“working class” – Autorinnenlesung und Diskussion mit Julia Friedrichs

Autorinnenlesung und Diskussion mit Julia Friedrichs
“working class – Warum wir Arbeit brauchen, von der wir leben können”

Mittwoch, den 8. September 2021, 19 bis 21 Uhr, Könzgenhaus, Haltern am See

Anmeldung und weitere Informationen hierEinladung als PDF zum Herunterladen und Weitersenden

Teilnahmegebühr:

  • Präsenzveranstaltung: 10,– Euro (kleiner Imbiss inclusive)
  • Digital-Webinar: 5,– Euro
  • Ermäßigt: 5,– Euro

Die Buchhandlung Kortenkamp wird mit einem Büchertisch vertreten sein.

Working Class – das ist der Titel des Buches von Julia Friedrichs, das in der Öffentlichkeit starke Beachtung gefunden hat. Worum geht es indem Buch? Obwohl die Wirtschaft ein Jahrzehnt lang wuchs, ist es dennoch für viele schwieriger geworden, sich Wohlstand aus eigener Kraft zu erarbeiten. Eine Mehrheit besitzt kaum Kapital und Vermögen, Angst vor Altersarmut geht um.
Julia Friedrichs hat Menschen begleitet, die lange hofften, dass Arbeit und ein hinreichendes Einkommen sie durch das Leben tragen und sie damit auskömmlich ihre Familien ernähren können. Es geht um Menschen, die ins Büro gehen, die für uns alle öffentliche Flächen reinigen, um Menschen, die unterrichten. Alle diese Menschen müssen feststellen, dass sie Tag für Tag hart arbeiten und das Geld trotzdem nicht reicht. Das Buch erzählt ihre Geschichte.
Julia Friedrichs zeigt in dieser eindrücklichen Reportage, wie schwer es für viele geworden ist, trotz unermüdlicher und engagierter Arbeit als Krankenpflegerin, als Kassiererin oder als Musikerin auskömmlich leben zu können. Sie hat dafür mit den Betroffenen selbst, aber auch mit Experten und Politikern gesprochen.

Die Autorin ist Journalistin und Filmemacherin; zu ihren Arbeiten zählen Reportagen und Dokumentationen für die ARD, das ZDF und „Die Zeit”. Mit dem Redaktionsteam „docupy” hat sie den Film „Ungleichland” herausgebracht. Sie hat mehrere viel beachtete und hochgelobte Bücher verfasst, u.a. den Bestseller „Gestatten: Elite – Auf den Spuren der Mächtigen von morgen” [2008], Julia Friedrichs erhielt für ihre Arbeit mehrere Auszeichnungen, u.a. den Grimme-Preis 2019.

Hier einige Links zu Vorträgen von und Interviews bzw.  Gesprächen mit Julia Friedrichs über ihr Buch:

 

Kommendes Treffen des Forums – in Präsenz in den Virus-Räumen

Das nächste Treffen des Forums findet als Präsenztreffen statt.  Ort: Vitus e.V., https://vitus-haltern.de

15.08.2021 (11:00 bis 13:00 Uhr) .

Alle Mitglieder des Forums erhalten wie immer rechtzeitig eine Einladungs-Email.

Interessent*innen / Gäste sind herzlich willkommen: Bitte senden Sie eine Email an werner.nienhueser+forumdrv@gmail.com. Oder kommen Sie einfach zum Treffen hinzu.

Teilnehmen kann nach dem jetzigen Stand nur, wer von einer Corona-Infektion genesen ist oder den vollständigen Impfschutz hat oder einen aktuellen negativen Test vorweisen kann. – Mund-Nase-Schutz wollen wir weiterhin tragen. (Änderungen der Regelungen sind möglich.)

