Sea-Watch 3 legt in Italien(Lampedusa) an – Kapitänin Carola Rackete wird in Polizeigewahrsam genommen

“Gegen den Willen der italienischen Behörden hat das Rettungsschiff „Sea-Watch 3“ mit 40 Migranten an Bord den Hafen auf Lampedusa erreicht. Die Polizei nahm die Kapitänin Carola Rackete daraufhin in Gewahrsam.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 29.6.2019)
“Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bedford-Strohm, sprach von einer Schande für Europa. Er sei traurig und zornig, dass eine junge Frau verhaftet worden sei, weil sie Menschen gerettet und sicher an Land gebracht habe.” (Deutschlandfunk.de v. 29.6.2019). (Siehe dazu auch:  “Bedford-Strohm und Sea-Watch-Aktivisten Ehrenbürger von Palermo” (Domradio.de v. 28.6.2019)

Weitere Kommentar erübrigen sich, der Fall zeigt, wie es mit den Menschenrechten in Europa bestellt ist. Hier einige aktuelle Tweets:

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Politik in Deutschland stellt sich die hypothetische Frage: Wie würde sich wohl die deutsche Regierung verhalten, wenn sie in der Lage der italienischen Regierung wäre? Immerhin: Das Interview mit Minister Seehofer lässt etwas Hoffnung auf eine Lösung.

Und auch immerhin: Mehrere Länder (darunter auch Deutschland, weiterhin Portugal, Frankreich und Luxemburg) haben sich bereit erklärt, die 40 Menschen aufzunehmen (Deutschlandfunk.de v. 29.6.2019).

Siehe auch: https://forumdrv.de/2019/06/22/menschen-in-not-und-seawatch3-darf-noch-immer-keinen-sicheren-hafen-anlaufen/

Taz berichtet über “Flucht”

Die tageszeitung (taz) berichet kontinulierlich über Flucht. Man kann online auf die Artikel zugreifen.

Migrants and refugees arrive by dinghy behind a huge pile of life vests after crossing from Turkey

“Flucht. Nach der EU-Wahl ist unklarer denn je, wie sich Europas Asylpolitik entwickelt. Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht vor Kriegen, Verfolgung und Armut. Im Mittelmeer sterben Zehntausende. Die EU schottet sich ab.” (www.taz.de/flucht)

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/syriafreedom/albums/72157658389250545/with/21245377578/

“Die tödlichste Migrationsroute der Welt” – Menschenrechtsanwälte erstatten Anzeige beim Internationalen Strafgerichtshof wegen des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer

“Menschenrechtsanwälte werfen der EU und ihren Mitgliedstaaten “crimes against humanity” (“Verbrechen gegen die Menschheit”) vor und haben beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Anzeige wegen des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer erstattet. Die EU-Flüchtlingsabwehr habe das Mittelmeer in die “tödlichste Migrationsroute der Welt” transformiert, heißt es in dem Anzeigedokument; dass dort in den vergangenen Jahren weit mehr als 10.000 Menschen zu Tode gekommen seien, sei keiner “Naturkatastrophe” und keinem “tragischen Fehler” geschuldet, sondern einer bewusst gestalteten Politik. Die Anwälte belegen dies detailliert an zwei Maßnahmen. Demnach hat die Ablösung der italienischen Seenotrettungsoperation “Mare Nostrum” durch die Frontex-Operation “Triton” im Herbst 2014 die Zahl der Opfer absehbar erhöht. Zudem hat die Kooperation mit der libyschen Küstenwache zur Internierung Zehntausender Flüchtlinge in Folter- und Mordlagern geführt. Beides hat besonders die Bundesregierung forciert, und dies in voller Kenntis der mörderischen Folgen.”

Mehr hier: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7956, Stand 4.6.2019

Bildquelle: Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20151030_Syrians_and_Iraq_refugees_arrive_at_Skala_Sykamias_Lesvos_Greece_2.jpg

23.5.2019 Informationsveranstaltung: “Strategie für die “Festung Europa”? Externalisierung in der europäischen Migrationspolitik”

Fortress Europe flag

23.5.2019, VHS, Essen: “Strategie für die “Festung Europa”? Externalisierung in der europäischen Migrationspolitik”

