Aus eigener Kraft vor allem

Samim Mohammadi hat seinen Gesellenbrief“, berichtet der Stadtspiegel vom 6.7.2020 . Herr Mohammadi kam vor fünf Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Jetzt hat seine Ausbildung zum Maler und Lackierer bei der Firma Fimpeler in Haltern abgeschlossen. Wir gratulieren herzlich. Herr Mohammadi dankt bei der Überreichung des Gesellenbriefes seinem Meister, Hermann Fimpeler, den Lehrerinnen des Ausbildungszentrums und seinem Paten und Freund Theo Haggeney, (Herr Haggeney ist im Asylkreis Haltern und im Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt aktiv.).

WDRforyou, ein Online-Portal in vier Sprachen (Arabisch, Persisch, Englisch Deutsch) für Flüchtlinge in Deutschland wird demnächst über die Verleihung des Gesellenbriefes und die Dankesrede des frisch gebackenen Gesellen berichten.

“Samim Mohammadi hat den WDR eingeladen: ‘Ich möchte andere geflüchtete und junge deutsche Menschen motivieren, arbeiten zu gehen oder eine Ausbildung zu machen'” (Stadtspiegel v. 6.7.20).

“Amelia aus Albanien hat dank Christel Baumann wieder eine Chance”

Amelia aus Albanien hat dank Christel Baumann wieder eine Chance“.
Was individuelle Hilfe für Flüchtende bedeutet, zeigt eindrücklich der Bericht von Petra Herrmann in der Halterner Zeitung und in den Ruhrnachrichten (jeweils erschienen am 30.6.2020).  Amelia kam 2013 im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie aus Albanien nach Haltern. Das zweijährige Mädchen leidet unter einer schweren Behinderung. Christel Baumann , im Asylkreis (und auch im Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt) aktiv, hat Amelie und ihre Familie unterstützt. Mit Erfolg.

“Als Amelia 2015 nach Haltern kam, konnte sie ihren Kopf nicht alleine halten, nicht sitzen, weder selbstständig stehen noch laufen. Heute sieht ihr Leben ganz anders aus. ” … Mittlerweile läuft Amelia ohne fremde Hilfe, besucht die erste Klasse und verzaubert mit ihrem Lachen nach wie vor jeden, der ihr begegnet. Vieles davon verdankt sie Christel Baumann aus Haltern. … Fragt man Christel Baumann nach ihren Beweggründen für ihr Engagement, dann zückt sie ihr Handy und zeigt ein Foto und ein Video von Amelia. Ein lachendes, fröhliches Mädchen mit großen, strahlenden Augen, das selbstständig laufen kann. Christel Baumann: „Dafür lohnt sich jede Mühe!“ (Halterner Zeitung und in den Ruhrnachrichten, 30.6.2020).

Mehr dazu in der Halterner Zeitung und in den Ruhrnachrichten v. 30.6.2020).

Stadtsparkasse Haltern am See
Caritasverband Ostvest e.V.
IBAN: DE98 4265 1315 0000 0687 59
BIC: WELADED1HAT
Verwendungszweck: Amelia
(Eine Spendenquittung kann ausgestellt werden.)

Forum DRV und Asylkreis fordern dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen

Pressemitteilung – Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt

Forum DRV und Asylkreis fordern dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen

Friedliche Demonstration vor Marler Flüchtlingsunterkunft

Forum und Asylkreis aus Haltern demonstrierten mit Unterstützung des Halterner Könzgenhauses und der Marler Flüchtlingshilfe am Samstag vor der Zentralen Unterbringungseinrichtung („ZUE”) des Landes NRW am Lehmbecker Pfad in Marl.

In einem offenen Brief hatten sie sich zuvor zusammen mit der evangelischen und katholischen Kirche an den Ministerpräsidenten sowie Verantwortliche auf kommunaler, Kreis- und Landesebene gewandt. Die engagierte Zivilgesellschaft und die in der ZUE lebenden Flüchtlinge müssen sich seit Einführung des Asylstufenplans NRW einem System beugen, das Integration und Selbstbestimmung verhindert. Nun sind die Menschen in den Sammelunterkünften in der Coronakrise einem hohen Risiko ausgesetzt, obwohl Kirchen und andere Organisationen alternative Unterbringungs- und Integrationsmöglichkeiten angeboten haben.

