Marion Lillig diskutiert auf dem Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz

Dr. Marion Lillig, Migrationssoziologin und Mitglied des Halterner Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt diskutiert auf dem Berliner Symposium zum Flüchtlingsschutz: “Flüchtlingsschutz in Deutschland und Europa. Gelingt ein Paradigmenwechsel?” (21.und 22.6.2022).

Marion Lillig diskutiert unter anderem im Arbeitsforum 1.

Wie gelingt die menschenrechtskonforme Unterbringung von geflüchteten Menschen? Geflüchtete Menschen sind aufgrund von rechtlichen und faktischen Gründen verpflichtet, in Erst- und Gemeinschaftsunterkünften sowie in weiteren Formen von Sammelunterkünften zu leben. Damit gehen Strukturen einher, die Gewalt begünstigen, die Betroffenen von sozialer Teilhabe ausschließen und sie in ihren Grund- und Menschenrechten einschränken. Zugleich mangelt es noch immer an bundeseinheitlichen und verbindlichen Mindeststandards für eine menschenrechtskonforme Unterbringung. Das Forum beleuchtet die Herausforderungen im vorherrschenden Unterbringungssystem und diskutiert Lösungsansätze für Politik und Verwaltung auf Bundes- und Landesebene. (Volker Gerloff, Fachanwalt für Sozialrecht, Vorstandsmitglied der AG Sozialrecht im DAV / Dr. Marion Lillig, Migrationssoziologin, Haltener Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt / Florian Töpfer, Multiplikator für Gewaltschutz im Projekt DeBUG, DRK-Landesverband Schleswig-Holstein / Moderation: Inga Matthes, DRK-Bundesverband; Manuel Armbruster, AWO-Bundesverband”) (Quelle: Programmankündigung)

7.5.2022, Münster: Demonstration “Kein Mensch ist illegal”

Demo am 07.05.2022, 13:00 Uhr , Münster, Windthorststr./Hbf

“Mit dem brutalen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat eine große und plötzliche Fluchtbewegung begonnen. Es wurde einiges getan, um Ukrainer:innen die Flucht zu ermöglichen und ihre Aufnahme in den Ankunftsländern der EU zügig zu gestalten. Wir unterstützen das unbürokratische, menschliche Handeln in dieser katastrophalen Situation uneingeschränkt!

In dem Umgang der europäischen Staaten mit Menschen auf der Flucht aus der Ukraine hat sich aber auch gezeigt: Auf der Flucht werden nicht alle Menschen gleich behandelt. Das bezieht sich zum Beispiel auf die hässlichen, rassistischen Vorgänge auf den Fluchtrouten aus der Ukraine, wo manche Nichteuropäer:innen von Diskriminierungen aufgrund von Hautfarbe berichten. Es wird deutlich, dass die Tore der EU jetzt offen stehen, aber nur ausnahmsweise und selektiv.

Am 07.05.2022 bringen wir unsere Forderungen für eine andere Flüchtlingspolitik, die für alle geflüchteten Menschen gilt, lautstark auf die Straße!

Weitere Informationen gibt es hier!

(Quelle: https://seebruecke-muenster.de/2022/04/26/kein-mensch-ist-illegal-solidaritaet-mit-allen-gefluechteten/)

 

Mahnwachen gegen Zentrale Unterbringungseinrichtungen (ZUEn) – Impressionen von der Abschlusskundgebung

Am Samstag (30.4.2022) beendete eine Kundgebung auf dem Halterner Marktplatz eine Reihe von Mahnwachen, die die Zustände in den “Zentralen Unterbringungseinrichtungen” (ZUEn oder Ankerzentren) kritisieren. Allerdings, darauf weisen die Veranstalter (vor allem der Asylkreis Haltern und das Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt) hin, enden mit der Kundgebung nicht die Kritik und die Aktionen – die Zustände haben sich kaum gebessert, daher bleibt Aktion weiter notwendig (eben die Not wendend, hoffentlich).
Hier statt eines Berichtes einige Impressionen von der Veranstaltung (mehr Informationen kann man nachlesen unter diesem Link auf dieser Webseite).
“Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde. Genau das wird Flüchtlingen in zentralen Unterkünften verwehrt, kritisieren die Demo-Teilnehmer. Dabei kennt Haltern ein besseres Modell.” v. 