 

 

Einladung: Podiumsgespräch und Diskussion “Würdige Arbeit – Solidarische Gesellschaft” 17. 06.2021

Einladung: Onlineveranstaltung: Podiumsgespräch und Diskussion „Würdige Arbeit – Solidarische Gesellschaft“.  Donnerstag, 17. 06.2021 – 19.00 bis 21.15

Link zur Anmeldung: https://www.xn--knzgenhaus-ecb.de/bildungsangebote/bildungsprogramm/politische-bildung/#c765

Würdige Arbeit: das ist mehr als ein sicherer Arbeitsplatz mit einem festen Einkommen in ausreichender und gerechter Höhe. Das ist mehr als Arbeitsplatz der in die Altersarmut führt. Das ist mehr als ein Arbeitsplatz, an dem man vor körperlicher Beeinträchtigung geschützt ist.
Damit die Würde des Menschen in der Arbeit gewahrt bleibt, bedarf es einer sinnhaften Aufgabe, auf die man stolz sein kann und die von anderen geschätzt wird. Würdige Arbeit heißt, selbst Einfluss auf Arbeitsinhalte und -ablauf nehmen und sich in der Arbeit weiterentwickeln zu können.
Würdige Arbeit ist ein Beitrag zu einer guten, zu einer solidarischen Gesellschaft. Umgekehrt ist eine solidarische Gesellschaft notwendig für würdige Arbeit. So müssen wir gemeinsam z.B. individuelle Einkommensverluste durch Arbeitslosigkeit, durch Erkrankung oder durch Übernahme der Pflege von Angehörigen ausgleichen. Arbeit beeinflusst unser Leben. Leben ist mehr als Arbeit. Arbeit ist Teil eines gelingenden Lebens.

In den ersten drei Veranstaltungen haben wir die konkrete Situation von Arbeitenden in der Fleischindustrie, in Pflegeberufen und bei Lieferdiensten diskutiert. In der vierten, abschließenden Diskussion wollen wir über einzelne Branchen und Berufe hinausgehen und bei der Analyse die gesellschaftlichen und menschenrechtlichen Folgen und Voraussetzungen würdiger Arbeit einbeziehen.

Diskutieren werden wir an diesem Abend mit zwei Experten:
* Prof. Dr. Gerhard Bosch: Professor (em.) für Soziologe und langjähriger Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen. Sein Forschungsgebiet ist die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik.
* Prof. Dr. Franz Segbers: Theologe und Sozialwissenschaftler; Professor (em.) für Sozialethik am Fachbereich Evangelische Theologie an der Philipps-Universität in Marburg. Sein zentrales Forschungsgebiet ist die christliche Sozial- und Wirtschaftsethik.

Moderation: Ortrud Harhues, Leiterin des KAB-Bildungswerkes Münster, und Prof. Dr. Werner Nienhüser, Universität Duisburg- Essen.

Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Gerne weisen wir aber auf die Möglichkeit einer Spende an den Verein Würde und Gerechtigkeit e. V. hin:
Spendenkonto: Aktion Würde und Gerechtigkeit e.V.
IBAN: DE84 4015 4476 0001 1578 17
BIC: WELADED1 LEN – Stadtsparkasse Lengerich
Verwendungszweck: „Spende” / Ihr Name und Ihre Adresse

Mehr Informationen zum Download:

Online-Veranstaltung mit Claudine Nierth (Bundesvorsitzende Mehr Demokratie e.V.) 08. Juni 2021, 19:00

Ein Bild, das Text enthält. Automatisch generierte Beschreibung

Einladung zur Informations- und Diskussionsveranstaltung

mit Claudine Nierth (Bundesvorsitzende Mehr Demokratie e.V.)

„BELEBUNG FÜR DIE DEMOKRATIE – BÜRGERRÄTE IN DEN
KOMMUNEN“

am Dienstag, 08. Juni 2021 von 19:00 – 21:00 Uhr (Online)

In Kooperation zwischen der VHS, dem KönzgenHaus, Iwipo und dem Forum ist es gelungen, Claudine Nierth für eine Videobesprechung zu gewinnen.

Nähere Informationen finden Sie auf der angehängten Einladung. Wir würden uns freuen, wenn Sie teilnehmen und sich über die Möglichkeiten und Chancen eines „Bürgerrats“ zu informieren.