Die Halterner Aktiven waren nicht das erste Mal in der Landesunterkunft in Marl. Bei aller Kritik, die der Asylkreis seit fast zwei Jahren an dem System der zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) vielfältg geäußert hat, unterstützt er aktiv die Marler Flüchtlingshilfe beim Aufbau eines Willkommenscafes im katholischen Pfarrheim gegenüber. Der Marler Pfarrer Innig schätzt diese Unterstützung sehr und gesellte sich gerne zu den Demonstranten.

Im Laufe des Vormittags führten die Flüchtlingshelfer viele Gespräche mit den Wachdiensten und Angestellten von European Homecare, die zusammen mit der Bezirksregierung die Unterkunft in Marl „betreuen”. Später wagten sich auch die Bewohner dazu. Sie bekamen schnell mit, dass die erfahrenen Flüchtlingshelfer ihnen wohl gesonnen sind und so erzählten sie von ihren Sorgen und Nöten. Eine vierköpfige Familie, die schon ein Jahr in der ZUE lebt, wird noch bis zu einem weiteren Jahr hinter dem Zaun der ZUE bleiben müssen. Die (volljährigen) Kinder haben keinen Zugang zum Bildungssystem oder zu Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Eine selbstbestimmte Lebensführung, wie das Kochen und Essen landestypischer Speisen, ist nicht möglich. Der Betreiber versorgt alle Bewohner aufwendig mit Fertigkost morgens, mittags und abends.

Warum müssen diese Menschen bis zu zwei Jahren abgeriegelt durch hohe Zäune, die Freundschaften und jeglicher Integration im Wege stehen, leben? Ist es nur die Angst der Behörden vor rassistischen Übergriffen? Unterstellt man der Gesellschaft in Marl denn so anders zu sein als in Haltern, wo Flüchtlinge ohne den Schutz von Scharen von Security, aber mit vielen Freundschaften zwischen Flüchtlingen und Bürgerinnen selbstbestimmt leben, essen, lernen und arbeiten können?

Das Coronavirus hat den letzten deutlichen Beweis geliefert: Das Leben in der ZUE gefährdet die Gesundheit und das Leben der Menschen. Auch in einer Halterner Flüchtlingsunterkunft gab es einen Infektionsfall, aber durch die eigenständigen Wohneinheiten entstanden keine Infektionsketten wie in Marl, wo sich direkt über 20 Flüchtlinge angesteckt haben. In Haltern hatte ein ehrenamtlicher Einkaufsdienst ohne großen Aufwand eine Woche Quarantäne aller Bewohner der über 20 Wohneinheiten überbrückt – kostenlos! In Marl braucht es ein komplettes kostspieliges Catering, das trotzdem die Bedürfnisse der Bewohner nicht wirklich befriedigen kann.

Am Zaun der ZUE enden die Selbstbestimmung der Flüchtlinge und die Integrationsmöglichkeiten der engagierten Zivilgesellschaft!

Haltern am See, den 08.06.2020

(Alle Fotos: Tom Rath)

Interessanter Artikel: “Wie die Corona-Krise Missstände an den Schlachthöfen beseitigen hilft: Die unendliche Geschichte des Schlachtbetriebes Oer-Erkenschwick”

“Wie die Corona-Krise Missstände an den Schlachthöfen beseitigen hilft: Die unendliche Geschichte des Schlachtbetriebes Oer-Erkenschwick

Starke Worte und späte Einsicht des NRW-Gesundheitsministers Laumann (CDU) zu den Missständen in den Schlachtbetrieben der Fleischindustrie: „Jahrelanges parteiübergreifendes Versagen“ hat er eingestanden und kündigt jetzt „Nulltoleranz und Austrocknen des Sumpfes“ an. Das betrifft nicht nur den Kreis Steinfurt, sondern in starkem Maße auch den Kreis Recklinghausen. Vorausgegangen waren hier Mitte Mai fast 2000 Massentests mit 40 festgestellten Corona-Fällen am Westfleisch-Schlachtbetrieb Oer-Erkenschwick (vormals Gustoland und davor Barfuß).

