Halterner Vitus-Verein schickt erneut Hilfspakete in die Ukraine

 

Haltern, den 30.01.2023. Krieg, harter Winter und zerstörte Infrastruktur: Den Menschen in der Ukraine fehlen Lebensmittel, Medikamente, Hygieneartikel und warme Decken. Der Vitus-Verein Haltern am See schickt mit Hilfe von Spenden erneut Hilfspakete, die Deutsche Post DHL ermöglicht einen kostenlosen Versand.

Nach bald einem Jahr Krieg in der Ukraine haben die russischen Angreifer große Teile der Infrastruktur zerstört und treffen gezielt auch die Zivilbevölkerung. Strom- und Wasserversorgung sind in vielen Orten gestört. Wer nicht heizen und sich nicht ausreichend ernähren kann, dem droht der Tod. Im ukrainischen Winter sind Minustemperaturen von 15 Grad minus normal.

Um den Menschen in der Ukraine zu helfen, übernimmt der Halterner Vitus-Verein e.V. erneut die Kosten für den Inhalt von diesmal 19 Paketen mit jeweils bis zu 20 kg Gewicht. Die Deutsche Post DHL trägt die Versandkosten. Theo Haggeney , Hermann Döbber, Werner Nienhüser und Herbert Bludau-Hoffmann (auf dem Foto v.l.n.r.) packen Pakete mit Lebensmitteln wie Tütensuppen, Nudeln oder Konserveneintöpfen, mit Verbandsmaterial und Hygieneprodukten wie Zahnpasta und Windeln.

Hilfspakete für die Ukraine

“Wir danken den Halterner Bürgerinnen und Bürgern für die Spenden für die Ukraine und der DHL für die Übernahme der Versandkosten “, sagt Theo Haggeney, Schatzmeister des Vitus-Vereins. “Wir haben bei dieser und der letzten Aktion insgesamt 56 Pakete versenden können, allein diesmal im Wert von knapp 3000 Euro. Sachspenden kommen hinzu, etwa von der Bärenapotheke, aber auch von anderen hilfsbereiten Menschen wie einer alten Dame, die uns Verbandsmaterial and anderes Nützliches überlassen hat. All das hilft, die Situation in der Ukraine ein bisschen weniger schlimm zu machen. Wir hoffen natürlich auf weitere Spenden, denn der Krieg dauert an“, ergänzt Vereinsvorstand Hermann Döbber. Wer selbst ein Paket senden will, bekommt auf der Webseite: https://www.dhl.de/de/privatkunden/information/hilfe-ukraine.html die nötigen Informationen, auch den erforderlichen speziellen Paketaufkleber kann dort herunterladen.

Der Vitus-Verein hofft, dass weitere Spenden künftige Paketaktionen möglich machen. Spenden sind willkommen mit dem Betreff “Spende Ukraine-Hilfe”: Stadtsparkasse Haltern am See, IBAN DE14426513150001005933.

 

4./5.3.2023: Gottesdienste St.-Sixtus-Kirche: Amnesty International stellt Arbeit für Menschenrechte vor

In der Messe der St.-Sixtus-Kirche in Haltern werden am 4. und 5.3., jeweils um 17 Uhr, werden Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) aus Recklinghausen und Dorsten die Arbeit von Amnesty vorstellen. Die Messe wird von Pfarrer Michael Ostholthoff geleitet.

Mit dabei sein werden auch die Menschen, die demnächst in Haltern eine Ortsgruppe von Amnesty gründen wollen. Weitere Interessierte sind herzlich eingeladen.  

 

23.2.2023: Amnesty International – Gründung einer Ortsgruppe in Haltern steht an

Im Vitus-Haus trafen sich am 27.1.2023 16 Menschen, die an der Gründung einer Ortsgruppe von Amnesty International (AI) interessiert sind. Dorothea Lüke, Christa Bijmholt und Dörthe Rengeling-Eschweiler stellten die Arbeit von AI in den Gruppen Recklinghausen und Dorsten vor.

Insgesamt war das Interesse an der Gründung einer Ortsgruppe in Haltern groß. Ein Organisationsteam, das weitere Treffen zur Gruppengründung vorbereitet, hat sich bereits gegründet.

