Attac-Aktionen zum Weltgesundheitstag (7. April)

Wichtig für unser Forum sind die Themen, mit denen sich Attac befasst.1

Lasst uns was dagegen tun. Gesundheit ist keine Ware!

Attac hat den Hashtag (#) #waswirklichwichtigist etabliert und einige Informationen zur Corona-Pandemie zusammengestellt: https://attac.de/corona

Quelle des Bildes: https://www.attac.de/corona
“.. auch in diesen Zeiten sind wir aktiv. Unser Hauptinteresse gilt dem europäischen Gesundheitssystem, das seit Jahrzehnten marktorientiert kaputtgespart wird – mit all den katastrophalen Folgen, die wir jetzt erleben; in Südeuropa schlimmer als bei uns: Zu wenig Reserven, zu wenig Personal, zu wenig Zeit für Patient*innen. Nutznießer dieses effizient auf Kante genähten Systems sind renditeorientierte Konzerne und ihre reichen Inhaber*innen.
Lasst uns was dagegen tun. Gesundheit ist keine Ware!
#waswirklichwichtigist – https://attac.de/corona
(Text aus dem Email-Newsletter von Attac Köln)

Attac plant folgende Aktionen:

1) Film: „Der marktgerechte Patient“ – Samstag bis Mittwoch online
2) 7.4.: Aktion „Weiße Laken“ – #healthforall
3) 7.4.: Onlineveranstaltung: – Gesundheit ist keine Ware und ein Krankenhaus keine Fabrik

1) Film: „Der marktgerechte Patient“ – Samstag bis Mittwoch online2
Wir spendieren Euch zum Weltgesundheitstag den Film „Der marktgerechte Patient“ (http://der-marktgerechte-patient.org). Fünf Tage lang ist er online und Ihr könnt Ihn kostenlos anschauen:
* Gucken auf https://attac-koeln.de
* Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/2746452458809907/
* passender Attac-Basistext: https://shop.attac.de/basistext-43-gesundheit-ist-k-eine-ware

2) 7.4.: Aktion „Weiße Laken“ – #healthforall
Zum 7. April organisiert das Europäische Netzwerk gegen die Kommerzialisierung des Gesundheits- und Sozialschutzes eine “Weißes-Tuch”-Aktion unter dem Motto: “Verbreitung von Solidarität, nicht dem Virus”. Nehmt Euch ein weißes Tuch (altes Laken), schreibt was drauf (z.B. #healthforall, Gesundheit ist keine Ware, Krankenhaus statt Fabrik etc.) und hängt es an einer öffentlich einsehbaren Stelle auf.
Dann macht Ihr ein Foto davon und verbreitet es – idealerweise über die sozialen Netzwerke unter dem Hashtag #waswirklichwichtigist.
* Facebook-Event: https://web.facebook.com/events/549550719025438/

3) 7.4.: Online: – Gesundheit ist keine Ware & ein Krankenhaus keine Fabrik
Am Dienstagabend veranstalten wir eine Online-Diskussion mit Dagmar Paternoga und Arndt Dohmen (Attac-AG „Genug für Alle“). Zur Einstimmung
empfehlen wir den Film „Der marktgerechte Patient“, sowie den unten verlinkten Beitrag aus dem Freitag.
* Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/734790397346092/
* Wann: 7. April – 19:30 Uhr
* Wie: Nehmt per Computer, Tablet oder Smartphone teil. Folgt diesem Link: https://global.gotomeeting.com/join/835581037. – Solltet Ihr die
GoToMeeting-App installiert haben, müsst Ihr einfach nur die Ziffern 835-581-037 eingeben, wenn Ihr dazu aufgefordert werdet.
* Beitrag Freitag: https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/rekommunalisiert-die-kliniken

Attac Köln erreicht Ihr unter koeln@attac.de / https://attac-koeln.de /
https://web.facebook.com/Attac.Koeln/


1. Die Motivation, dass ich (Werner Nienhüser) den o.a. Beitrag hier einstelle, hat natürlich auch mit meiner Funktion als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates von Attac zu tun.