Wenn böse Zungen von „mafiösen Strukturen“ in der Fleischbranche sprechen, dann seien hier aus der Region nur einige „Highlights“ in Erinnerung gerufen. Mit jahrzehntelanger Unterstützung durch Politiker vor Ort und im Land wurde erst der „unternehmerische Erfolg“ beim Handel mit Billigfleisch zu Lasten des Tierwohls, des Verbraucherschutzes und des Arbeitnehmerschutzes ermöglicht, den man am liebsten für „systemrelevant“ erklären würde.

Dreiviertel der Schlachthofbeschäftigten mit prekären Werkverträgen

Von den derzeit 1850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beim „größten Arbeitgeber in der Stadt“ Oer-Erkenschwick sind heute 1350 (= 73 Prozent!) prekär beschäftigte Werkvertragsarbeiter von dubiosen Subunternehmen, überwiegend aus Rumänien, aber auch aus Ungarn und Lettland. Diese Billiglohnempfänger sind in Containern am Werksgelände oder in dicht belegten Schlichtwohnungen auch in Nachbarstädten untergebracht, für die ihnen überhöhte Miete vom spärlichen Lohn abgezogen wird. Die hygienischen Bedingungen und der Arbeitsschutz waren schon immer Streitpunkte, ebenso die unzureichenden amtlichen Kontrollen: „Die Schutzmaßnahmen enden am Werkstor“ beklagt die Gewerkschaft „Nahrung, Genuss, Gaststätten“.”

Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt fordert: „2 für Haltern“

„2 für Haltern“ – Haltern soll mindestens 2 Flüchtlingskinder aus den griechischen Lagern aufnehmen. Das fordert das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt. Die aufrüttelnde Aktion vor der Halterner Sixtuskirche bewegte auch die Bürger. (Alle Plakate der Aktion “2 für Haltern” finden Sie hier: (https://forumdrv.de/bilder/#Plakataktion_82202_fuer_Haltern8221_952020)

Das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt spricht sich dafür aus, minderjährige Flüchtlingskinder aus den griechischen Lagern auch in unserer Stadt aufzunehmen. Trotz Corona-Beschränkungen hat das Forum daher am Samstag auf den Stufen der Sixtuskirche (https://www.st-sixtus.de/) eine öffentlichkeitswirksame Aktion gestartet. Die Pfarrgemeinde St. Sixtus begrüßte die Aktion und stellte spontan den Vorplatz der Kirche zur Verfügung.

Zwei bereitgestellte Stühle symbolisierten die Aufforderung „2 für Haltern“, flankiert von Plakatständern mit eindringlichen Botschaften.

2 für Haltern (Foto: Tom Rath)

„240.000 Urlauber zurückgeholt, 80.000 Erntehelfer durften einreisen, 50 Flüchtlinge dürfen nach Deutschland. Reiches Land – armes Land“ – so war auf einem Plakatständer zu lesen.

Plakat Aktion “2 für Haltern” (Foto: W. Nienhüser)

„Eigentlich hatten wir bereits am 21. März eine großangelegte Unterschriftenaktion dazu in der Fußgängerzone geplant, die aber den Corona-Beschränkungen zum Opfer fiel“, erläuterten David Schütz, Prof. Werner Nienhüser, Herbert Bludau-Hoffmann und Hermann Döbber vom Vorbereitungskreis des Forums.

Eher Symbolpolitik?

Vor der Corona-Krise hatten sich 10 europäische Länder bereiterklärt, rund 1.600 unbegleitete Minderjährige aus den unzumutbaren Lagern der griechischen Inseln aufzunehmen, davon etwa 350 in Deutschland. Unter anderem wegen der Corona-Krise hatte sich die Hilfsaktion verzögert und am 19. April zunächst zur Aufnahme von lediglich 42 Kindern und 5 Jugendlichen geführt. „Zwar hat sich der Bundesinnenminister zur Aufnahme weiterer Flüchtlingskinder bereiterklärt, aber keinen Termin genannt“, bemängeln die Forumsvertreter: „Solange bleibt es bei dieser nur symbolischen und damit beschämenden halbherzigen Aktion, während die Kinder in den überfüllten Lagern weiter leiden.“