 


Foto-Impressionen



Die transkulturelle  Band Walthorpe Sounds spielte unter anderem das Lied “Refugee”. Zum Nachhören/Nachdenken:

Jean Ziegler über Geflüchtete: “Herr Ziegler, sehen Sie auch einen Klassenunterschied unter Geflüchteten?”

Jean Ziegler über Geflüchtete: “Eine Tragödie hinter der Tragödie”
NDR vom 30.03.2022

“Seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges ist deutlich geworden, dass in Europa unterschiedlich mit Geflüchteten umgegangen wird – je nach dem, woher sie stammen. Ein Gespräch mit dem Globalisierungskritiker Jean Ziegler.”
Frage von Jürgen Deppe (Interviewer):  “Herr Ziegler, sehen Sie auch einen Klassenunterschied unter Geflüchteten?Jean Ziegler: Zuerst möchte ich sagen, dass die rasche, großzügige, unbürokratische Aufnahme von tausenden von Flüchtlingen aus der Ukraine eine sehr gute Entscheidung der europäischen Staaten ist. Das ist ein fürchterlicher Vernichtungskrieg in der Ukraine von einem Massenmörder Putin, geführt gegen die Zivilbevölkerung. Dass diese Menschen aufgenommen werden und dass ihnen geholfen wird, ist sehr gut. Aber es gibt eine Tragödie hinter der Tragödie, von der jetzt kaum mehr jemand spricht: Das ist die Rückweisung, die Verweigerung des Asylrechtes, die Verbrechen, die an der Ost- und Südgrenze des europäischen Kontinentes begangen werden gegen die Flüchtlinge, die nicht europäischen Ursprungs sind: Gegen Afghanen, Syrer, Iraker, Südsudanesen, Jemeniten, Somalier wird Europa abgeschottet, denen wird das Asylrecht praktisch abgesprochen – obschon das Asylrecht ein universelles Menschenrecht ist, festgelegt im Artikel 14 der universellen Deklaration für Menschenrechte der UNO: Wer in seinem Land bombardiert, gefoltert oder verfolgt wird, hat das Recht, eine Grenze zu überschreiten und in einem anderen Staat Schutz und Asyl zu ersuchen. Dieses Recht wird verweigert, wenn es um diese Flüchtlinge geht. (…)

Frage: “In Polen sind noch bis zum Ausbruch des Ukraine-Krieges an der Grenze zu Belarus Menschen zurückgeschickt worden, auch im eisigsten Winter. Nach dem Ausbruch des Krieges hat Polen, obwohl die Ukraine weder zur NATO noch zur EU gehört, die Grenzen geöffnet. Da gibt es offensichtlich ein Unterscheidung in unser aller Köpfen und Herzen. Können Sie sich die erklären?

Ziegler: Die Hypothese ist: Rassismus. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Exekutive der Europäischen Kommission, hat die griechische Grenzpolizei, diese fürchterlichen Schlägertruppen, als “Schutzschild Europas” gepriesen und ihnen gratuliert. Die Angst vor Menschen, die nicht aus Europa kommen, dass diese Menschen Feinde der europäischen Lebensweise seien, dieses Gespenst geht um in Brüssel und in den Regierungsämtern der Mitgliedsstaaten. Das ist Rassismus, der mörderisch ist. Diese Unterscheidung zwischen nichteuropäischen Flüchtlingen, die die europäische Lebensweise mit ihrer Präsenz “bedrohen” – wie, weiß ich auch nicht -, und europäischen Flüchtlingen, die wie wir sind und deshalb aufgenommen werden und mit völkerrechtskonformer Strategie großzügig behandelt werden. Dieser Rassismus muss bekämpft und gebrochen werden. Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Deutschland ist ein Rechtsstaat und in einem Rechtsstaat darf es keine rassistische Diskriminierung der Rechtssubjekte geben. Das muss die öffentliche Meinung durchsetzen. Wir, die Völker Europas, haben alle Möglichkeiten, unsere Regierungen zu zwingen, das Asylrecht wieder herzustellen – ob es Europäer oder Araber sind.” (Quelle: Jean Ziegler über Geflüchtete: “Eine Tragödie hinter der Tragödie”,  https://www.ndr.de/kultur/Ukraine-Fluechtlinge-Ist-das-Vorgehen-der-EU-rassistisch,gefluechtete266.html, 30.3.2022)