2. Den Film habe ich bereits gesehen. Da ich die Erstellung des Films mit einem kleinen finanziellen Beitrag unterstützt habe, habe ich den Film auf DVD bekommen, mit dem Recht, ihn öffentlich aufzuführen (was ja nun leider nicht geht). Ich habe den Film derzeit verliehen, kann ihn sehr empfehlen und gerne weiter verleihen. Falls jemand Interesse hat: Email an werner.nienhueser+forumdrv@gmail.com.

Wilhelm Neurohr: “Nach der Corona-Krise: „Weiter so“ – oder Paradigmenwechsel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?”

Forumsmitglied Wilhelm Neurohr hat auf seinem Blog einen lesenswerten Beitrag zur Corona-Krise verfasst. Ich gebe hier die Einführung wieder, den vollständigen Beitrag finden Sie über die Links an Ende dieser Seite.

“Nach der Corona-Krise: „Weiter so“ – oder Paradigmenwechsel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft? – Wie die Krise uns und unser Zusammenleben radikal und dauerhaft verändern wird

Die Corona-Krise hält derzeit die Welt in Atem – oder nimmt ihr den Atem.
Begreifen wir die Pandemie als einen Weckruf für grundlegendes Umdenken und notwendige Verhaltensänderungen nach überstandener Krise? Selten passte der Weisheitsspruch von der „Krise als Chance“ treffender als bei der globalen Corona-Krise.
Es wird danach nichts mehr so sein wie vorher. Deshalb ist das politische und wirtschaftliche Bestreben, danach alsbald wieder zum vorherigen „normalen“ Zustand möglichst unverändert zurückzukehren, zum Scheitern verurteilt.

Vorbeugung gegen Coronavirus COVID-19 Poster
Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vorbeugung_gegen_Coronavirus_COVID-19_Poster.svg

Der Zukunftsgewinn wird trotz aller Einbußen ein ganz anderer sein als in den bisherigen Denkkategorien und Handlungsstrategien. Wenn nicht jetzt, wann dann sollen die sozialen und ökologischen Herausforderungen der Menschheit eine neue Richtung bekommen, die sie eigentlich schon lange vorher gebraucht hätten? Doch ohne inneren Wandel des Einzelnen gibt es keine äußeren Veränderungen und keine Entwicklung der Gesellschaft.

Darüber nachzusinnen, haben wir dank dem Virus hinreichend Zeit und Gelegenheit während der weltweit verordneten Quarantäne. Durch die erheblich eingeschränkten Sozialkontakte, die man nicht gleichwertig digitalisieren kann, wurden wir auf uns selbst zurückgeworfen und zugleich zum Blick auf die Weltgemeinschaft veranlasst.

„Wenn man bedenkt, dass sich die Persönlichkeit des Menschen durch soziale Interaktion entwickelt, dann müssen wir uns fragen, was die zunehmende Isolation in jedem Einzelnen bewirkt. Auf der Suche nach dem eigenen Lebenssinn erkennen wir, dass wir uns vor allem durch soziale Interaktion des Beitrags bewusst werden, den wir für die Gemeinschaft leisten können, indem wir Verständnis für die Bedürfnisse anderer entwickeln. Ein Leben in Isolation läuft daher fast immer Gefahr, seinen Sinn zu verlieren.“ (Dr. Ha Vinh Tho;
in „Der Glücksstandard“ 2019, zur praktischen Umsetzung des Bruttonationalglücks in Buthan).”

Den gesamten Beitrag können Sie hier lesen: http://www.wilhelm-neurohr.de/aktuelles/24-maerz-2020/

Die PDF-Datei zum Download finden Sie hier: Nach der Corona-Krise – Weiter so oder Paradigmenwechsel.