„Nicht nur Lippenbekenntnisse“

Die Forumsvertreter verweisen auf die seit 30 Jahren gültige UN-Kinderrechtskonvention (https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention), die eine Verbesserung der Lebensbedingungen von geflüchteten Kindern fordert. Nachdem sich auf Antrag des Forums und der Halterner Kirchengemeinden die Stadt Haltern am 10. Oktober 2019 per einstimmigem Ratsbeschluss zum „sicheren Hafen“ im Rahmen der „Seebrücke“ erklärt hatte (https://forumdrv.de/2019/10/17/einstimmiger-beschluss-des-stadtrates-haltern-am-see-wird-sicherer-hafen), erinnerte das Forum am 26. Februar diesen Jahres in einem Aufruf den Bürgermeister daran, „dass es sich nicht nur um ein Lippenbekenntnis der Stadt handeln dürfe, sondern die Stadt einen Beitrag leisten müsse, die schutzbedürftigen Flüchtlingskinder aus ihren menschenunwürdigen Lebensumständen herauszuholen und hier zu betreuen.“

Deshalb hieß es auf einem der Plakatständer auf der Aktion am 9. Mai: „In 13.000 Kommunen in Deutschland ist Platz für mehr als 50 Flüchtlingskinder“.

Aktion “2 für Haltern” (Foto: WN)

Auf einem weiteren Plakatständer wurde der jüngst verstorbene CDU-Sozialpolitiker Norbert Blüm zitiert, der 2018 nach einem Besuch der griechischen Lager urteilte: „Wenn 500 Mio. Europäer keinen 5 Mio. verzweifelten Flüchtlinge oder mehr aufnehmen können, dann sollten wir den Laden Europa wegen moralischer Insolvenz schließen“ (https://www.sueddeutsche.de/politik/gastbeitrag-von-norbert-bluem-wo-c-bist-du-geblieben-1.4051237).

Aktion “2 für Haltern”, Zitat Norbert Blüm (Foto: WN)

Tausende müssten aus dem Lager Moria wegen der Missstände schnellstens evakuiert werden, fordert auch Pro Asyl (https://www.proasyl.de/). Menschenrechtsanwälte sprechen sogar von einem „Verbrechen gegen die Menschheit“ (https://ffm-online.org/klage-massensterben-mittelmeer-eu-verbrechen-gegen-die-menschheit/, siehe dort auch den Link auf die 244 Seiten umfassende Klageschrift).

Aus humanitären Gründen solle des halb wenigstens zwei Flüchtlingskindern eine neue Heimat in Haltern gegeben werden, so ist die Erwartung der Forumsmitglieder. Und sie erhielten am Samstag viel Zustimmung und Unterstützung von den bewegten Haltener Bürgerinnen und Bürgern in der Innenstadt.

Alle Plakate der Aktion

Alle Plakate der Aktion “2 für Haltern” finden Sie hier:  https://forumdrv.de/bilder/#Plakataktion_82202_fuer_Haltern8221_952020

Weitere Berichte und Hintergrundinformationen

Absage Fachtagung „Menschenrechtskonforme Flüchtlingsarbeit“ des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt

Die für den 6. Mai geplante Veranstaltung „Menschenrechtskonforme Flüchtlingsarbeit“, die das Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt im Könzgen-Haus durchführen wollte, muss auf einen noch unbekannten Termin verschoben werden.

“Aufgrund der Corona-Krise muss die gemeinsame Fachtagung der katholischen, evangelischen und neuapostolischen Kirchengemeinden, dem Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt und dem KönzgenHaus leider abgesagt werden. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema der Zentralen Unterbringungseinrichtungen ist aber dennoch so wichtig wie nie zuvor – gerade auch in der aktuellen Krise.

Aufgeschoben – nicht aufgehoben

Deshalb fällt die Fachtagung nicht ersatzlos aus. Alle Beteiligten halten nach wie vor an der Durchführung fest, nur eben zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Rahmenbedingungen dafür wieder stimmen. In der für Mai geplanten Veranstaltung wollten sich Experten und Expertinnen der Flüchtlingsarbeit, Vertreter der Bezirksregierung Münster, des zuständigen NRW-Ministeriums und Vertreter der Zivilgesellschaft über die aktuelle Flüchtlingsarbeit austauschen.