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Sie erhalten dann den Link, mit dem Sie an der Besprechung teilnehmen können.

https://www.könzgenhaus.de/bildungsangebote/bildungsprogramm/politische-bildung/#c823

Neben Informationen über Bürgerräte von Frau Nierth wird es auch Gelegenheit geben, sich an der Diskussion durch einen begleitenden, moderierten Chat zu beteiligen. So können Sie Ihre Fragen, Anregungen und Bedenken in die Diskussion einbringen.

Geben Sie die Einladung gerne weiter.

 

https://forumdrv.de/wp-content/uploads/2019/03/Button_drv_56mm-150x150.jpg VHS | Stadt Haltern am See

5. Juni 2021: Demonstration auf dem Marktplatz: Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung – anschließend Seebrücke-Fahrraddemo

Wir laden alle interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein!

Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung

Immer nur schockiert sein – und nichts tun – ist tödlich!

5. Juni 2021, 10 – 12 Uhr, Marktplatz Haltern am See (anschließend Möglichkeit zur Fahrrademo Seebrücke Münsterland)

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Coronaregeln statt.

Es ist offenkundig, dass es bei der Behandlung der Flüchtlinge über das Mittelmeer und auf anderen Wegen zu eklatanten und anhaltenden Verletzungen der Menschenrechte kommt und Menschen dem Tod überlassen werden und hineingetrieben werden. Wir sehen zu und ertragen die eigene Ohnmacht fast nicht. Wir wollen sichtbar machen, dass wir Teil des Scheiterns der Menschenrechtspolitik sind und mitschuldig am Tod vieler Menschen.

Wir wollen sehen und hören, welche Wege es aus der Krise geben kann.

Ablauf:

Das Programm wird gerahmt und unterstützt durch Musik der Gruppe „Motel“. Zu Beginn wird Bürgermeister Andreas Stegemann die Teilnehmer begrüßen.

Tote beklagen – „Liste des Todes“ „Demonstration für das Leben“

Spielen die Bilder der Brandkatastrophe von Moria, die Feuer in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und zuletzt im Lager Ripa in Bosnien im Tagesgeschäft von Politik, Kirche und Gesellschaft noch eine Rolle?

Wir beklagen über 50.000 Tote an den EU-Außengrenzen – die 40 m lange „Liste des Todes“ (“UNITED List of Refugee Deaths“)[1]Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – … Continue reading ausgerollt zwischen Kirche und Rathaus erinnert an jede und jeden Einzelnen, die vor unseren Augen ertrunken und zu Tode gekommen sind.

Mit klagenden und anklagenden Transparenten bringen wir das Elend im Protestzug rund um die Todesliste und durch die Kirche vor die Augen der Öffentlichkeit. Vor und in der Kirche klagen wir die Untätigkeit unserer gesamten Gesellschaft an und sprechen ein Gebet.

Menschen retten – Suchen nach Lösungen:

Der Halterner Asylkreis hat die Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche sowie die zukünftigen Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD, Grüne und FDP eingeladen, ihren Beitrag zur Menschenrettung vorzutragen und als Ausdruck der Selbstverpflichtung auf einem Plakat zu verschriftlichen.

Wir wollen sichtbar machen, dass es uns nicht gleichgültig ist, was geschieht und wollen uns bereithalten, wo Möglichkeiten sich zeigen und wir helfen können.

Die Non-Profit-Organisation “UNITED for Intercultural Action” (European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees) führt die UNITED-Liste der Flüchtlings-Toten und finanziert sich nur über Spenden. Daher bitten wir um eine Spende für die Organisation:


12 Uhr Fahrrad-Demonstration Seebrücke Münsterland

Fahrrad-Demonstration im Rahmen der Aktionen „Seebrücke Münsterland“

Pfarrer Michael Ostholthoff  gibt den Startschuss zur zweitägigen Fahrradtour über Dülmen – Lüdinghausen (Samstag) und von Lüdinghausen nach Münster (Sonntag)

(Man kann selbstverständlich auch nur an einem Tag teilnehmen. Die Fahrgeschwindigkeit ist nicht auf e-Bikes ausgelegt.)