 

Nähcafé des Asylkreises näht Behelf-Mund-Nasen-Schutz für die Pflege in Haltern am See

Das Nähcafé des Asylkreises näht Behelf-Mund-Nasen-Schutz für die Pflege in Haltern am See

Anfang der Woche hat das Nähcafe eine Nähanleitung der Stadt Essen (https://www.essen.de/gesundheit/coronavirus_6.de.html) erhalten, die über die WTG-Behörde (ehemals Heimaufsicht) auch allen Pflegediensten und Altenwohnhäusern im Kreis Recklinghausen zugegangen ist. Kurz entschlossen haben sich die Ehrenamtlichen und Flüchtlinge im Nähcafe entschieden, die Pflegenden und Helferinnen in Haltern am See mit selbst genähten Schutzmasken zu unterstützen. Pflegedienste und Altenwohnhäuser freuen sich über die Initiative, denn sie  warten zur Zeit dringend auf Schutzmasken und weitere Ausrüstung.

AlexChirkin / CC0 / https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_surgical_mask_(2017).jpg

Jetzt möchte der Asylkreis alle Menschen, die sich der Initiative anschließen möchten und sich das handwerklich zutrauen, zur Nachahmung einladen. Die detaillierte Anleitung mit anschaulichen Fotos kann über die homepage der Stadt Essen runtergeladen oder auch über das Nähcafe per Mail (s.u.)
bezogen werden. Darüber hinaus gibt es noch andere Modelle und Anleitungen im Netz.

Benötigt wird eine Stofftuch aus Atmung durchlässigem kochfesten Baumwollstoff, kochfeste Stoffstreifen oder Gummibänder sowie ein dünner, biegsamer Draht.

Zur Zeit schneiden die Teilnehmer des Nähcafes Stofftücher in geeigneter Größe zu und stellen diese zusammen mit den Stoffstreifen bei Bedarf auch anderen Helfer*innen zur Verfügung.

Wer die selbst genähten Masken über das Nähcafé an die Pflegedienste und Altenwohnhäuser weitergeben möchte, kann diese zum Caritas Centrum Haltern am See, Sixtusstr. 39, bringen.

Weitere Informationen, sowie Anfragen zu Stoffzuschnitten oder Materialspenden bitte über die Ehrenamtskoordinatoren des Caritas Centrum Haltern am See, Anna Haverkamp (017651553706)
und David Schütz (d.schuetz@caritas-ostvest.de).

Siehe auch auf dieser Webseite: Haltern am See: Corona besiegen “With A little Help From My Friends”.

 

Haltern am See: Corona besiegen “With A little Help From My Friends”

Hilfen für Menschen in Quarantäne

„Einkaufshilfen, Liefer-Dienste, Beratungsangebote – die Solidarität in Haltern in Zeiten des Coronavirus ist grenzenlos. Wer zu Hause bleiben muss, kann vielfältige Hilfe bekommen. … Zahlreiche Verbände, Initiativen und Privatleute bieten ihre Dienste an. Und immer noch stoßen neue hinzu.“ („Eine breite Palette von Hilfsangeboten in Haltern“; Ingrid Wielens in der „Halterner Zeitung“ v, 25.3.2020).
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wall_hawkweed_flower_and_fruit.jpg

Ich habe die Informationen aus dem Artikel und einige weitere hier zusammengestellt.

  • https://haltern-liefert.de: “Übersicht über alle Geschäfte und Gastronomien in Haltern am See, die einen Lieferservice anbieten” (so die Webseite)
  • “Liefer-Agenten”. Lieferdienst für Gastronomie und Privatleute. Auftraggeber und Helfer können sich unter Tel. 0152/ 58 40 64 02 oder per Mail bei liefer-agenten@gmail.com melden.
  • “Nachbarschaftliche Hilfe”: Notfall-Einkaufsdienst für Halterner Bürger in Quarantäne und individuellen Notsituationen. Das Netzwerk ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr unter Tel. 02364/92 36 26 7 erreichbar, es vermittelt bei Bedarf auch umfangreiche soziale Beratung.
  • https://www.anpacken-halternamsee.de: Nachbarschaftshilfe in Haltern für Corona-Risikogruppen: Einkaufsdienste, digitale Nachhilfe, Kinderbetreuung (Tel. 01522/ 70 90 198 oder Email an info@anpacken-halternamsee.de).
  • Notfalleinkaufsdienst der Gruppe “Anti Rost” (https://www.st-sixtus.de/pfarrei-und-gemeinden/vereine-verbaende-und-gruppen/anti-rost/).  Anfragen unter 02364/923 62 67 oder 01523 180 74 72. Wer mitarbeiten will: d.schuetz@caritas-ostvest.de oder info@st-sixtus.de
  • https://www.die-einkaufshelfer.de (bundesweit, auch für Haltern): Die „Einkaufshelden” unterstützen Personen der Risikogruppen bei alltäglichen Erledigungen etc. Die Helfer sind junge und gesunde Menschen, die nicht den Risikogruppen zuzuordnen sind.
  •  Facebook-Gruppe “Nachbarschaftshilfe Haltern am See”: https://www.facebook.com/groups/haltern, auch die Gruppe “Wir sind Lippramsdorf” .