Neue Rahmenbedingungen – fehlende Integration

Seit Ende 2018 werden Asylsuchende in NRW nicht mehr in Kommunen untergebracht, sondern in derzeit 33 Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE). Hier leben bis zu 1.000 Personen pro Einrichtung. Für die dort untergebrachten Menschen gehen die neuen Regelungen mit Zutrittsverboten, Arbeitsverbot und fehlender Beschulung der Kinder einher. Bis dahin gab es ein großes, integrationsförderndes, ehrenamtliches Engagement der Zivilgesellschaft; die Versorgung, Unterbringung und soziale Einbindung der Flüchtlinge funktionierte. All dies wurde durch die neue Form der Unterbringung und restriktive Zugangsbeschränkungen in den ZUEs zum Erliegen gebracht.

Verschärfung der Problematik durch Covid-19

Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Flüchtlingsorganisationen hatten bereits vor der Verabschiedung der neuen gesetzlichen Regelungen in sehr kritischen Statements die Nachteile von Sammelunterkünften mit mehreren hundert Personen auf engstem Raum, Gemeinschaftsessen und wenig Bewegungsfreiheit angemahnt. Die Gewerkschaft der Polizei hatte davor gewarnt, dass Langeweile und Kasernierung von bis zu 24 Monaten in den Einrichtungen zu Konflikten führen könnte. Mit der Corona-Krise ist nun eine weitere Eskalationsstufe erreicht: Wie wollen die Behörden die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes im Falle des Covid-19-Virus in einer ZUE durchsetzen? Wie sollen hier die geforderten Kontaktverbote eingehalten werden?

Nicht nur angesichts der aktuellen Sachlage halten alle Beteiligten es für dringend erforderlich, das Thema der Zentralen Unterbringungseinrichtungen kritisch auf den Prüfstand zu stellen. Daher halten wir an der Durchführung der geplanten Fachtagung fest – sobald wieder möglich. Den neuen Termin geben wir frühzeitig bekannt.”

(Quelle: Webseite des Könzgen-Hauses)

Haltern am See: Corona besiegen “With A little Help From My Friends”

Hilfen nicht nur für Menschen in Quarantäne

„Einkaufshilfen, Liefer-Dienste, Beratungsangebote – die Solidarität in Haltern in Zeiten des Coronavirus ist grenzenlos. Wer zu Hause bleiben muss, kann vielfältige Hilfe bekommen. … Zahlreiche Verbände, Initiativen und Privatleute bieten ihre Dienste an. Und immer noch stoßen neue hinzu.“ („Eine breite Palette von Hilfsangeboten in Haltern“; Ingrid Wielens in der „Halterner Zeitung“ v, 25.3.2020).

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wall_hawkweed_flower_and_fruit.jpg

Ich habe die Informationen aus dem Artikel und einige weitere hier zusammengestellt.

  • https://haltern-liefert.de: “Übersicht über alle Geschäfte und Gastronomien in Haltern am See, die einen Lieferservice anbieten” (so die Webseite)
  • “Liefer-Agenten”. Lieferdienst für Gastronomie und Privatleute. Auftraggeber und Helfer können sich unter Tel. 0152/ 58 40 64 02 oder per Mail bei liefer-agenten@gmail.com melden.
  • “Nachbarschaftliche Hilfe”: Notfall-Einkaufsdienst für Halterner Bürger in Quarantäne und individuellen Notsituationen. Das Netzwerk ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter Tel. 02364/92 36 26 7 erreichbar, es vermittelt bei Bedarf auch umfangreiche soziale Beratung.
  • https://www.anpacken-halternamsee.de: Nachbarschaftshilfe in Haltern für Corona-Risikogruppen: Einkaufsdienste, digitale Nachhilfe, Kinderbetreuung (Tel. 01522/ 70 90 198 oder Email an info@anpacken-halternamsee.de).
  • Notfalleinkaufsdienst der Gruppe “Anti Rost” (https://www.st-sixtus.de/pfarrei-und-gemeinden/vereine-verbaende-und-gruppen/anti-rost/).  Anfragen unter 02364/923 62 67 oder 01523 180 74 72. Wer mitarbeiten will: d.schuetz@caritas-ostvest.de oder info@st-sixtus.de
  • https://www.die-einkaufshelfer.de (bundesweit, auch für Haltern): Die „Einkaufshelden” unterstützen Personen der Risikogruppen bei alltäglichen Erledigungen etc. Die Helfer sind junge und gesunde Menschen, die nicht den Risikogruppen zuzuordnen sind.
  •  Facebook-Gruppe “Nachbarschaftshilfe Haltern am See”: https://www.facebook.com/groups/haltern, auch die Gruppe “Wir sind Lippramsdorf” .
  • Onlineberatung des Caritas-Zentrums Haltern: www.caritas-dattelnhaltern.de
  • Corona-Behandlungszentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL): www.kvwl.de/coronavirus
  • Nachhilfebörse: https://www.halternerzeitung.de/haltern/coronavirus-petra-herrmann-startet-eine-neue-nachhilfeboerse-1510724.html