26.3.2022: Mahnwache gegen ZUE (Zentrale Unterbringungseinrichtungen)

Mahnwache

  • Samstag, 26.3.,  um 11.00 – 12.00 Uhr in Datteln
  • Ort der Mahnwache ist: Kolpingstr. / Ecke Hohe Straße.


Der Asylkreis Haltern hat (gemeinsam u.a. mit dem Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt) im letzten Jahr mit mehreren Mahnwachen auf die menschenunwürdige Form der Unterbringung von Geflüchteten aufmerksam gemacht (mehr Infos siehe hier).

Weitere Informationen werden hier auf dieser Seite veröffentlicht.

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung.

 

 

Latifa Saljuki hilft Menschen in Afghanistan mit Spenden

Mut gegen Armut

Frau Latifa Saljuki ist mutig. Sie bringt Geldspenden u.a. des Asylkreises Haltern nach Afghanistan. Um den Menschen zu helfen, setzt sich Frau Saljuki erheblichen Gefahren aus. Gefahren drohen von den Taliban, aber auch von um die Herrschaft kämpfenden Warlords und anderen Gewalttätigen.

Frau Saljuki stammt aus Herat. Sie lebt schon seit über dreißig Jahren in Deutschland und ist in Haltern am See zu Hause (Lokalkompass 2017). Wie schon etliche Male ist Frau Saljuki über die Türkei und den Iran nach Afghanistan geflogen. Während ihres Aufenthaltes hilft sie mit Geld- oder Sachspenden besonders bedürftigen Familien (siehe auch den Bericht in der Halterner Zeitung 2022). “Das Bankensystem funktioniert nicht, es fehlt Bargeld, die Preise für Nahrungsmittel sind gestiegen und vor allem alleinstehende Frauen wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Sie haben keinerlei Einkommen mehr und können ihr Haus nicht ohne männliche Begleitung verlassen” (Pressemitteilung der Welthungerhilfe 2021). Eine persönliche Verteilung von kleineren Summen ist sinnvoll: Wenn bekannt würde, dass jemand über größere Beträge verfügt, sind Überfälle und Diebstahl zu erwarten. In einem Land, das auf dem Korruptionsindex sehr hohe Werte erzielt (Transparency International 2020), ist es auch wenig hilfreich, Spenden an staatliche Organisationen zu übergeben.

Fotos (gesandt von Latifa Saljuki)


Wenn Sie mehr über die Situation in Afghanistan lesen wollen, bitte klicken: Mehr lesen

 

Kinder der ZUE Marl sagen Danke für Spenden zu Weihnachten

Der Asylkreis hat die Kinder der ZUE (Zentrale Unterbringungseinrichtung) in Marl zu Weihnachten beschenkt.  Allein das Foto drückt aus, wie sie sich freuen und Danke sagen.

Die Kinder der ZUE Marl sagen Danke.

Wer mehr über die ZUEn und die inakzeptablen Zustände wissen will, kann sich hier informieren.  Über Mitstreiter:innen bei den nächsten Mahnwachen freuen wir uns. Die Termine stehen bereits fest.

“Mahnwache gegen die erbärmliche und menschlich unwürdige Unterbringung von Geflüchteten auch in Marl” (27.11.2021)

Mindestens 30 Personen versammelten sich am Samstag vor dem 1. Advent auf dem Creiler Platz an der Skulptur von Carl Fredrik Reutersward “Non Violence” zur “Mahnwache gegen die erbärmliche und menschlich unwürdige Unterbringung von Geflüchteten auch in Marl”. [1]Für den (von mir, WN, leicht bearbeiteten) Text danken wir Hartmut Dreier, für die Fotos Hermann Döbber.