Das nächste Treffen zur Vorbereitung findet statt im Vitus-Haus, Donnerstag, den 23.2., 19 Uhr.

Interessierte sind herzlich willkommen!

 

Klimaneutrale Wirtschaft geht nur ohne Wachstum

Vortragsabend mit Ulrike Herrmann

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Vortragssaal KönzgenHaus

Über 200 Interessierte konnten die Kooperationspartner vom Halterner Forum, der KAB und des DGB als Veranstalter im KönzgenHaus begrüßen zum Vortrag der prominenten Bestseller-Autorin Ulrike Herrmann. Mit ihrer Aussage „Klimaschutz gelingt nur, wenn wir uns vom Wachstumsdenken durch grünes Schrumpfen verabschieden“ sorgte sie für lebhafte Diskussionen.
Damit widersprach die taz-Wirtschaftsredakteurin dem Bundeskanzler, der in einem taz-Interview das Gegenteil behauptete: „Wir werden die Klimaziele nicht mit Verzicht erreichen“. Damit tue Deutschland so, als könne es drei Planeten verbrauchen, hielt Ulrike Herrmann dem entgegen: “Wenn wir überleben wollen, müssen Produktion und Konsum schrumpfen. Grünes Wachstum ist illusorisch“. Und Klimaschutz könne nur gelingen, „wenn die Reichen nicht geschont werden, die pro Kopf 20-mal so viel CO² verbrauchen wie die Armen.“ Doch die Energiewende mit klimaneutral hergestelltem Strom durch Windkraft und Solar stehe erst ganz am Anfang und die Elektroautos lösen nicht das Problem, belegte sie anhand von Zahlen, Daten und Fakten.

Halbierung der Wirtschaftsleistung als Ziel

Ulrike Herrmann

Mit ihrem Buchtitel „Das Ende des Kapitalismus“ wolle sie nicht als Gegnerin des Kapitalismus missverstanden werden, der uns Wohlstand und hohe Lebenserwartungen ermöglichte, betonte die Autorin. Aber eine endliche Welt könne nicht immer weiter wachsen, sondern erfordere eine Kreislaufwirtschaft. Mit einer notwendigen Halbierung der Wirtschaftsleistung und damit auch des Einkommens würde Deutschland lediglich auf den Stand von 1978 zurückfallen „in einen immer noch auskömmlichen Reichtum“, beruhigte Ulrike Herrmann die Zuhörenden.

Dies erfordere keine „Ökodiktatur“, sondern „eine demokratisch gesteuerte staatliche Rationierung, wie es derzeit schon in vielen Regionen wegen der Trinkwasserknappheit praktiziert werde und wie es in England bei Kriegsende und danach problemlos praktiziert wurde“. Fortfallende Arbeitsplätze würden bei der Transformation durch neue Arbeitsplätze kompensiert in der alternativen Energiewirtschaft, im Ökolandbau, beim Aufforsten der Wälder, beim Umwelt- und Klimaschutz usw.

Kontroverse Debatte

Moderator Prof. Nienhüser, Ulrike Herrmann und Norbert Jansen, Leiter des KönzgenHauses

An der sich anschließenden lebhaften Diskussion und Fragerunde unter der Moderation von Prof. Werner Nienhüser beteiligten sich zahlreiche Anwesende und online-Teilnehmer aus dem Chat. Ulrike Hermann hatte sichtlich Spaß an der kontroversen Debatte und bereits eingangs betont: „ich habe viele Terminanfragen abgesagt, aber nach Haltern komme ich immer wieder gerne.“ Deshalb nahm sie sich auch Zeit für das Signieren ihrer Bücher mit einer langen Schlange am Büchertisch. Die Anwesenden standen noch lange bei anregenden Gesprächen zusammen.

