30.10.2021: 1. Mahnwache „No Lager – No ZUE in NRW/Kreis Recklinghausen“

Die Mahnwache macht auf die die unwürdigen Verhältnisse in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) in NRW auch im Kreis Recklinghausen. Die Aktion verbindet sich mit der bundesweiten Initiative „No Lager – nowhere!“

Die 1. Mahnwache findet statt am 30. Oktober 2021 von 11 – 13 Uhr, voraussichtlich vor dem Rathaus Recklinghausen.
Gezeigt werden Plakate, die die Leiderfahrungen der ZUE-Bewohner repräsentieren.

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Bildquelle: Dontworry, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons
  • “Ich muss mit fremden Menschen in einem Zimmer schlafen trotz Corona.
  • Unsere Kinder dürfen nicht in die Schule und nicht in den Kindergarten.
  • Ich darf 2 Jahre mein Essen nicht selber kochen.
  • Ich trage alle Wichtige an meinem Körper – mein Zimmer ist nicht abschließbar.
  • Ich habe keine Privatsphäre – mein Zimmer ist nicht abschließbar.
  • Ich würde gerne deutsche Freunde haben und Deutsch lernen – aber ich darf nicht.
  • Ich darf nicht arbeiten, obwohl ich einen Job gefunden habe.
  • Das Allerschlimmste ich die Langeweile.
  • Meine Kinder und ich haben Angst vor Abschiebung – Tag und Nacht.”
    (Quelle: Aufruf der Organisator:innen)
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Mahnwache in Haltern am See: Hilfe für die Menschen in Afghanistan

Afghanische Familien in Haltern am See laden zusammen mit dem Asylkreis, dem Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt sowie den Kirchen ein zu einer

Mahnwache
auf dem Marktplatz in Haltern am See
am Freitag, den 20.08.2021,  18 bis 19 Uhr.

“Wir stehen an der Seite unserer afghanischen Mitbürger*innen – sprachlos und ohnmächtig. Daher beginnen wir die Mahnwache im Schweigen.
Unsere afghanischen Mitbürger*innen haben uns gebeten, mit Ihnen eine Möglichkeit zu finden, ihren Schmerz und ihre Wut zum Ausdruck zu bringen. Nach dem Schweigen haben die Familien das Wort.
Appelle und Forderungen werden auf Transparenten den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft sichtbar gemacht. Die Kirchen laden abschließend zum Gebet ein.” (Quelle: Die Organisatoren der Veranstaltung).

Seebrücke fordert: “Luftbrücke jetzt! Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!”

Screenshot der Seebrücke-Webseite (WN)

Die Organisation Seebrücke ruft auf:

“Luftbrücke jetzt! Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!Seit letzter Woche waren die Taliban auf Vormarsch und haben mittlerweile Afghanistan komplett unter Kontrolle. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, Menschen jetzt sofort vor den brutalen Extremisten der Taliban zu retten – bevor es zu spät ist. Die deutsche Bundesregierung hat versagt, die Menschen vor den Taliban zu schützen.
Afghanistan war und ist nicht sicher. Alle, die das Land verlassen möchten, müssen dies tun können. Es geht jetzt um Menschen und nicht um Papiere und Grenzen!Deswegen rufen wir zu Demonstrationen und Aktionen auf und appellieren an die deutsche Bundesregierung: Baut eine Luftbrücke – Schafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!

Noch vor ein paar Monaten hieß es von der Bundesregierung “Wir lassen niemanden zurück”. Jetzt sind alle Afghan*innen, die sich für ein friedliches und demokratisches Afghanistan eingesetzt haben, in akuter Lebensgefahr. Deutschland muss gefährdete Menschen schützen und sofort evakuieren. Hierzu gehören die Ortskräfte deutscher Ministerien und Subunternehmen, Organisationen sowie deutscher bzw. deutsch finanzierter NGOs und Stiftungen inklusive ihrer Familien; Journalist*innen, die für deutsche Medien gearbeitet oder sich ihn ihnen kritisch geäußert haben; Wissenschaftler*innen, die in Deutschland studiert oder geforscht haben; Frauenrechts- und Menschenrechtsverteidiger*innen, Autor*innen, Künstler*innen, Sportler*innen sowie Angehörige religiöser, ethnischer und sexueller Minderheiten. Hinzu kommen Familienangehörige von in Deutschland lebenden Afghan*innen, die zum Teil bereits seit Jahren auf Visa zum Familiennachzug warten.