Bild: Webseite der “Grünen” Marl, https://wg-gruene-marl.de/3935-fluechtlingsknast-in-marl-eroeffnet.html [2]Bei Copyright-Problemen wegen des Bildes bitte eine Email an Forumdrvhaltern@gmail.com senden.

Das ist wenig bekannt: Im ehemaligen Gesundheitsamt im Gebäude Ecke Wiesenstrasse/Lehmbecker Pfad gibt es hinter einem hohen Eisenzaun, streng kontrolliert, die ZUE (=”Zentrale Unterbringungseinrichtung”). Das Haus für maximal 250 Menschen ist fast voll belegt: Derzeit sind hier “eingesperrt” 230 Menschen, in 5-und 6-Bett-Zimmern, die sie nicht abschließen können. In Corona-Zeit droht hier immer wieder ein Ansteckungs-Hot-Spot.  Ehrenamtliche Hilfsbereite aus Marl berichten, dass ihnen der Zugang und Besuche bei den Geflüchteten verwehrt sind. Etliche kritische Gespräche bis hin zur Regierungspräsidentin in Münster sind ohne Folgen geblieben.

Die Mahnwachen sollen die Öffentlichkeit informieren und Druck aufbauen, damit das schnell verwirklicht wird, was im Koalitionsvertrag der kommenden Ampel-Koalition vereinbart ist: dass solche Einrichtungen (bundesweit “Ankerzentren” genannt) abgeschafft werden sollen.

Die erste dieser Mahnwachen war Ende Oktober am Rathaus Recklinghausen. Die nächste nach dieser in Marl ist für Samstag, den 29. Januar 2022 in Herten geplant.

Veranstalter in Marl waren: der Asylkreis Haltern, Ehrenamtliche aus der Flüchtlingshilfe in Marl, das Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt Haltern, die Marler Wege zum Frieden, die Wählergemeinschaft sowie Die Grünen Marl.

Unübersehbar sind bei diesen Mahnwachen rote Gartenklappstühle mit weißen Info-Zetteln wie:

  • “Unsere Kinder dürfen nicht in die Schule und nicht in den Kindergarten”
  • “Ich habe keine Privatsphäre. Mein Zimmer ist nicht abschließbar”
  • “Meine Kinder und ich haben Angst vor Abschiebung Tag und Nacht.”
  • “Ich trage alles Wichtige an meinem Körper – Mein Zimmer ist nicht abschließbar”
  • “Ich muss mit fremden Menschen in einem Zimmer schlafen trotz Corona”

 

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Für den (von mir, WN, leicht bearbeiteten) Text danken wir Hartmut Dreier, für die Fotos Hermann Döbber.
2 Bei Copyright-Problemen wegen des Bildes bitte eine Email an Forumdrvhaltern@gmail.com senden.

12.11.2021 in Haltern: Veranstaltung zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Die Erinnerung an den 9. November 1938 gehört zum festen Bestandteil der Kultur in Haltern am See. Auch in diesem Jahr versammelten sich viele Bürgerinnen und Bürger auf Einladung des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt sowie des Asylkreises auf dem Halterner Marktplatz, um gegen Faschismus, Antisemitismus und Rassismus zu demonstrieren und für eine demokratische Gesellschaft einzutreten. Jürgen Wolter von der Halterner Zeitung berichtet darüber am 15.11. (am 13.11. online).

Auf der Veranstaltung sprachen David Tourgman (jüdische Gemeinde Recklinghausen), Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Halterner Schulen, Pfarrer Michael Ostholthoff und Bürgermeister Andreas Stegemann. Durch die Veranstaltung führte Herbert Bludau-Hoffmann. Musikalisch gerahmt wurde die Gedenkveranstaltung durch auch inhaltlich passende Beiträge der Band “Motel“.