Was der Mensch sonst unbedingt braucht: Bücher und Musik

Zum Lesen

  • Buchhandlung Kortenkamp (https://www.kortenkamp.de) bringt bestellte Bücher bis vor die Haustür. Besser als Amazon und Co.
  • Ebooks kostenlos ausleihen: “Onleihe Vest – die digitale Bibliothek des schönsten Kreises der Welt! – Ab sofort könnt ihr bis zum 01.05. einen kostenlosen Zugang bekommen. Sendet uns einfach per Mail an stadtbuecherei@haltern.de folgende Daten: Name, Vorname / Adresse / Geburtsdatum. Ihr bekommt dann die Zugangsdaten per Mail zugeschickt.” (https://www.facebook.com/Stadtbuecherei.Haltern)

Zum Hören

  • Livekonzert “Klangpoesie”. Berufsmusiker aus Haltern geben drei mal in der Woche ein Livekonzert aus ihrem Wohnzimmer. www.twitch.tv/klangpoesie

Generell sollte frau und man alle nicht dringenden Einkäufe bis nach der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen aufschieben – und dann im Einzelhandel vor Ort nachholen.

Siehe auch: Nähcafé des Asylkreises näht Behelf-Mund-Nasen-Schutz für die Pflege in Haltern am See

Wenn Sie weitere Informationen haben, die hier auf die Seite aufgenommen werden sollten, senden Sie eine Email an werner.nienhueser+forumdrv@gmail.com.

Pressemitteilung ForumDRV: „Minderjährige Flüchtlingskinder sollen nicht unter der Corona-Krise leiden“  

Pressemitteilung

Halterner Bevölkerung wird trotz verhinderter Unterschriftenaktion um Unterstützung gebeten: „Minderjährige Flüchtlingskinder sollen nicht unter der Corona-Krise leiden“

HALTERN. Eigentlich sollten heute Vormittag in der Fußgängerzone Unterschriften für ein dringendes humanitäres Anliegen gesammelt werden: Für die sofortige Aufnahme von minderjährigen Flüchtlingskindern aus den griechischen Elendslagern auch in Haltern. Doch die Corona-Krise lässt die geplante Straßen-Aktion nicht zu, die mit vielfältiger Unterstützung auch von den im Rat vertretenen Parteien und vielen anderen erfolgen sollte. „Doch die minderjährigen Flüchtlingskinder sollen nicht unter der Corona-Krise leiden“, meinen die Initiatoren.

Das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt sowie der Asylkreis hatten dazu bereits im Februar einen Aufruf an den Rat der Stadt und den Bürgermeister sowie an die heimischen Landes-und Bundespolitiker gerichtet (die Halterner Zeitung berichtete). Dieser Aufruf richtet sich auch an die Bevölkerung zur Unterstützung des Anliegens, die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingskinder hier aufzunehmen und die griechischen Elendslager sofort zu evakuieren. „Allein auf 5 griechischen Inseln sind 42.500 Migranten in erbärmlichen Zuständen in unmenschlichen Lagern eingepfercht, deren Kapazität auf nur 6000 Personen angelegt ist“, entrüsten sich die Halterner Forumsmitglieder.