Deswegen fordern wir von der Bundesregierung:

  1. Sofortige Einrichtung einer Luftbrücke, um akut gefährdete Menschen und ihre Familien nach Deutschland zu holen
  2. Schutz und Aufnahmeprogramme für alle Afghan*innen, die von den Taliban verfolgt werden
  3. Direkte Aufnahme der Menschen aus Afghanistan durch die bereitstehenden Länder und Kommunen in Deutschland ermöglichen
  4. Die Einrichtung von sicheren Fluchtwege für alle Menschen, die das Land verlassen wollen
  5. Sicherheit und dauerhaftes Bleiberecht für afghanische Menschen, die in Deutschland leben und kommen werden” (Quelle: https://seebruecke.org/aktuelles/kampagnen/fluchtwege-aus-afghanistan)

5. Juni 2021: Demonstration auf dem Marktplatz: Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung – anschließend Seebrücke-Fahrraddemo

Wir laden alle interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein!

Halterner Asylkreis beklagt Tote und fordert Menschenrettung

Immer nur schockiert sein – und nichts tun – ist tödlich!

5. Juni 2021, 10 – 12 Uhr, Marktplatz Haltern am See (anschließend Möglichkeit zur Fahrrademo Seebrücke Münsterland)

Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der Coronaregeln statt.

Es ist offenkundig, dass es bei der Behandlung der Flüchtlinge über das Mittelmeer und auf anderen Wegen zu eklatanten und anhaltenden Verletzungen der Menschenrechte kommt und Menschen dem Tod überlassen werden und hineingetrieben werden. Wir sehen zu und ertragen die eigene Ohnmacht fast nicht. Wir wollen sichtbar machen, dass wir Teil des Scheiterns der Menschenrechtspolitik sind und mitschuldig am Tod vieler Menschen.

Wir wollen sehen und hören, welche Wege es aus der Krise geben kann.

Ablauf:

Das Programm wird gerahmt und unterstützt durch Musik der Gruppe „Motel“. Zu Beginn wird Bürgermeister Andreas Stegemann die Teilnehmer begrüßen.

Tote beklagen – „Liste des Todes“ „Demonstration für das Leben“

Spielen die Bilder der Brandkatastrophe von Moria, die Feuer in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und zuletzt im Lager Ripa in Bosnien im Tagesgeschäft von Politik, Kirche und Gesellschaft noch eine Rolle?

Wir beklagen über 50.000 Tote an den EU-Außengrenzen – die 40 m lange „Liste des Todes“ (“UNITED List of Refugee Deaths“)[1]Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – … Continue reading ausgerollt zwischen Kirche und Rathaus erinnert an jede und jeden Einzelnen, die vor unseren Augen ertrunken und zu Tode gekommen sind.

Mit klagenden und anklagenden Transparenten bringen wir das Elend im Protestzug rund um die Todesliste und durch die Kirche vor die Augen der Öffentlichkeit. Vor und in der Kirche klagen wir die Untätigkeit unserer gesamten Gesellschaft an und sprechen ein Gebet.

Menschen retten – Suchen nach Lösungen:

Der Halterner Asylkreis hat die Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirche sowie die zukünftigen Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD, Grüne und FDP eingeladen, ihren Beitrag zur Menschenrettung vorzutragen und als Ausdruck der Selbstverpflichtung auf einem Plakat zu verschriftlichen.

Wir wollen sichtbar machen, dass es uns nicht gleichgültig ist, was geschieht und wollen uns bereithalten, wo Möglichkeiten sich zeigen und wir helfen können.

