forschungsgebiet ist die christliche Sozial- und Wirtschaftsethik.

Moderation: Ortrud Harhues, Leiterin des KAB-Bildungswerkes Münster, und Prof. Dr. Werner Nienhüser, Universität Duisburg- Essen.

Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Gerne weisen wir aber auf die Möglichkeit einer Spende an den Verein Würde und Gerechtigkeit e. V. hin:
Spendenkonto: Aktion Würde und Gerechtigkeit e.V.
IBAN: DE84 4015 4476 0001 1578 17
BIC: WELADED1 LEN – Stadtsparkasse Lengerich
Verwendungszweck: „Spende” / Ihr Name und Ihre Adresse

Mehr Informationen zum Download:

Online-Veranstaltung mit Claudine Nierth (Bundesvorsitzende Mehr Demokratie e.V.) 08. Juni 2021, 19:00

Ein Bild, das Text enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Einladung zur Informations- und Diskussionsveranstaltung

mit Claudine Nierth (Bundesvorsitzende Mehr Demokratie e.V.)

„BELEBUNG FÜR DIE DEMOKRATIE – BÜRGERRÄTE IN DEN
KOMMUNEN“

am Dienstag, 08. Juni 2021 von 19:00 – 21:00 Uhr (Online)

In Kooperation zwischen der VHS, dem KönzgenHaus, Iwipo und dem Forum ist es gelungen, Claudine Nierth für eine Videobesprechung zu gewinnen.

Nähere Informationen finden Sie auf der angehängten Einladung. Wir würden uns freuen, wenn Sie teilnehmen und sich über die Möglichkeiten und Chancen eines „Bürgerrats“ zu informieren.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Sie erhalten dann den Link, mit dem Sie an der Besprechung teilnehmen können.

https://www.könzgenhaus.de/bildungsangebote/bildungsprogramm/politische-bildung/#c823

Neben Informationen über Bürgerräte von Frau Nierth wird es auch Gelegenheit geben, sich an der Diskussion durch einen begleitenden, moderierten Chat zu beteiligen. So können Sie Ihre Fragen, Anregungen und Bedenken in die Diskussion einbringen.

Geben Sie die Einladung gerne weiter.

 

https://forumdrv.de/wp-content/uploads/2019/03/Button_drv_56mm-150x150.jpg VHS | Stadt Haltern am See

5. Juni 2021: Demonstration auf dem Marktplatz: Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung – anschließend Seebrücke-Fahrraddemo

Wir laden alle interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein!

Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung

Immer nur schockiert sein – und nichts tun – ist tödlich!

5. Juni 2021, 10 – 12 Uhr, Marktplatz Haltern am See (anschließend Möglichkeit zur Fahrrademo Seebrücke Münsterland)

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Coronaregeln statt.

Es ist offenkundig, dass es bei der Behandlung der Flüchtlinge über das Mittelmeer und auf anderen Wegen zu eklatanten und anhaltenden Verletzungen der Menschenrechte kommt und Menschen dem Tod überlassen werden und hineingetrieben werden. Wir sehen zu und ertragen die eigene Ohnmacht fast nicht. Wir wollen sichtbar machen, dass wir Teil des Scheiterns der Menschenrechtspolitik sind und mitschuldig am Tod vieler Menschen.

Wir wollen sehen und hören, welche Wege es aus der Krise geben kann.

Ablauf:

Das Programm wird gerahmt und unterstützt durch Musik der Gruppe „Motel“. Zu Beginn wird Bürgermeister Andreas Stegemann die Teilnehmer begrüßen.

Tote beklagen – „Liste des Todes“ „Demonstration für das Leben“

Spielen die Bilder der Brandkatastrophe von Moria, die Feuer in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und zuletzt im Lager Ripa in Bosnien im Tagesgeschäft von Politik, Kirche und Gesellschaft noch eine Rolle?

Wir beklagen über 50.000 Tote an den EU-Außengrenzen – die 40 m lange „Liste des Todes“ (“UNITED List of Refugee Deaths“)[1]Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – … Continue reading ausgerollt zwischen Kirche und Rathaus erinnert an jede und jeden Einzelnen, die vor unseren Augen ertrunken und zu Tode gekommen sind.

Mit klagenden und anklagenden Transparenten bringen wir das Elend im Protestzug rund um die Todesliste und durch die Kirche vor die Augen der Öffentlichkeit. Vor und in der Kirche klagen wir die Untätigkeit unserer gesamten Gesellschaft an und sprechen ein Gebet.

Menschen retten – Suchen nach Lösungen:

Der Halterner Asylkreis hat die Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche sowie die zukünftigen Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD, Grüne und FDP eingeladen, ihren Beitrag zur Menschenrettung vorzutragen und als Ausdruck der Selbstverpflichtung auf einem Plakat zu verschriftlichen.

Wir wollen sichtbar machen, dass es uns nicht gleichgültig ist, was geschieht und wollen uns bereithalten, wo Möglichkeiten sich zeigen und wir helfen können.

Die Non-Profit-Organisation “UNITED for Intercultural Action” (European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees) führt die UNITED-Liste der Flüchtlings-Toten und finanziert sich nur über Spenden. Daher bitten wir um eine Spende für die Organisation:


12 Uhr Fahrrad-Demonstration Seebrücke Münsterland

Fahrrad-Demonstration im Rahmen der Aktionen „Seebrücke Münsterland“

Pfarrer Michael Ostholthoff  gibt den Startschuss zur zweitägigen Fahrradtour über Dülmen – Lüdinghausen (Samstag) und von Lüdinghausen nach Münster (Sonntag)

(Man kann selbstverständlich auch nur an einem Tag teilnehmen. Die Fahrgeschwindigkeit ist nicht auf e-Bikes ausgelegt.)