Was der Mensch sonst unbedingt braucht: Bücher und Musik

Zum Lesen

  • Buchhandlung Kortenkamp (https://www.kortenkamp.de) bringt bestellte Bücher bis vor die Haustür. Besser als Amazon und Co.
  • Ebooks kostenlos ausleihen: “Onleihe Vest – die digitale Bibliothek des schönsten Kreises der Welt! – Ab sofort könnt ihr bis zum 01.05. einen kostenlosen Zugang bekommen. Sendet uns einfach per Mail an stadtbuecherei@haltern.de folgende Daten: Name, Vorname / Adresse / Geburtsdatum. Ihr bekommt dann die Zugangsdaten per Mail zugeschickt.” (https://www.facebook.com/Stadtbuecherei.Haltern)

Zum Hören

  • Livekonzert “Klangpoesie”. Berufsmusiker aus Haltern geben drei mal in der Woche ein Livekonzert aus ihrem Wohnzimmer. www.twitch.tv/klangpoesie

Generell sollte frau und man alle nicht dringenden Einkäufe bis nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen aufschieben – und dann im Einzelhandel vor Ort nachholen.

Siehe auch: Nähcafé des Asylkreises näht Behelf-Mund-Nasen-Schutz für die Pflege in Haltern am See

Wenn Sie weitere Informationen haben, die hier auf die Seite aufgenommen werden sollten, senden Sie eine Email an werner.nienhueser+forumdrv@gmail.com.

Friedens-Konzert am Ostersamstag ab 20:30 Uhr, Livestream mit Konstantin Wecker & Friends (BR.de)

Friedens-Konzert am Ostersamstag ab 20:30 Uhr Livestream mit Konstantin Wecker & Friends

Konstantin Wecker, Fany Kammerlander und Johannes Barnikel treten live auf der BR KulturBühne auf. Dabei spielt Wecker erstmals die neue Version seines legendären Songs “Willy”.

In harten Zeiten hat Konstantin Wecker immer seinen alten Freund “Willy” um Rat gefragt: Bei seinem Friedens-Konzert am Ostersamstag wird der Musiker eine aktuelle Version seines legendären Liedes “Willy” von 1977 erstmals live vorstellen.

Konstantin Wecker (Bildquelle: Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Konstantin_Wecker_(ZMF_2017)_jm43188_(cropped).jpg)

Konstantin Wecker wird darin seinem alten Freund vom globalen Ausnahmezustand in Zeiten von Covid-19 erzählen; und vom Grauen heutiger Kriege und den Profiten der Rüstungskonzerne und Waffenhändler, aber auch von seinen Träumen und Hoffnungen auf seiner Suche nach einer besseren und herrschaftsfreien Welt:

“Ich will in keiner Gesellschaft leben, in der all jene am miesesten entlohnt werden, die die wirklich wichtige Arbeit verrichten: KrankenpflegerInnen, HospizarbeiterInnen, MüllarbeiterInnen und ach so viele mehr. Und vielleicht verstehen jetzt viele Menschen in dieser Krise, dass die Güter und Ressourcen dieser Welt allen gehören sollen: Bildung, Gesundheit, Wohnung, sauberes Wasser, Essen.”