Einen Live-Mitschnitt der Veranstaltung kann man hier ansehen (danke an Thomas Rath):

Persönliche Eindrücke…

Foto: Gerburgis Sommer

Auf dem Marktplatz fiel mein Blick sofort auf die Fotoprojektionen von Thomas Rath [1]Die Fotos zeigen Ereignisse der Nazizeit in Haltern. Stadtarchivar Gregor Husmann hat die Fotos zur Verfügung gestellt; Thomas Rath fügte sie zu einer Videoinstallation zusammen.. In den vier oberen Fenstern des alten Rathauses waren Bilder zu sehen, die u.a. zeigen, wie sich während der Zeit des Nationalsozialismus die Nazis auf dem Marktplatz in Haltern versammelten, offensichtlich mit einigem Publikum. Fotos können allerdings kaum zeigen, dass die Nazis nach 1933 den Stadtrat dominierten.

David Tourgman, der für die jüdische Gemeinde Recklinghausen sprach, wies darauf hin, dass der Antisemitismus nach wie vor lebendig ist. Dass jüdische Synagogen und Museen durch Polizeipräsenz vor Angriffen geschützt werden, dass jüdische Bürger Angst haben, sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen, weil sie Diskriminierung oder gar Gewalt befürchten, all das zeigt, dass ein Eintreten für Demokratie, für Respekt, für Vielfalt, täglich notwendig ist.

Die Schüler:innen trugen unter anderem einen mich sehr berührenden Text vor, der schildert, wie der damals elfjährige Alexander Lebenstein die Pogromnacht erlebte, welche Todesängste er in dieser Nacht und in vielen folgenden Tagen und Nächten auszustehen hatte. Alexander Lebenstein überlebte als einziger der Halterner Juden den Holocaust. [2]Alexander Lebenstein verstarb 2010 in den USA; er wurde 2008 Ehrenbürger der Stadt Haltern.

… und Fragen

Die Fotos zeigen die Naziaufmärsche vor dem Rathaus; man sieht, wie die Nazis dort posieren, ihre Macht demonstrieren und sie genießen. Die Bilder lösen bei mir Fragen aus:

Wer machte in der Pogromnacht mit? Wer zerstörte die Wohnungen, wer schlug die verfolgten Menschen, wer klatschte Beifall?
Wer tat nichts? Wer half? Wer missbilligte die Taten gegen die Menschlichkeit?
Wer dachte: Ich kann nichts tun? Und konnte man wirklich nichts tun?
Wer profitierte – durch Aufstieg in politische Ämter oder berufliche Positionen, durch Aneignung jüdischen Eigentums?

Ich habe auf die Fragen wenig klare Antworten. [3]Bei Recherchen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man in Haltern sehr viel mehr über die Römerzeit erfahren kann und weiß als über die Zeit des Nationalsozialismus. Informativ ist … Continue reading 

Das Stolpersteine-Plakat des Forums für Demokratie, Respekt und Vielfalt soll auch zwischen den jährlichen Gedenkveranstaltungen die Erinnerung an die drangsalierten, deportierten und schließlich ermordeten jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen Halterns wachhalten (mehr Informationen hier: https://forumdrv.de/stolpersteine)

 

Text: Werner Nienhüser. Die Ansichten des Verfassers geben nicht unbedingt die Meinung des gesamten Forums oder seiner Mehrheit wieder.

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Die Fotos zeigen Ereignisse der Nazizeit in Haltern. Stadtarchivar Gregor Husmann hat die Fotos zur Verfügung gestellt; Thomas Rath fügte sie zu einer Videoinstallation zusammen.
2 Alexander Lebenstein verstarb 2010 in den USA; er wurde 2008 Ehrenbürger der Stadt Haltern.
3 Bei Recherchen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man in Haltern sehr viel mehr über die Römerzeit erfahren kann und weiß als über die Zeit des Nationalsozialismus. Informativ ist das im Jahr 2020 erschienene Buch von Ortwin Bickhove-Swiderski: Die Anfänge der NS-Zeit in Haltern am See – und der Fall Bernard Gewert aus Sythen. Dülmen: Laumann-Verlag. Der Autor weist unter anderem darauf hin, dass bisher wenig über die Ermordung psychiatrischer Patienten aus Haltern bekannt ist; s. S. 154-156. Siehe  auch Stelbrink, Wolfgang (2004): Westfalen im Nationalsozialismus (1933-1939), https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/input_felder/langDatensatz_ebene4.php?urlID=40&url_tabelle=tab_websegmente, abgerufen am 15.11.2021