Eine Anmeldung für die Fahrrad-Demonstration hilft, die Fahrt coronakonform vorzubereiten.

Anmeldung möglichst bis 3.6. unterhttps://t1p.de/Fahrraddemo05062021

 Weitere Informationen hier

 

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – unitedagainstracism.org”. Wir haben die Erlaubnis zur Nutzung eingeholt und danken ganz herzlich für die Möglichkeit, die Liste nutzen zu dürfen. Die Organisation finanziert sich ausschliesslich über Spenden: Paypal

Online-Veranstaltung am 7.5.21: Lehren aus der Pandemie für die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten

Vom Land in die Kommunen: Welche Lehren müssen aus der Pandemie für die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten gezogen werden?

Wann und Wo: 07.05.2021, 16:00, Online 

Hier geht’s direkt zur Anmeldung

“Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies gilt selbstverständlich auch uneingeschränkt für Geflüchtete. Doch diesem Anspruch wird das Asylsystem nicht immer gerecht. Bei der Unterbringung in oftmals abgelegenen Gemeinschaftsunterkünften, in denen hunderte Menschen untergebracht sind, werden individuelle Bedürfnisse und gesundheitliche Risiken nicht frühzeitig erkannt und ausreichend berücksichtigt. Corona hat diese Problemlagen nicht nur sichtbarer gemacht, sondern auch noch weiter verschärft. Denn Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften, sowohl auf Landesebene als auch in den Kommunen, sind besonders einem hohen Ansteckungsrisiko mit dem gefährlichen Virus ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bewohnerinnen und Bewohner weder Bildungs- und Beratungsangebote noch Rechtsbeistand wahrnehmen können, da sozialen Akteuren der Zugang in die Unterkünfte pandemiebedingt verwehrt bleibt. So werden wichtige Chancen zur Integration und Selbsthilfe verspielt. Es zeigt sich sehr deutlich, dass der sogenannte Asylstufenplan der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der auf Massenunterbringung setzt, gescheitert ist. In zahlreichen parlamentarischen Initiativen haben wir Schwarz-Gelb aufgefordert, die Unterbringung von Geflüchteten menschenwürdig und integrativ zu gestalten.Wir laden Sie/Euch ein, zusammen mit unseren Expertinnen und Experten über die verschiedenen Problemlagen der Gemeinschaftsunterkünfte in NRW zu diskutieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln, um die Situation der Geflüchteten effektiv zu verbessern.” (https://gruene-fraktion-nrw.de/termine/vom-land-in-die-kommunen-welche-lehren-muessen-aus-der-pandemie-fuer-die-unterbringung-und-versorgung-von-gefluechteten-gezogen-werden)

Teilnehmer*innen:

  • Berivan Aymaz MdL, Sprecherin für Flüchtlingspolitik, Integrationspolitik, Internationales/ Eine-Welt, Grüne Landtagsfraktion NRW
  • Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn
  • Prof. Dr. med. Kayvan Bozorgmehr, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld
  • Alexandra Brand, Verbandsübergreifende Fachbegleitung der Verfahrensberatung und der dezentralen Beschwerdestellen
  • Miriam Koch, Leiterin Amt für Migration und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Dr. Marion Lillig, Migrationssoziologin mit dem Schwerpunkt Lebensverhältnisse, Bildung und Arbeit von Flüchtlingen in Deutschland
  • Karin Wieder, Referentin Flüchtlingsarbeit, Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL

Hier geht’s direkt zur Anmeldung

Einladung: “‘Click and Buy’- (Un-)Würdige Arbeit bei Lieferdiensten und Co.” – 15.04.2021

Einladung: “‘Click and Buy’- (Un-)Würdige Arbeit bei Lieferdiensten und Co.”

