6.10.2019, Haltern am See: Vortrag von Ruby Hartbrich: „Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer“

Das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt (www.forumdrv.de) lädt ein zu folgender Veranstaltung:

„Seenotrettung von Flüchtenden im Mittelmeer“

Vortrag (mit Film und anschließender Diskussion) von
Ruby Hartbrich, Ärztin und Sea-Watch-Aktivistin

  • Wann: Sonntag, 06.10.2019, 11:00 bis 13 Uhr
  • Wo: Haltern am See, Saal des Alten Rathauses
The Sea-Watch 3 patrolling the Central Mediterranean Search and Rescue Zone; International Waters off Libya; 19/12/2018, photo taken by Chris Grodotzki / Sea-Watch.org

Ruby Hartbrich wird von ihren Einsätzen auf Rettungsschiffen der Organisation “Sea-Watch” im Mittelmeer berichten. Die Marburger Ärztin stellt die Hintergründe der Fluchtbewegung dar und zeigt aktuelles Filmmaterial.
Mittlerweile acht Mal half Ruby Hartbrich auf Rettungsschiffen der Organisation “Sea Watch” Flüchtenden im Mittelmeer. Die Einsätze der ehrenamtlich Helfenden dauern jeweils drei Wochen am Stück. Hartbrich behandelt bei den Geretteten alle möglichen Krankheiten: Infektionen, Verbrennungen, Schusswunden, Knochenbrüche, Dehydrierung. Die Einsätze werden immer mehr schwieriger. Viele Flüchtlinge ertrinken, weil zu wenige Rettungsschiffe vor Ort sind. Die Flüchtenden gehen das Risiko des Ertrinkens ein, weil sie in Libyen und anderen Ländern Gewalt, Folter, Sklaverei und Tod erwarten. Ruby Hartbrich mahnt uns daran zu denken, was wir tun würden, wenn wir in einer so verzweifelten Situation wären.

Zur Person: Ruby Hartbrich ist Ärztin in Marburg. Im Juli 2019 wurde sie von der Humanistischen Union für ihr ehrenamtliches Engagement mit einem Preis ausgezeichnet, dem „Marburger Leuchtfeuer“ (die Dankesrede von Frau Hartbrich finden Sie hier, hier ein weiteres Video).

Alle Interessierten sind herzlich zum Vortrag und zur anschließenden Diskussion eingeladen.

Veranstalter: Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt (www.forumdrv.de)

Sea-Watch 3 legt in Italien(Lampedusa) an – Kapitänin Carola Rackete wird in Polizeigewahrsam genommen

“Gegen den Willen der italienischen Behörden hat das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Migranten an Bord den Hafen auf Lampedusa erreicht. Die Polizei nahm die Kapitänin Carola Rackete daraufhin in Gewahrsam.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.6.2019)
“Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bedford-Strohm, sprach von einer Schande für Europa. Er sei traurig und zornig, dass eine junge Frau verhaftet worden sei, weil sie Menschen gerettet und sicher an Land gebracht habe.” (Deutschlandfunk.de v. 29.6.2019). (Siehe dazu auch:  “Bedford-Strohm und Sea-Watch-Aktivisten Ehrenbürger von Palermo” (Domradio.de v. 28.6.2019)

Weitere Kommentar erübrigen sich, der Fall zeigt, wie es mit den Menschenrechten in Europa bestellt ist. Hier einige aktuelle Tweets:

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Politik in Deutschland stellt sich die hypothetische Frage: Wie würde sich wohl die deutsche Regierung verhalten, wenn sie in der Lage der italienischen Regierung wäre? Immerhin: Das Interview mit Minister Seehofer lässt etwas Hoffnung auf eine Lösung.

Und auch immerhin: Mehrere Länder (darunter auch Deutschland, weiterhin Portugal, Frankreich und Luxemburg) haben sich bereit erklärt, die 40 Menschen aufzunehmen (Deutschlandfunk.de v. 29.6.2019).

Siehe auch: https://forumdrv.de/2019/06/22/menschen-in-not-und-seawatch3-darf-noch-immer-keinen-sicheren-hafen-anlaufen/

“Die tödlichste Migrationsroute der Welt” – Menschenrechtsanwälte erstatten Anzeige beim Internationalen Strafgerichtshof wegen des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer

“Menschenrechtsanwälte werfen der EU und ihren Mitgliedstaaten “crimes against humanity” (“Verbrechen gegen die Menschheit”) vor und haben beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Anzeige wegen des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer erstattet. Die EU-Flüchtlingsabwehr habe das Mittelmeer in die “tödlichste Migrationsroute der Welt” transformiert, heißt es in dem Anzeigedokument; dass dort in den vergangenen Jahren weit mehr als 10.000 Menschen zu Tode gekommen seien, sei keiner “Naturkatastrophe” und keinem “tragischen Fehler” geschuldet, sondern einer bewusst gestalteten Politik. Die Anwälte belegen dies detailliert an zwei Maßnahmen. Demnach hat die Ablösung der italienischen Seenotrettungsoperation “Mare Nostrum” durch die Frontex-Operation “Triton” im Herbst 2014 die Zahl der Opfer absehbar erhöht. Zudem hat die Kooperation mit der libyschen Küstenwache zur Internierung Zehntausender Flüchtlinge in Folter- und Mordlagern geführt. Beides hat besonders die Bundesregierung forciert, und dies in voller Kenntis der mörderischen Folgen.”

Mehr hier: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7956, Stand 4.6.2019

Bildquelle: Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20151030_Syrians_and_Iraq_refugees_arrive_at_Skala_Sykamias_Lesvos_Greece_2.jpg

Lifeboat-Experiment macht die Tortur der über das Meer Flüchtenden sichtbar

Wie fühlt sich eine Flucht über das Mittelmeer an?

Die Organisation “Sea-Watch ” hat ein Experiment mit Freiwilligen gemacht, um einen Eindruck der traumatischen Erfahrungen  zu vermitteln.

Der Anteil der Toten im Mittelmeer hat sich vervierfacht “und kaum jemand kriegt es mit: „LIFEBOAT – Das Experiment“ macht die Tortur der Flüchtenden sichtbar” (https://sea-watch.org/lifeboat-das-experiment/)

Sea-Watch simuliert Seenot. Die Not der anderen.
Hunderttausende Menschen sind in den letzten Jahren mit dem Boot nach Europa gekommen. Der Verein Sea-Watch hat eine Überfahrt simuliert.” http://www.taz.de/!5587935/

Interessant ist auch der folgende Beitrag.

“Marburgerin rettet im Mittelmeer Menschen”

(https://www.op-marburg.de/Marburg/Marburger-Aerztin-im-Sea-Watch-Einsatz)

Das Video der Oberhessischen Presse vom 20.07.2018 ist außerordentlich sehenswert. Ruby Hartbrich, eine junge Ärztin, berichtet von ihren Erfahrungen auf Rettungsschiffen von Sea-Watch im Mittelmeer. (Ruby Hartbrich kommt übrigens aus Hullern.)

Den Artikel der Oberhessischen Presse finden Sie hier: https://www.op-marburg.de/Marburg/Marburger-Aerztin-im-Sea-Watch-Einsatz