„Aus der Sicht des Kinderschutzes sei jeder Tag für die Kinder und Jugendlichen in den griechischen Lagern ein Tag zu viel und ein Verstoß gegen die seit 30 Jahren gültige Kinderrechtskonvention“, kritisiert das Halterner Forum: „Laut Ärzte ohne Grenzen leiden mehr als 140 Kinder unter chronischen, komplexen oder lebensbedrohlichen Krankheiten, die im Lager Moria ohne notwendige medizinische Versorgung leben. Sie kämpfen mit Krankheiten wie Diabetes, Asthma oder Epilepsie. Neben physischen Leiden kommen auch noch psychische hinzu. Die meisten Kinder sind durch die Erlebnisse und Lebensbedingungen traumatisiert. Es ist ein Zustand der Hoffnungslosigkeit“. Aktuell hinzu gekommen seien 2 Corona-Fälle im überfüllten Lager mit drohender Ausbreitung (s.a. hier: https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/lesbos-samos-corona).

„Symbolische Geste beschämend“

„Die von der Regierungskoalition angekündigte Aufnahme von gerade einmal rund 400 Kindern in Deutschland reicht nicht annähernd aus, sondern ist im Ergebnis beschämend“ empört sich David Schütz vom Halterner Forum. „Die drohende Corona-Gefahr und der fürchterliche Großbrand im überfüllten Lager Moria auf Lesbos, bei dem bei dem vorige Tage eine sechsjähriges Kind ums Leben kam, müssen so schnell wie möglich geschlossen werden, kein Mensch darf so leben müssen“, fordert der Asylkreis. Für den halbherzigen Beschluss der Regierungskoalition habe man deshalb kein Verständnis und verweist auf die weitergehenden Anträge der Oppositionsparteien Bündnis90/Die Grünen und Die Linke.

Laut UNICEF sei es nur eine symbolische Geste, wenn von den 5.500 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingskindern in Griechenland, darunter 10% unter 14 Jahren, nur 1.000 bis 1.500 Kinder nach Europa geholt und auf 7 aufnahmewillige Länder verteilt werden sollen, wie es die Bundesregierung zugesteht.

 MdB Michael Groß für Aufnahme von mehr Kindern

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michal Groß setzt sich entgegen der Linie seiner Partei dafür ein, „darüber hinaus mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, in Deutschland mehr Sicherheit und Versorgung zu erfahren“, wie er in einem aktuellen Rundschreiben mitteilt. „In Deutschland gibt es über 2000 Städte und fast 9000 Gemeinden, so dass statt 400 Kinder alle 5.500 Flüchtlingskinder aus Griechenland in Deutschland aufgenommen werden könnten, wenn jede zweite Kommune umgerechnet nur ein Flüchtlingskind aufnehmen würde“, rechnen die Forumsvertreter vor.

Darüber hinaus fordern sie, „die Menschen im Niemandsland der türkisch-griechischen Grenze schnellstens in Sicherheit zu bringen. Griechenland muss seinen systematischen Rechtsbruch und die Gewalt beenden. Die Bundesregierung und die EU dürfen den Menschenrechts-und Zivilisationsbruch in Europa nicht dulden“, so verlangt das Haltgerner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt in seiner Pressemitteilung. Hierzu erhofft man sich die breite Unterstützung und Zustimmung der gesamten Halterner Bevölkerung.

Viele Personen und Gruppierungen hatten deshalb schon im Vorfeld ihre Teilnahme an der wegen Corona abgesagten Unterschriftenaktion bekundet, neben dem Asylkreis und dem Halterner Forum auch die Caritas, die Kirchengemeinden, der Chor „together“, die Freunde der Stadtbücherei, das IWiPo-Institut für politische Bildung, Ratsvertreter verschiedener Fraktionen, Parteimitglieder der Grünen und viele mehr, ein breiter Querschnitt der Bevölkerung und der politisch und zivilgesellschaftlich Engagierten in unserer Stadt.