Eine Anmeldung für die Fahrrad-Demonstration hilft, die Fahrt coronakonform vorzubereiten.

Anmeldung möglichst bis 3.6. unterhttps://t1p.de/Fahrraddemo05062021

 Weitere Informationen hier

 

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – unitedagainstracism.org”. Wir haben die Erlaubnis zur Nutzung eingeholt und danken ganz herzlich für die Möglichkeit, die Liste nutzen zu dürfen. Die Organisation finanziert sich ausschliesslich über Spenden: Paypal

Kriegerdenkmal oder Kriegsmahnmal?

Bei Bildinterpretationen ist die betrachtende Person nicht passiv; sie nimmt eine Perspektive ein. Nicht ausgeschlossen ist, ein Bild gezielt aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Die historische Perspektive ist sicher eine davon. Ich will hier meinen ersten Eindruck des Denkmals wiedergeben und Fragen stellen.


Mein erster Impuls bei Ansehen des Denkmals bzw. von Bildern des Denkmals war eine Frage: Sehe ich ein Kriegerdenkmal oder ein Kriegsmahnmal? Mein Eindruck des Denkmals oder Mahnmals wird von der Darstellung zweier Soldaten dominiert. In meiner Wahrnehmung des Gesamtbildes steht die Darstellung der Kämpfer, der Täter des Krieges, eindeutig im Vordergrund.

Zwei Soldaten. Überlebensgroß. Entschlossen-kämpferische Mienen. Die Soldaten scheinen nicht nur voranzuschreiten, sondern kurz vor dem Angriff zu stehen; schließlich trägt einer der beiden die Handgranate zum Wurf bereit in der Hand. Eine positive Assoziationen weckende Darstellung heldenhafter Kämpfer, das wollten die nationalsozialistischen Schöpfer. Zumindest zu ihrer Zeit dürfte ihnen dies wohl gelungen ein.

Was tritt beim Betrachten in den Hintergrund? Die vergleichsweise kleinen Mahntafeln verändern das durch die Kämpferdarstellung dominierte Bild wenig. Meine Wahrnehmung wird vor allem durch die heroisch wirkenden Krieger geprägt, weniger durch die Tafeln und deren Texte. Geht das nur mir so? Ich glaube nicht. Und können dann noch so richtige Reden an Gedenktagen diesen Eindruck korrigieren und das Gedenken auf die Opfer der Kriege richten?

“Jedes Gedenken der Gefallenen, also Ermordeten, ohne die klare Ableugnung der Kriegsidee ist eine sittliche Schande und ein Verbrechen an der nächsten Generation” (Tucholsky 1927: 555)[1]Ignaz Wrobel (Kurt Tucholsky) 1927: Über wirkungsvollen Pazifismus. In: Die Weltbühne, 11.10.1927, Nr. 41, S. 555. (In: Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Band 5, Reinbek bei Hamburg … Continue reading.

Erneut und vielleicht immer wieder über ein solches Denkmal und seine Wirkungen zu diskutieren, ist richtig. Alles andere wäre eine Schande.

Text: Werner Nienhüser. Fotos: Hermann Döbber. Die Ansichten des Verfassers und des Fotografen geben nicht unbedingt die Meinung des gesamten Forums oder seiner Mehrheit wieder.

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Ignaz Wrobel (Kurt Tucholsky) 1927: Über wirkungsvollen Pazifismus. In: Die Weltbühne, 11.10.1927, Nr. 41, S. 555. (In: Kurt Tucholsky: Gesammelte Werke in zehn Bänden. Band 5, Reinbek bei Hamburg 1975, S. 337-343. Hier Seite 342); gemeinfrei verfügbar unter:  http://www.zeno.org/Literatur/M/Tucholsky,+Kurt/Werke/1927/%C3%9Cber+wirkungsvollen+Pazifismus.

“Grenzerfahrungen – Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet” – gute Ausstellung

Eine interessante Ausstellung.

Screenshot WN von der Webseite: https://www.grenz-erfahrungen.de/

Zitat aus der Webseite https://www.grenz-erfahrungen.de:

“GRENZERFAHRUNGENPRO ASYL, die katholische Friedensbewegung pax christi und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) beleuchten mit der Ausstellung „Grenzerfahrungen – Wie die EU gegen Schutzsuchende aufrüstet“ und den dazu  herausgegebenen Begleitmaterialien das Zusammenspiel und die Funktionsweise der aktuellen Politik der Abschottung und Aufrüstung an den EU-Außengrenzen, ihre brutalen Folgen für Schutzsuchende sowie die Profiteur*innen des Grenzgeschäfts. Täglich werden an den EU-Außengrenzen Schutzsuchende entrechtet und oft mit Gewalt daran gehindert, diese Grenzen überhaupt zu erreichen. Damit hat sich eine Politik normalisiert, die gekennzeichnet ist von der Missachtung des Völkerrechts und Verstößen gegen die Genfer Flüchtlingskonvention. Die Organisationen fordern den sofortigen Stopp dieser brutalen und illegalen Praxis an den EU-Außengrenzen und einen Paradigmenwechsel in der Asyl-, Migrations- und Außenpolitik der Europäischen Union.

Auf dieser Homepage finden Sie neben Hintergründen und Bestellmöglichkeiten der Ausstellung auch Begleitmaterialien, die heruntergeladen sowie bestellt und in verschiedenen Kontexten, ob Gemeinden, Schulen oder NGOs genutzt werden können.

Die Vernissage der Ausstellung können Sie im YouTube-Kanal des Haus am Dom anschauen.

Für Nachfragen können Sie sich gerne per Mail an uns wenden (info@grenz-erfahrungen.de).”