Die Non-Profit-Organisation “UNITED for Intercultural Action” (European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees) führt die UNITED-Liste der Flüchtlings-Toten und finanziert sich nur über Spenden. Daher bitten wir um eine Spende für die Organisation:


12 Uhr Fahrrad-Demonstration Seebrücke Münsterland

Fahrrad-Demonstration im Rahmen der Aktionen „Seebrücke Münsterland“

Pfarrer Michael Ostholthoff  gibt den Startschuss zur zweitägigen Fahrradtour über Dülmen – Lüdinghausen (Samstag) und von Lüdinghausen nach Münster (Sonntag)

(Man kann selbstverständlich auch nur an einem Tag teilnehmen. Die Fahrgeschwindigkeit ist nicht auf e-Bikes ausgelegt.)

Eine Anmeldung für die Fahrrad-Demonstration hilft, die Fahrt coronakonform vorzubereiten.

Anmeldung möglichst bis 3.6. unterhttps://t1p.de/Fahrraddemo05062021

 Weitere Informationen hier

 

Anmerkungen

Anmerkungen
1 Die Liste wird geführt von UNITED for Intercultural Action – campaign office ‘Fortress Europe No More Deaths’ – unitedagainstrefugeedeaths.eu – listofdeaths@unitedagainstracism.org – unitedagainstracism.org”. Wir haben die Erlaubnis zur Nutzung eingeholt und danken ganz herzlich für die Möglichkeit, die Liste nutzen zu dürfen. Die Organisation finanziert sich ausschliesslich über Spenden: Paypal

“Grenzerfahrungen – Wie Europa gegen Schutzsuchende aufrüstet” – gute Ausstellung

Eine interessante Ausstellung.

Screenshot WN von der Webseite: https://www.grenz-erfahrungen.de/

Zitat aus der Webseite https://www.grenz-erfahrungen.de:

“GRENZERFAHRUNGENPRO ASYL, die katholische Friedensbewegung pax christi und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) beleuchten mit der Ausstellung „Grenzerfahrungen – Wie die EU gegen Schutzsuchende aufrüstet“ und den dazu  herausgegebenen Begleitmaterialien das Zusammenspiel und die Funktionsweise der aktuellen Politik der Abschottung und Aufrüstung an den EU-Außengrenzen, ihre brutalen Folgen für Schutzsuchende sowie die Profiteur*innen des Grenzgeschäfts. Täglich werden an den EU-Außengrenzen Schutzsuchende entrechtet und oft mit Gewalt daran gehindert, diese Grenzen überhaupt zu erreichen. Damit hat sich eine Politik normalisiert, die gekennzeichnet ist von der Missachtung des Völkerrechts und Verstößen gegen die Genfer Flüchtlingskonvention. Die Organisationen fordern den sofortigen Stopp dieser brutalen und illegalen Praxis an den EU-Außengrenzen und einen Paradigmenwechsel in der Asyl-, Migrations- und Außenpolitik der Europäischen Union.

Auf dieser Homepage finden Sie neben Hintergründen und Bestellmöglichkeiten der Ausstellung auch Begleitmaterialien, die heruntergeladen sowie bestellt und in verschiedenen Kontexten, ob Gemeinden, Schulen oder NGOs genutzt werden können.

Die Vernissage der Ausstellung können Sie im YouTube-Kanal des Haus am Dom anschauen.

Für Nachfragen können Sie sich gerne per Mail an uns wenden (info@grenz-erfahrungen.de).”

Online-Veranstaltung am 7.5.21: Lehren aus der Pandemie für die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten

Vom Land in die Kommunen: Welche Lehren müssen aus der Pandemie für die Unterbringung und Versorgung von Geflüchteten gezogen werden?