Siehe auch: https://www.lokalkompass.de/haltern/c-ratgeber/minderjaehrige-fluechtlingskinder-sollen-nicht-unter-der-corona-krise-leiden_a1329462

21. März: Unterschriftenaktion für die Aufnahme von Flüchtlingskindern aus griechischen Lagern (fällt aus!)

Flüchtlingskinder vegetieren in überfüllten griechischen Lagern: Aufruf zum humanitären Handeln – jetzt!

Unterschriftenaktion des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt und des Asylkreises Haltern am See auf dem Marktplatz
am 21. März

Aufruf zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlingskinder ohne Familienangehörige aus Griechenland 

Bitte um Mitwirkung und politischen Appell an die Bundes- und Landesregierung – Brief an den Bürgermeister der Stadt Haltern

4.400 minderjährige Kinder ohne Familienangehörige leben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks in den mit 40.000 Asylsuchenden völlig überfüllten griechischen Flüchtlingslagern auf Lesbos, Samos und Kos. Sie vegetieren dort unter schlimmsten menschenunwürdigen und unhygienischen Verhältnissen in Not und Elend, in Dreck und Grauen.

Screenshot des Artikels von Theodora Mavropoulos in der TAZ v. 28.2.20: “Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Die verlorenen Kinder”

Dieser unzumutbare Zustand widerspricht einer menschenrechtskonformen humanen Flüchtlingspolitik und ist moralisch und ethisch verwerflich. Die Kinder sind besonders schutzbedürftig und teilweise traumatisiert. Sie bedürfen der menschlichen Fürsorge. Unsere Menschlichkeit ist daran zu messen, wie wir mit den Flüchtlingen umgehen.

Der Bundesinnenminister wartet jedoch auf eine europäische Lösung und weigert sich, die betroffenen Kinder und Jugendlichen nach Deutschland zu holen. Er lehnt nationale Alleingänge ab und sieht „keine unmittelbare Lebensgefahr”, obwohl die Bundesregierung selber die Lage der Flüchtlingskinder als prekär und nicht tragbar bezeichnet.

  • Immer mehr Kommunen, die sich im Netzwerk „Sichere Häfen” zusammengeschlossen haben, sind bereit, minderjährige Flüchtlinge, die aus Seenot gerettet wurden, sofort aufzunehmen. 28 Kommunen in NRW und fast 130 in Deutschland wollen dies unverzüglich umsetzen und dem Schicksal der Flüchtlinge nicht gleichgültig oder abwartend gegenüberstehen.
  • Auch der Rat der Stadt Haltern am See hat im Oktober 2019 einstimmig beschlossen, sich an dem kommunalen Bündnis „Sichere Häfen” zu beteiligen und von Seenot betroffene Geflüchtete aufzunehmen.

Damit dieser Beschluss nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, fordern wir die Ratsmitglieder und Parteien auf, sich an der Unterschriftenaktion des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt und des Asylkreises Haltern am See auf dem Marktplatz am 21. März aktiv zu beteiligen. Mit ihrer politischen Unterstützung sollen Bund und Land mit Nachdruck dazu aufgefordert werden, unverzüglich die Bedingungen dafür zu schaffen, dass besonders schutzbedürftige Kinder hier bei uns schnellstens aufgenommen werden können.
Aus humanitären Gründen ist es jetzt geboten, dem unbeschreiblichen Elend der geflüchteten Kinder ein Ende zu setzen.

Den Aufruf – gerne zum Weiterleiten – finden Sie hier: Aufruf (Aufnahme Flüchtlingskinder Griechenland), den Brief an den Bürgermeister der Stadt Haltern hier: Brief an BM zu griechischen Flüchtlingskindern.

Weitere Informationen zur Situation Griechenland hier:

Menschen singen gemeinsam – so kann man die Isolation besser ertragen

Mal etwas Wärmendes in Zeiten der Pandemie. Zumindest gemeinsames Singen als Bewältigungsstrategie können wir von den Menschen in Italien lernen. (Auf den Blog muss ich wohl neue Kategorien anlegen: #coronavirus, #covid_19, aber eben auch: #Solidarität.)