“In Zusammenarbeit mit Attac Essen, dem Anti-Rassismus-Telefon Essen, Essen gegen Abschiebungen und Pro Asyl Essen. Spätestens seit der starken Zuwanderung von Immigranten und Flüchtlingen hat die Europäische Union mit vielen Mittelmeer-Anrainerstaaten Abkommen vereinbart, die den Zustrom von Migranten schon vor den EU-Außengrenzen verhindern sollen. Während vor 2015 die Grundbausteine der migrationspolitischen EU-Strategie vor allem durch Kooperationen mit Einzelstaaten gelegt wurden, wird nach der sogenannten “Migrationskrise” in diesem Politikfeld eine zunehmend stärkere Koordinierung sichtbar. Diese EU-Externalisierungspolitik wird in der Veranstaltung anhand  von drei Fallbeispielen beleuchtet werden: dem EU-Türkei-Deal, dem EU-Treuhandfonds für Afrika und der anstehenden Verabschiedung des EU-Budgets. Darüber hinaus wird in der Veranstaltung mit zwei Migrationsexperten auch auf die laufende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems eingegangen (inkl. der Frontex-Regulierung).
Leonie Jegen
forscht am Arnold-Bergsträsser-Institut zur “Politischen Ökonomie der Westafrikanischen Migrationsgovernance”. Zuvor war sie an der Vrijen Universiteit Brussels und davor am ECRE tätig. Meral Zeller arbeitet in der Europaabteilung der Geschäftsstelle von Pro Asyl, davor war sie in der Öffentlichkeitsarbeit für das European Council on Refugees and Exiles (ECRE) tätig.”
  • Wann? Donnerstag, 23.05.2019, von 19:00 bis 21:00 Uhr
  • Wo? VHS Essen, Raum E.11 (Kleiner Saal), Burgplatz 1, 45127 Essen

Mehr Informationen hier.

Bildquelle: Fortress Europe flag: https://openclipart.org/user-detail/worker [Public domain], via Wikimedia Commons (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fortress_Europe_flag.svg)

18. Mai 2019, Haltern, Paul-Gerhard-Haus: Film über das Entwicklungsprojekt Avenir-Togo

Ein wirksamer Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen

Der Halterner Verein Avenir-Togo stellt sein Entwicklungsprojekt im westafrikanischen Togo im Film vor.
Der in Haltern ansässige gemeinnützige Verein Avenir-Togo arbeitet ehrenamtlich mit privaten Spenden und hat in 18 Jahren ein Entwicklungsprojekt auf die Beine gestellt. Das Projekt leistet Hilfe zur Selbsthilfe und bekämpft Fluchtursachen. Den Film kann man am 18. Mai um 15 Uhr im Paul-Gerhard-Haus an der Erlöserkirche in einer Filmvorführung anschauen.

Mehr über den Verein, das Projekt und den Film finden Sie hier: https://www.avenir-togo.de/index.php/aktuelles

7. Mai 2019: Informationsveranstaltung in Marl zur Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge

“Das ehemalige Kreisgesundheitsamt am Lehmbecker Pfad soll künftig als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge dienen. Dazu laden die Stadt Marl und die Bezirksregierung Münster am Dienstag (7. Mai) von 16.30 bis 18 Uhr zu einer Informationsveranstaltung in die insel-VHS (Wiesenstraße 22, Raum P1) ein.Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe und Christiane Wienströer, Hauptdezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen bei der Bezirksregierung, werden die Planungen erläutern und stehen für Fragen zur Verfügung. Voraussichtlich werden auch Vertreter des Sicherheitsdienstes sowie des Betreuungsdienstes, die in der Einrichtung tätig sein werden, vor Ort sein.

Zu der Infoveranstaltung sind alle Interessierten herzlich eingeladen.” (Quelle: www.lokalkompass.de)

Was unterscheidet eigentlich eine Zentrale Unterbringungseinrichtung von einem Ankerzentrum? Außer dem Namen natürlich.  Siehe dazu auch die Aktion des Forums zu Ankerzentren.

Lifeboat-Experiment macht die Tortur der über das Meer Flüchtenden sichtbar

Wie fühlt sich eine Flucht über das Mittelmeer an?

Die Organisation “Sea-Watch ” hat ein Experiment mit Freiwilligen gemacht, um einen Eindruck der traumatischen Erfahrungen  zu vermitteln.

Der Anteil der Toten im Mittelmeer hat sich vervierfacht “und kaum jemand kriegt es mit: „LIFEBOAT – Das Experiment“ macht die Tortur der Flüchtenden sichtbar” (https://sea-watch.org/lifeboat-das-experiment/)

Sea-Watch simuliert Seenot. Die Not der anderen.
Hunderttausende Menschen sind in den letzten Jahren mit dem Boot nach Europa gekommen. Der Verein Sea-Watch hat eine Überfahrt simuliert.” http://www.taz.de/!5587935/

Interessant ist auch der folgende Beitrag.

“Marburgerin rettet im Mittelmeer Menschen”

(https://www.op-marburg.de/Marburg/Marburger-Aerztin-im-Sea-Watch-Einsatz)

Das Video der Oberhessischen Presse vom 20.07.2018 ist außerordentlich sehenswert. Ruby Hartbrich, eine junge Ärztin, berichtet von ihren Erfahrungen auf Rettungsschiffen von Sea-Watch im Mittelmeer. (Ruby Hartbrich kommt übrigens aus Hullern.)

Den Artikel der Oberhessischen Presse finden Sie hier: https://www.op-marburg.de/Marburg/Marburger-Aerztin-im-Sea-Watch-Einsatz