Wann und Wo: 07.05.2021, 16:00, Online 

Hier geht’s direkt zur Anmeldung

“Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dies gilt selbstverständlich auch uneingeschränkt für Geflüchtete. Doch diesem Anspruch wird das Asylsystem nicht immer gerecht. Bei der Unterbringung in oftmals abgelegenen Gemeinschaftsunterkünften, in denen hunderte Menschen untergebracht sind, werden individuelle Bedürfnisse und gesundheitliche Risiken nicht frühzeitig erkannt und ausreichend berücksichtigt. Corona hat diese Problemlagen nicht nur sichtbarer gemacht, sondern auch noch weiter verschärft. Denn Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften, sowohl auf Landesebene als auch in den Kommunen, sind besonders einem hohen Ansteckungsrisiko mit dem gefährlichen Virus ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bewohnerinnen und Bewohner weder Bildungs- und Beratungsangebote noch Rechtsbeistand wahrnehmen können, da sozialen Akteuren der Zugang in die Unterkünfte pandemiebedingt verwehrt bleibt. So werden wichtige Chancen zur Integration und Selbsthilfe verspielt. Es zeigt sich sehr deutlich, dass der sogenannte Asylstufenplan der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der auf Massenunterbringung setzt, gescheitert ist. In zahlreichen parlamentarischen Initiativen haben wir Schwarz-Gelb aufgefordert, die Unterbringung von Geflüchteten menschenwürdig und integrativ zu gestalten.Wir laden Sie/Euch ein, zusammen mit unseren Expertinnen und Experten über die verschiedenen Problemlagen der Gemeinschaftsunterkünfte in NRW zu diskutieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln, um die Situation der Geflüchteten effektiv zu verbessern.” (https://gruene-fraktion-nrw.de/termine/vom-land-in-die-kommunen-welche-lehren-muessen-aus-der-pandemie-fuer-die-unterbringung-und-versorgung-von-gefluechteten-gezogen-werden)

Teilnehmer*innen:

  • Berivan Aymaz MdL, Sprecherin für Flüchtlingspolitik, Integrationspolitik, Internationales/ Eine-Welt, Grüne Landtagsfraktion NRW
  • Katja Dörner, Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn
  • Prof. Dr. med. Kayvan Bozorgmehr, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld
  • Alexandra Brand, Verbandsübergreifende Fachbegleitung der Verfahrensberatung und der dezentralen Beschwerdestellen
  • Miriam Koch, Leiterin Amt für Migration und Integration der Landeshauptstadt Düsseldorf
  • Dr. Marion Lillig, Migrationssoziologin mit dem Schwerpunkt Lebensverhältnisse, Bildung und Arbeit von Flüchtlingen in Deutschland
  • Karin Wieder, Referentin Flüchtlingsarbeit, Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL

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Passend zum Weltgesundheitstag 2021: Aufruf “Patente töten – Für die Aufhebung des Patentschutzes auf alle unentbehrlichen Medikamente”

Weltgesundheitstag 2021 – Thema: Gesundheitliche Chancengleichheit

Das Motto für den diesjährigen Weltgesundheitstag “Building a fairer, healthier world” – gesundheitliche Chancengleichheit (Health Equity).

“Der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung hängen ganz wesentlich von den Lebensbedingungen ab: Der Sozialstatus hat einen starken Einfluss auf die Gesundheit und resultiert in ungleich verteilten Gesundheitschancen. Der Zusammenhang ist dabei in allen Altersstufen erkennbar und zieht sich durch alle Lebensphasen.
COVID-19 hat alle Länder schwer getroffen. Die Auswirkungen trafen und treffen überwie-gend diejenigen in der Gesellschaft, die bereits gefährdet waren, die Krankheiten stärker ausgesetzt sind, weniger Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten haben und mit größerer Wahrscheinlichkeit mit nachteiligen Folgen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zu rechnen haben.” (Quelle: https://www.weltgesundheitstag.de)

Auf der Webseite: https://www.weltgesundheitstag.de finden sich viele weitere Informationen.

“Patente töten – Für die Aufhebung des Patentschutzes auf alle unentbehrlichen Medikamente”

 

Was kann man sofort tun?

Man kann den Aufruf “Patente töten – Für die Aufhebung des Patentschutzes auf alle unentbehrlichen Medikamente” unterschreiben! Hier geht es zur Webseite des Aufrufes_ https://www.patents-kill.org/deutsch.

Siehe auch Flyer: Aufruf zur Aufhebung der Patente der Covid 19 Impfstoffe von medico intern.u.a.).