Neben seinem neuen “Willy/2020” wird Konstantin Wecker unter anderem bekannte Lieder wie den “Waffenhändlertango”, “Wenn der Sommer nicht mehr weit ist”, “Bella Ciao”, “Fangt mi  wirklich koana auf” oder “SoScheeSchoA” spielen und singen.

Das vorherige Konzert “Poesie in stürmischen Zeiten” vom 22. März 2020 ist hier kostenlos abrufbar.

Kooperationspartner: BR KulturBühne und Münchenstift.

(Quelle: https://www.br.de/kultur/konstantin-wecker-livestream-100.html)

 

Attac-Aktionen zum Weltgesundheitstag (7. April)

Wichtig für unser Forum sind die Themen, mit denen sich Attac befasst.1

Lasst uns was dagegen tun. Gesundheit ist keine Ware!

Attac hat den Hashtag (#) #waswirklichwichtigist etabliert und einige Informationen zur Corona-Pandemie zusammengestellt: https://attac.de/corona

Quelle des Bildes: https://www.attac.de/corona

“.. auch in diesen Zeiten sind wir aktiv. Unser Hauptinteresse gilt dem europäischen Gesundheitssystem, das seit Jahrzehnten marktorientiert kaputtgespart wird – mit all den katastrophalen Folgen, die wir jetzt erleben; in Südeuropa schlimmer als bei uns: Zu wenig Reserven, zu wenig Personal, zu wenig Zeit für Patient*innen. Nutznießer dieses effizient auf Kante genähten Systems sind renditeorientierte Konzerne und ihre reichen Inhaber*innen.
Lasst uns was dagegen tun. Gesundheit ist keine Ware!
#waswirklichwichtigist – https://attac.de/corona
(Text aus dem Email-Newsletter von Attac Köln)

Attac plant folgende Aktionen:

1) Film: „Der marktgerechte Patient“ – Samstag bis Mittwoch online
2) 7.4.: Aktion „Weiße Laken“ – #healthforall
3) 7.4.: Onlineveranstaltung: – Gesundheit ist keine Ware und ein Krankenhaus keine Fabrik

1) Film: „Der marktgerechte Patient“ – Samstag bis Mittwoch online2
Wir spendieren Euch zum Weltgesundheitstag den Film „Der marktgerechte Patient“ (http://der-marktgerechte-patient.org). Fünf Tage lang ist er online und Ihr könnt Ihn kostenlos anschauen:
* Gucken auf https://attac-koeln.de
* Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/2746452458809907/
* passender Attac-Basistext: https://shop.attac.de/basistext-43-gesundheit-ist-k-eine-ware

2) 7.4.: Aktion „Weiße Laken“ – #healthforall
Zum 7. April organisiert das Europäische Netzwerk gegen die Kommerzialisierung des Gesundheits- und Sozialschutzes eine “Weißes-Tuch”-Aktion unter dem Motto: “Verbreitung von Solidarität, nicht dem Virus”. Nehmt Euch ein weißes Tuch (altes Laken), schreibt was drauf (z.B. #healthforall, Gesundheit ist keine Ware, Krankenhaus statt Fabrik etc.) und hängt es an einer öffentlich einsehbaren Stelle auf.
Dann macht Ihr ein Foto davon und verbreitet es – idealerweise über die sozialen Netzwerke unter dem Hashtag #waswirklichwichtigist.
* Facebook-Event: https://web.facebook.com/events/549550719025438/

3) 7.4.: Online: – Gesundheit ist keine Ware & ein Krankenhaus keine Fabrik
Am Dienstagabend veranstalten wir eine Online-Diskussion mit Dagmar Paternoga und Arndt Dohmen (Attac-AG „Genug für Alle“). Zur Einstimmung
empfehlen wir den Film „Der marktgerechte Patient“, sowie den unten verlinkten Beitrag aus dem Freitag.
* Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/734790397346092/
* Wann: 7. April – 19:30 Uhr
* Wie: Nehmt per Computer, Tablet oder Smartphone teil. Folgt diesem Link: https://global.gotomeeting.com/join/835581037. – Solltet Ihr die
GoToMeeting-App installiert haben, müsst Ihr einfach nur die Ziffern 835-581-037 eingeben, wenn Ihr dazu aufgefordert werdet.
* Beitrag Freitag: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/rekommunalisiert-die-kliniken

Attac Köln erreicht Ihr unter koeln@attac.de / https://attac-koeln.de /
https://web.facebook.com/Attac.Koeln/


1. Die Motivation, dass ich (Werner Nienhüser) den o.a. Beitrag hier einstelle, hat natürlich auch mit meiner Funktion als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates von Attac zu tun.