Onlineveranstaltung am Donnerstag, 15.04.2021 um 19:00 Uhr

Podiumsgespräch und Diskussion

Alles nach Hause bestellen. Das ist bequem. Ob Pizza, Sushi oder Rindsroulade, alles wird in weniger als einer Stunde geliefert. Ein neuer Pullover oder ein Buch? Kein Problem, alles gekauft über die Plattform eines Weltkonzerns. Der Paketdienst bringt das Bestellte oft schon am nächsten Tag. Virtuelle Kaufhäuser und Supermärkte verbreiten sich. Auch virtuelle Werkskantinen gibt es. Seit Jahren nimmt der Umsatz solcher Dienstleistungen massiv zu. Die Corona-Pandemie hat das Geschäft nochmals befeuert.

Wie geht es den Beschäftigten in diesen Unternehmen? Wie sind die Arbeitsbedingungen bei Paketlieferern, Essenslieferdiensten, auch bei den Beschäftigten in den Logistikzentren der digitalen Plattformen? Setzen die Geschäftsmodelle nicht schon Kosteneinsparung voraus, die sich in Form niedriger Löhne, gesundheitsschädlichen Arbeitsdrucks und ständiger Kontrolle niederschlägt? Wie steht es um die Mitbestimmung der Beschäftigten? Kann man bei Lieferdiensten und Co. von würdiger Arbeit sprechen?

An diesem Abend werden drei Experten aus verschiedenen Perspektiven den Fragen nachgehen, wie die Arbeitsbedingungen der bei Lieferdiensten arbeitenden Menschen sind, warum diese so sind und sie werden sich darüber austauschen, was man ändern muss und wie dies möglich ist.
An dem Podium nehmen teil:

  • Heiner Heiland: Soziologe an der Technischen Universität Darmstadt. Er forscht zu plattformvermittelten Dienstleistungen und hat selbst als Fahrer bei Essenslieferdiensten gearbeitet.
  • Karsten Rupprecht: Als Gewerkschaftssekretär bei verdi ist er zuständig für den Bereich Einzelhandel. Er ist unter anderem Ansprechpartner für die Beschäftigten in einem großen Logistikzentrum des US-Online-Unternehmens Amazon.
  • Lennart Vogt: Er war bis 2020 als Fahrer (geringfügige
    Beschäftigung/Student) bei Flaschenpost, einem über eine Online-Plattform operierenden Getränkelieferdienst, tätig.

Moderation: Ortrud Harhues, Leiterin des KAB-Bildungswerkes Münster, und Prof. Dr. Werner Nienhüser, Universität Duisburg-Essen.

Digitaler Ort: Zoom-Einladungslink_
Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Informationen über diese Veranstaltung und die gesamte Reihe “(Un-)Würdige Arbeit” finden Sie auch in einem Flyer zum Download.

„(Un-)Würdige Arbeit – der Fall der Fleischindustrie“ – Rückschau, Reaktionen auf unseren offenen Brief und Vorschau auf weitere Aktionen

„(Un-)Würdige Arbeit – der Fall der Fleischindustrie“ – das war der Titel einer Veranstaltung des Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt, der KAB Diözesanverband Münster, dem KAB Bezirksverband Recklinghausen sowie dem KönzgenHaus Haltern am See. Die Veranstaltung hatte die schlechten Arbeitsbedingungen und Wohnverhältnisse der Arbeitskräfte zum Thema. Die Situation der zumeist aus Osteuropa kommenden Arbeitskräfte war (und ist) entwürdigend: Gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung, ausbeuterische Beschäftigung über dubiose Sub-Sub-Werksvertragsunternehmen oder Leiharbeitsfirmen, katastrophale Wohnbedingungen.

Was ist mittlerweile – nach unserer Veranstaltung und unserem offenen Brief – passiert?