Heilige Familie in der Flüchtlingsunterkunft – Alternative Krippe in St. Laurentius (Haltern am See)

In der Laurentiuskirche in Haltern erwartete die Besucher eine Besonderheit: Neben dem gewohnten Bild von Maria, Josef und dem Jesuskind inmitten der Hirten und Schafe war dort auch eine „alternative“ Krippe aufgebaut.

Wo würde Jesus heute geboren werden? Antwort: in einer Flüchtlingsunterkunft! Der Stall in Bethlehem war schließlich nichts anderes als eine Notunterkunft für Menschen, die niemand bei sich haben wollte.


Die Besucher der Laurentiuskirche waren dazu eingeladen, die Perspektive der Geflüchteten einzunehmen. An die aufgestellten Trennwände konnten eigene Gedanken und Gefühle geschrieben werden.

Außerdem waren Videoproduktionen zu sehen: Zum einen der mehrfach preisgekrönte Animationsfilm „01 Gravity“ der in Haltern arbeitenden Künstlerin Katharina Potratz,  der die Fluchtgeschichte eines kleinen Jungen erzählt. Zum anderen der Livemitschnitt eines Theaterstücks aus dem Jahr 2018, in dem Halterner Laiendarsteller unter Regie des Theaterpädagogen der Ruhrfestspiele, Alois Banneyer, sowie der Theaterpädagogin Kathi Klöpfer Erfahrungsberichte aus NRW-Sammelunterkünften szenisch umsetzen.

Im Schatten der Corona-Pandemie darf die dramatische Situation in den Flüchtlingsunterkünften nicht aus dem Blick verloren werden – zumal die Menschen dort durch die Unterbringungsbedingungen dem höchsten Ansteckungsrisiko überhaupt in dieser Gesellschaft ausgesetzt sind (weitere Informationen u.a. hier: https://www.asyl.net/start/nachrichten/informationen-zu-auswirkungen-des-coronavirus/.

 

„Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt“ – Aktion der Evangelischen Frauenhilfe auf dem Marktplatz in Haltern am See

Dem Aktionsaufruf der Evangelischen Frauenhilfe „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt“ sind etliche Menschen gefolgt. Auf dem Marktplatz in Haltern am See wurde am Tag der Menschenrechte  mit gefalteten Schiffchen der 1.319 Menschen gedacht, die allein 2019 als Bootsflüchtlinge ertrunken sind.

Der Asylkreis und das Halterner Forum haben die Aktion unterstützt.

Hier einige Bilder von der bewegenden Aktion.


Zum Tag der Menschenrechte – Forum fordert: „Zurück zur dezentralen Flüchtlingsunterbringung und -betreuung“

Tag der Menschenrechte:

 Aufrüttelnder Appell von Asylkreis und Halterner Forum: „Zurück zur dezentralen Flüchtlingsunterbringung und -betreuung“

 Erneute Quarantäne nach Corona-Fällen in der ZUE endlich aufgehoben

 HALTERN / MARL. Einen aufrüttelnden  Appell  zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember richten der Asylkreis und das Halterner Forum für Demokratie, Respekt und Vielfalt an die verantwortlichen Politiker und  die Öffentlichkeit: „Die unantastbare Menschenwürde der Flüchtlinge in den zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) ist vor allem in Corona-Zeiten nicht gewährleistet, weil die wiederholte Quarantäne der Bewohner in den Massenunterkünften unter unzumutbaren Lebensbedingungen stattfindet“,  so empören sich die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer. 

„Bundesweit und in der  ZUE Marl standen die Bewohner der Massenunterkünfte  zum wiederholten Male  unter ständig verlängerter Quarantäne, obwohl die Infektionen vermeidbar wären bei  dezentraler Unterbringung und Betreuung“, beklagen die Flüchtlingshelfer vom Asylkreis. „Alle  Angebote zur dezentralen Unterbringung mit ehrenamtlicher Betreuung wurden bisher abgelehnt“, kritisiert der Asylkreis und will das über einen eindringlichen Appell an die verantwortlichen Politiker ändern. Notfalls will man sogar versuchen, die Gesetzesregelung über eine Volksinitiative nach der Landesverfassung mit zahlreichen Unterschriften zu Fall zu bringen.