2. Den Film habe ich bereits gesehen. Da ich die Erstellung des Films mit einem kleinen finanziellen Beitrag unterstützt habe, habe ich den Film auf DVD bekommen, mit dem Recht, ihn öffentlich aufzuführen (was ja nun leider nicht geht). Ich habe den Film derzeit verliehen, kann ihn sehr empfehlen und gerne weiter verleihen. Falls jemand Interesse hat: Email an werner.nienhueser+forumdrv@gmail.com.

Wilhelm Neurohr: “Nach der Corona-Krise: „Weiter so“ – oder Paradigmenwechsel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?”

Forumsmitglied Wilhelm Neurohr hat auf seinem Blog einen lesenswerten Beitrag zur Corona-Krise verfasst. Ich gebe hier die Einführung wieder, den vollständigen Beitrag finden Sie über die Links an Ende dieser Seite.

“Nach der Corona-Krise: „Weiter so“ – oder Paradigmenwechsel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft? – Wie die Krise uns und unser Zusammenleben radikal und dauerhaft verändern wird

Die Corona-Krise hält derzeit die Welt in Atem – oder nimmt ihr den Atem.
Begreifen wir die Pandemie als einen Weckruf für grundlegendes Umdenken und notwendige Verhaltensänderungen nach überstandener Krise? Selten passte der Weisheitsspruch von der „Krise als Chance“ treffender als bei der globalen Corona-Krise.
Es wird danach nichts mehr so sein wie vorher. Deshalb ist das politische und wirtschaftliche Bestreben, danach alsbald wieder zum vorherigen „normalen“ Zustand möglichst unverändert zurückzukehren, zum Scheitern verurteilt.

Vorbeugung gegen Coronavirus COVID-19 Poster
Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vorbeugung_gegen_Coronavirus_COVID-19_Poster.svg

Der Zukunftsgewinn wird trotz aller Einbußen ein ganz anderer sein als in den bisherigen Denkkategorien und Handlungsstrategien. Wenn nicht jetzt, wann dann sollen die sozialen und ökologischen Herausforderungen der Menschheit eine neue Richtung bekommen, die sie eigentlich schon lange vorher gebraucht hätten? Doch ohne inneren Wandel des Einzelnen gibt es keine äußeren Veränderungen und keine Entwicklung der Gesellschaft.

Darüber nachzusinnen, haben wir dank dem Virus hinreichend Zeit und Gelegenheit während der weltweit verordneten Quarantäne. Durch die erheblich eingeschränkten Sozialkontakte, die man nicht gleichwertig digitalisieren kann, wurden wir auf uns selbst zurückgeworfen und zugleich zum Blick auf die Weltgemeinschaft veranlasst.

„Wenn man bedenkt, dass sich die Persönlichkeit des Menschen durch soziale Interaktion entwickelt, dann müssen wir uns fragen, was die zunehmende Isolation in jedem Einzelnen bewirkt. Auf der Suche nach dem eigenen Lebenssinn erkennen wir, dass wir uns vor allem durch soziale Interaktion des Beitrags bewusst werden, den wir für die Gemeinschaft leisten können, indem wir Verständnis für die Bedürfnisse anderer entwickeln. Ein Leben in Isolation läuft daher fast immer Gefahr, seinen Sinn zu verlieren.“ (Dr. Ha Vinh Tho;
in „Der Glücksstandard“ 2019, zur praktischen Umsetzung des Bruttonationalglücks in Buthan).”

Den gesamten Beitrag können Sie hier lesen: http://www.wilhelm-neurohr.de/aktuelles/24-maerz-2020/

Die PDF-Datei zum Download finden Sie hier: Nach der Corona-Krise – Weiter so oder Paradigmenwechsel.