Weitere Informationen

“Unterstützen Sie „Fridays for Future“, die Klimaschutzbewegung der Schüler*innen!
Bisher liegt der jährliche CO2-Ausstoß pro Kopf in Deutschland bei über elf Tonnen. Ein klimaverträglicher Lebensstil muss mit gut einer Tonne auskommen. Bei wie vielen Tonnen liegen Sie? Errechnen Sie jetzt Ihre CO2-Bilanz und erstellen Sie Ihren eigenen Plan, um Ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren!
Fragen Sie sich, was Sie wirklich zum Leben brauchen und informieren Sie sich über Suffizienz! In unserer Broschüre finden Sie spannende Anregungen für ein gutes, nachhaltiges Leben.
Sind Sie schon zu einem nachhaltigen Stromversorger und einer nachhaltigen Bank gewechselt? Auch kleine Beiträge wirken schon!” Quelle: BUND, 25.1.2023)

Fotos: privat; Text: Wilhelm Neurohr / Werner Nienhüser

 

Marler Resolution: Abschaffung des bisherigen ZUE-Systems als „Langzeitunterbringung“ in NRW

Marler Resolution

Wir – die „Marler Flüchtlingsinitiative“ und der „Asylkreis Haltern am See“  zusammen mit Politiker*innen der Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalebene – fordern die sofortige Abschaffung des bisherigen ZUE-Systems als „Langzeitunterbringung“ in NRW während des Asylverfahrens. Die gesamte Verweildauer in solchen Einrichtungen muss auf 3 Monate
beschränkt werden.

Begründung: Die mit der ZUE verbundenen Ziele wie z.B. eine Beschleunigung des Asylverfahrens und eine Verbesserung der Aufenthaltsbedingungen werden laut Evaluation des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nicht erreicht.

Das ZUE-System führt zur Isolation, zur Ausgrenzung und zu einer deutlichen Einschränkung der Grund- und Menschenrechte der geflüchteten Menschen.
(aus: www.proasyl.de, vom 29.7.2021, Titel: AnkER-Zentren: Drei Jahre Isolation und Ausgrenzung von Asylsuchenden)

Unsere Forderungen im Einzelnen:

  • Die Landesregierung fordern wir auf, alle bestehenden ZUEn frühestmöglich
    ausschließlich als Landesnotunterkünfte zu betreiben.
  • Diese Unterkünfte sollen wie die aktuellen „ZUEn für ukrainische Geflüchtete“ im Sinne einer „Puffereinrichtung“ betrieben werden und die gesamte
    Aufenthaltsdauer in solchen Einrichtungen – analog zu den positiven Erfahrungen bei den ukrainischen geflüchteten Menschen – auf den Richtwert von maximal 3 Monaten beschränkt werden.
  • Überschreitungen der gesamten Höchstaufenthaltsdauer (maximal 3 Monate) in den zentralen Unterbringungseinrichtungen müssen pro Einzelfall begründet werden.
  • Eine kommunale dezentrale Unterbringung ist zeitgleich mit der Zuweisung zu einer „Landesnotunterkunft“ vorzubereiten.

Für eine Übergangszeit, spätestens bis Ende August 2023, fordern wir zeitnah, folgende humanitären Verbesserungen für die bis dahin verbliebenen ZUEn:

  • ein niederschwellig und unbürokratisch geregelter Zugang von Ehrenamtlichen und externen Berater:innen in die ZUEn
  • abschließbare Zimmer in allen ZUEn, um ein Mindestmaß an Privatsphäre zu
    gewährleisten
  • qualifizierte gesundheitliche, psychologische und rechtliche Beratung der
    geflüchteten Menschen
  • qualifizierte sozialpädagogische Betreuung der Kinder und Jugendlichen im Hinblick auf Integration und Bildungschancen
  • angepasste differenzierte Sprachkurse für die Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • adäquate Betreuung der Kinder
  • verbindliche Bereitstellung von Asylverfahrensberatung und Beschwerdemanagement

Mit der Marler Resolution laden wir alle Flüchtlingsinitiativen und alle Parteien, aber auch andere Gruppen und Einzelpersonen in NRW ein, sich dieser Resolution mit ihrer Unterschrift anzuschließen. Als Bündnis „Marler Resolution“ werden wir die Resolution mit den Unterschriften an die Landesregierung NRW übergeben.

Wir fordern hiermit alle engagierten Bürger:innen, alle gesellschaftlichen Gruppierungen und Initiativen, alle Parteien und Verbände, alle religiösen Gemeinschaften auf, diese Resolution mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Eine PDF-Version dieser Resolution mit einer Liste zur Sammlung von Unterschriften in Ihrer Gruppe, Nachbarschaften, in Ihrer Partei, bei Ihren Freund:innen etc. kann man hier herunterladen: https://www.t1p.de/MarlerResolution

Siehe zu weiteren Informationen auch die Beiträge auf dieser Webseite.