Unsere Veranstaltung lag zeitlich genau in dem Zeitfenster der politischen Auseinandersetzung auch innerhalb der Bundesregierung und der CDU über das sog. „Arbeitsschutzkontrollgesetz“. Dieses Gesetz sieht vor, Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie zu verbieten, die Arbeitsschutzkontrolle und die Wohnsituation der osteuropäischen Arbeitskräfte zu verbessern. In der CDU wurde das bereits geplante Gesetz plötzlich wieder Gegenstand innerparteilicher Auseinanderansetzungen. Flankiert durch das Lobbying der Fleischwirtschaft drohten die geplanten gesetzlichen Regulierungen entschärft und damit wirkungslos zu werden. Deshalb haben wir als Veranstalter der Diskussionsveranstaltung zur Situation in der Fleischindustrie u.a. den CDU-Bundestagsabgeordneten aus NRW einen offenen Brief  geschickt, um zu verhindern, dass das geplante Gesetz zugunsten der Fleischindustrie verwässert wird.
Zwischenzeitlich ist dann im Dezember in der Bundesregierung ein auch aus unserer Sicht tragfähiger Kompromiss gefunden worden; und mittlerweile ist das Gesetz im Bundestag und Bundesrat beschlossen und zu Beginn dieses Jahres in Kraft getreten.

Reaktionen auf unseren Offenen Brief

Es hat uns eine Email des Wahlkreisbüro des SPD-MdB Michael Groß erreicht, in der das gesamte Team uns seinen Dank für unser Engagement ausspricht.

Eine weitere Email erhielten wir vom Landtagsbüro des MdL Josef Hovenjürgen  mit dem Hinweis auf das Engagement von Minister Karl-Josef Laumann für die Realisierung des Arbeitsschutzkontrollgesetzes.

Ende Dezember erhielten wir noch einen Brief von Minister Karl-Josef Laumann  in seiner Funktion als Bezirksvorsitzender der CDU Münsterland. Minister Laumann beschreibt in seinem Brief seinen persönlichen Beitrag bei der Kompromissfindung und dem Zustandekommen des Arbeitsschutzkontrollgesetzes. Gleichzeitig dankt er uns dafür, dass wir uns für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie eingesetzt haben.

Wir haben uns kürzlich brieflich bei Minister Laumann für sein Engagement bedankt.

„Wir begrüßen Ihr Engagement beim Zustandekommen des Gesetzes außerordentlich. Verbinden wollen wir unseren Dank mit dem Hinweis, dass es – wie Sie wissen – noch eine ganze Reihe von Branchen mit Niedriglöhnen, schlechten Arbeitsbedingungen, fehlender Tarifbindung und einem viel zu umfassenden Einsatz von Werkverträgen und Leiharbeit gibt.
Wir meinen, dass es nicht nur eine Aufgabe der Tarifpartner ist, sondern begleitende politische Initiativen erfordert, die Arbeitsbedingungen auch in anderen Branchen zu verbessern. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Belastungen, die durch die Pandemie im Pflegebereich entstanden sind, müssen endlich dazu führen, dass die Personalnotstände, die beschwerlichen Arbeitsbedingung und die zu niedrige Bezahlung durch verschiedene Maßnahmen beseitigt werden. Pflegetätigkeiten sind besser zu bezahlen, und der bereits abgeschlossene Tarifvertrag in der Altenpflege sollte für allgemeinverbindlich erklärt werden.
Initiativen von Ihnen mit dieser Zielrichtung würden uns freuen und unsere Unterstützung finden.“

Wie geht es weiter?

In Kürze findet eine weitere Veranstaltung unserer Reihe Würdige Arbeit“ statt, diesmal über die Arbeit im Pflegebereich (in Krankenhäusern, in der Altenpflege in Altenheimen wie auch in der häuslichen Pflege) (zur Anmeldung hier klicken).
Wir werden die Reihe fortsetzen mit den Veranstaltung „Würdige Arbeit jenseits des Normalarbeitsverhältnisses“ (15.4.,21, 19:00) und „Würdige Arbeit – solidarische Gesellschaft“ (Mai/Juni 2021) (Anmeldungen hier).