72 Flüchtlinge in der ZUE Marl unter Quarantäne wegen erneuter Corona-Fälle

„In der Marler ZUE im alten Kreisgesundheitsamt standen erst im Mai dieses Jahres 22 der dort untergebrachten 106 Flüchtlinge sowie zwei Mitarbeiter wegen der Corona-Fälle unter Quarantäne. Nun stand  in der zweiten Corona-Welle wegen acht positiv getesteter Personen die gesamte ZUE mit ihren 72 derzeit dort untergebrachten Flüchtlingen schon wieder bis vor kurzem unter Quarantäne“, so berichten die besorgten Flüchtlingshelfer.

„Die Flüchtlingsräte bundesweit warnen schon länger vor diesen von vornherein absehbaren Fehlentwicklung in den kritikwürdigen Massenunterkünften mit dreistelligen Zahlen von Infizierten in einzelnen Einrichtungen“, erinnert Hermann Döbber vom Halterner Asylkreis: „Viele traumatisierte Menschen auf engem Raum, wenig Privatsphäre, Isolation von der Außenwelt, sexualisierte Gewalt an Frauen und queren Menschen. Corona macht diese Orte noch gefährlicher und machen die Pandemie zu einer außerordentlichen Belastung für Körper und Psyche der Menschen“.

„Privatsphäre und Selbstbestimmungsrecht ausgesetzt“

„Die Folgen sind fatal und unmenschlich“, wissen die Ehrenamtlichen Helfer  zu berichten: „Während der Quarantäne saßen die Betroffenen  Tage und Wochen ohne Privatsphäre in ihren Mehrbettzimmern mit drei vorgesetzten Mahlzeiten, ohne die Möglichkeit,  einzukaufen, zu spazieren oder Beratungsstellen aufzusuchen. Dabei sind sie in absoluter Abhängigkeit vom Träger der Einrichtung und des dortigen Personals. Das Selbstbestimmungsrecht ist ausgesetzt“.

Und weil das Infektionsgeschehen bei Mehrbettzimmern und Gemeinschaftsbädern kaum einzudämmen sei, komme es meist zu verlängerten Ketten-Quarantänen und wegen der ausweglosen Lage mancher Bewohner zu Ausschreitungen. „Schon ohne Corona sei wegen der langwierigen Asylverfahren die Situation verfahren und das Bleiberecht wird ausgehöhlt, so die Feststellung der weitgehend ausgegrenzten ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer.

Asylkreis plant Spendenaktion für die Betroffenen in der ZUE

Die Mitglieder des Asylkreises beklagen: „Kinder können solange nicht zur Schule oder zum Kindergarten, Integrationsförderung findet nicht statt und Erwachsene haben für mindestens 9 Monate nach Ankunft ein Arbeitsverbot und verbringen als Kinderlose  bis zu 24 Monaten ohne Privatsphäre in der Massenunterkunft. Und sie bekommen zu wenig Taschengeld, um selber Sprachkurse zu bezahlen oder  Fahrtkosten zu ihrem Anwalt aufzubringen“.

Der Asylkreis plant deshalb eine Spendenaktion für die betroffenen Bewohner in der ZUE und hofft dabei auf die Unterstützung und Zulassung durch die Bezirksregierung und den Betreiber.

„Man lässt keine Menschen ertrinken“

Da die Probleme bereits bei den Fluchtursachen und  den Fluchtumständen beginnen, wollen der Asylkreis und das Halterner Forum am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, auch die geplante Aktion der evangelischen Frauenhilfe Westfalen unterstützen: „Da momentan wieder viele Flüchtlinge im Mittelmeer, etwa in Booten Richtung Kanaren, ertrinken und die zivile Seenotrettung erschwert wird, soll auf allen öffentlichen Plätzen mit gefalteten Schiffchen der 1.319 Menschen gedacht werden, die allein 2019 als Bootsflüchtlinge ertrunken sind“, so heißt es im Aktionsaufruf der evangelischen Frauenhilfe.

Zeitungsartikel Menschenwürde in den ZUE (PDF)