26.1.2023: Gründung einer neuen Ortsgruppe von Amnesty International in Haltern am See geplant

Haltern, den 11.1.2023. Amnesty International setzt sich in 150 Ländern der Welt aktiv für Menschenrechte ein. In Haltern ist die Gründung einer Ortsgruppe geplant. Das Initiativtreffen findet am 26.1.2023 um 19 Uhr im Vitus-Haus statt.

In den 1970er Jahren gab es in Haltern eine Ortsgruppe von Amnesty International (AI). Das Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt organisiert nun ein Initiativtreffen im Vitus-Haus zur Wiedergründung einer Ortsgruppe. Die Initiative in Haltern gestartet haben Dorothea Lüke von AI Recklinghausen, Hermann Döbber, Vorstand des Vitus-Vereins, und Werner Nienhüser, Vertreter der Sprechergruppe des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt. “Wir wollen in den Räumen des Vitus-Hauses Menschen zusammenbringen, die sich für Menschenrechte zu engagieren. Amnesty ist eine gute Plattform für dieses Engagement”, sagt Hermann Döbber. Das Engagement sei dringend nötig, ergänzt Werner Nienhüser: Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebe in autoritären Regimen. Tagtäglich werden Menschenrechte verletzt. “Wer sich für Demokratie, Meinungs- und Religionsfreiheit, für die Gleichheit vor dem Gesetz und andere grundlegende Rechte einsetzt, riskiert Gefängnis, Folter und Tod. Bereits die Kritik an der Regierung kann Gesundheit und Leben kosten. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen.” Gefährdet seien zum Beispiel Journalist:innen, Umweltaktivisten, Frauenrechtlerinnen und Gewerkschaftler.

Amnesty International kämpft seit mehr als 60 Jahren mit vielen Aktionen für die Menschenrechte. Die Organisation macht Menschenrechtsverletzungen öffentlich und setzt sich unter anderem mit Brief- bzw. Email-Aktionen für die Freilassung der Verfolgten ein. So gelingt es in vielen Fällen, Gefängnis und Folter zu verhindern und für faire Gerichtsprozesse zu sorgen. Amnesty International ist politisch und religiös unabhängig. Die Organisation finanziert sich allein über Spenden und Mitgliedsbeiträge. “Wir gehen fest davon aus, dass es uns gelingt, in Haltern wieder eine Ortsgruppe zu gründen. Schließlich haben wir hier so viele Menschen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen, wie in kaum einer anderen Stadt in unserer Region”, sagt Dorothea Lüke von Amnesty Recklinghausen. Zusagen zur Teilnahme an dem Initiativtreffen gibt es bereits. Mitglieder des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt, des Leo-Clubs (die Jugendorganisation der Lions) und des Vitus-Vereins haben ihr Kommen zugesagt, auch früher bei Amnesty Aktive wollen dabei sein.

Das Treffen findet statt am 26.1.2023, 19 Uhr, in den Räumen des Vitus-Hauses, Lippstraße 7-9. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Mehr Informationen über Amnesty International: www.amnesty.de

17.01.2023: Vortrag von Ulrike Herrmann “Das Ende des Kapitalismus”

Vortrag von Ulrike Herrmann: “Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden”

  • Wann: 17.01.2023, 19 bis 21 Uhr
  • Wo: Könzgen-Haus Haltern am See (zur Anmeldung)

Die Menschheit ruiniert den gesamten Planeten, und besonders bedrohlich ist die Klimakrise. Politik und Wirtschaft hoffen daher auf „grünes Wachstum“. Doch das ist eine Illusion. Der Ökostrom aus Solarpaneelen und Windrädern wird nicht reichen, um permanentes Wachstum zu befeuern. Die Wirtschaft muss schrumpfen. Dies wäre jedoch das Ende des Kapitalismus, weil er nur stabil ist, solange es Wachstum gibt.
Die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann beschreibt, wie die Zukunft aus ihrer Sicht aussieht – ohne Wachstum, ohne Gewinne, ohne Autos, ohne Flugzeuge, ohne Banken, ohne Versicherungen und fast ohne Fleisch.

Ulrike Herrmann ist Wirtschaftsredakteurin bei der „tageszeitung“ (taz). Sie ist ausgebildete Bankkauffrau und hat Geschichte und Philosophie an der FU Berlin studiert. Sie ist regelmäßiger Gast im Radio und im Fernsehen. Von ihr stammen mehrere Bestseller. Ihr neuestes Buch ist: „Das Ende des Kapitalismus. Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden“ (KiWi 2022).

Moderation: Prof. Dr. Werner Nienhüser, Universität Duisburg-Essen / Institut für Arbeit und Qualifikation

Veranstalter:innen

Teilnehmer:innen-Beitrag: 10 € (Präsenz inkl. Imbiss / Digital)
Mitglieder der KAB und von DGB-Gewerkschaften zahlen nur 5 €.

Hier geht’s zur Anmeldung.

Flyer (PDF) zur Veranstaltung, gerne zum Weiterleiten!

Aktion des Vitus: 1,5 Tonnen “Orangen ohne Sklaverei und ohne Gift”

Der Verein Vitus (Verein zur Integration, Teilhabe und Solidarität) hat eine Aktion organisiert, bei der 1,5 Tonnen Bio-Apfelsinen aus Kalabrien verkauft wurden. Apfelsinen nicht nur biologisch angebaut, sondern auch mit guten Löhnen für die Arbeiter:innen. (Die Aktion ist Teil der Kampagne “Süß statt bitter” des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantworung der Evangelischen Kirche von Westfalen.)

Die Halterner Kirchengemeinden unterstützten die Aktion. 20 Kisten spendete Vitus an die Halterner Tafel, 10 Kisten an geflüchtete Menschen. Die Aktion soll wiederholt werden (siehe dazu auch den Artikel in der Halterner Zeitung v. 3.12.2022).

Hintergrund

Wer “normale” Apfelsinen aus Italien kauft, muss damit rechnen, dass diese alles andere als “bio” und in aller Regel mit Ausbeutung von Migrant:innen verbunden sind. In Kalabrien kontrolliert die Mafia das Orangengeschäft, von der Produktion über den Einsatz von Migranten in sklavenartigen Arbeitsverhältnissen bis hin zum Verkauf. “Das System hat in Italien längst einen eigenen Namen: Agromafia”, schreibt “Die Welt” (Das dreckige Geschäft mit Mafia-Orangen, 03.04.2018). Deutsche Handelsketten sind wohl auch beteiligt (siehe dazu auch den Beitrag in “Die Welt”).

“Die Abnehmer der Früchte sind multinationale Konzerne und Handelsketten. Sie diktieren den Bauern die Preise, die nicht einmal die Produktionskosten decken. So bezahlen große Handelsketten nur 12 Cent/kg Orangen. Die Produktionskosten liegen bei mindestens 20 Cent/kg. Deshalb haben die Bauern nur zwei Möglichkeiten: entweder die Früchte auf den Plantagen verfaulen zu lassen oder die Tagelöhner auszubeuten. Überall in Südeuropa schuften Migranten für Hungerlöhne auf Obst- und Gemüseplantagen. Die moderne Sklaverei ist eine Folge des globalen Wettbewerbs.” (https://eine-welt-gruppen.de/orangen-aktion/).

In Rosarno, einer Kleinstadt in Kalabrien, helfen von November bis April rund 2.500 Wanderarbeiter, überwiegend afrikanische Geflüchtete, bei der Orangenernte. Der Lohn liegt bei 25 Euro pro Tag, die Arbeiter leben unter menschenunwürdigen Bedingungen in Zelten.

Wanderarbeiter:innen in Kalabrien, Quelle: https://eine-welt-gruppen.de/orangen-aktion/ © FCEI\Valerio Muscella
“Der Verein „SOS Rosarno” setzt dem etwas entgegen. Er beschäftigt die Migranten mit regulären Arbeitsverträgen und zahlt ihnen Tariflöhne sowie Sozialbeiträge. Der Verein vertreibt Orangen nur von Öko-Betrieben und organisiert den Verkauf an Bioläden und Gruppen solidarischen Konsums.” (https://eine-welt-gruppen.de/orangen-aktion/)

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